II. Verfügungen des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums.
22. April. Die griechischen Arbeiten der letzten Reifeprüfung werden eingefordert zur Einsendung an die zu- ständige wissenschaftliche Prüfungskommission.
29. Mai. Es wird hingewiesen auf den Ministerial-Erlab betreffend den Besuch der Kinematographentheater vom S. März 1912(der Erlaß ist am Schluß des Programms teilweise abgedruckt).
30. Juni. Neuverteilung der Dezernate am Kgl. Provinzial-Schulkollegium.
6. Juli.(Ministerial-Erlaß.) Das Boxen gehört nicht zu den lehrplanmäßigen Ubungen des Turnunterrichts. Die Schüler sind zu warnen vor übermäßiger Anspannung ihrer jugendlichen Kräfte bei Turnen, Spiel oder Sport, da Ubertreibungen zu ernster Schädigung der Gesundheit und zu Störungen der gesamten körper- lichen Entwicklung führen können.
21. September.(Ministerial-Erlaß.) UÜber die Gefahren der Schundliteratur(der Erlaß ist am Schluß des Pro- gramms abgedruckt).
26. November.(Ministerial-Erlaß.) Ausländischen Lehramtsassistenten ist in jedem Falle von dem Anstaltsleiter ein Zeugnis über die Dauer des Aufenthalts an der Anstalt sowie über Führung und Bewährung auszustellen.
11. Dezember.(Ministerial-Erlaß.) Schülern der Unterprima, welche beabsichtigen, die Anstalt zu verlassen, kann nach 1 ½ jährigem Besuch dieser Klasse das Zeugnis der Reife für die Oberprima zuerkannt werden; ein Nachweis darüber, daß sie des Zeugnisses für den Eintritt in einen Beruf bedürfen, wie er früher ver- langt wurde, ist nicht mehr erforderlich.
12. Dezember. Ernennung des Herrn Oberlehrers Dr. Flechsenhaar zum Professor.
1913. 2. Januar.(Ministerial-Erlaß.) Betreftfend die Kandidaten des höheren Lehramtes.
9. Januar. Ferienordnung für 1913.
17. Januar. UÜberweisung der Kaiserprämie(Bohrdt, Deutsche Schiffahrt).
10. Februar. In Konfirmandenklassen ist Montags und Donnerstags in die 6. Vormittagsstunde kein wissenschaft- licher Unterricht zu legen; von technischem Unterricht, der auf diese Stunden fällt, sind Konfirmanden zu befreien.
III. Chronik.
I. Lehrerkollegium. Unterricht.
Am 7. November starb nach längerem Leiden Herr Professor Dr. Hugo Cuers, der vom Jahre 1877 an zuerst am Städtischen Gymnasium, dann am Lessing-Gymnasium gewirkt hatte und 1903 in den Ruhestand getreten war, nachdem er schon im Sommer 1902 um Urlaub hatte bitten müssen. Mehrere seiner früheren Kollegen sowie die drei oberen Klassen des Lessing-Gymnasiums begleiteten ihn zu seiner letzten Ruhestätte, und der Direktor sprach im Namen der Anstalt Worte des Abschieds und des Gedenkens.
Im Juni 1912 wurden im Kgl. Provinzial-Schulkollegium die Dezernate über die höheren Schulen neu verteilt; infolgedessen legte Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat Dr. Paehler das Dezernat über das Lessing-Gymnasium, das er im Herbst 1902 übernommen hatte, nieder. Ich möchte nicht unterlassen, Herrn Oberregierungsrat Dr. Paehler auch hier den wärmsten und aufrichtigsten Dank auszusprechen für das gütige Interesse, das er der Anstalt entgegengebracht hat, das freundliche Wohlwollen, das er uns immer gezeigt hat, und mit dem er für die Förderung und das Wohl der Anstalt immer eingetreten ist, und für die vielfachen, bedeutsamen Anregungen, die er uns gegeben hat. An seiner Stelle übernahm Herr Geheimer Regierungsrat Provinzialschulrat Dr. Kaiser das Dezernat, der bereits der Reifeprüfung im September 1912 beiwohnte.
Herr Zeichenlehrer GCaster mußte, da sich sein körperlicher Zustand nicht besserte, auch für den Sommer des Jahres um Urlaub und zum 1. Oktober um seine Versetzung in den Ruhestand bitten. 33 Jahre hat er mit großer Pflichttreue zuerst am Städtischen Gymnasium, dann am Lessing-Gymnasium seines Amtes gewaltet. Leider sah er sich seines Gesundheitszustandes wegen genötigt, eine Verabschiedung vor versammelter Schulgemeinde, die der Direktor in Aussicht genommen hatte, abzulehnen. So mußte sich das Lehrerkollegium begnügen, eine Deputation in sein Haus zu entsenden, die aus den Herren Prof. Michelis, Gymnasiallehrer Reil und dem Direktor bestand, um ihm eine größere Radierung als Geschenk des Lehrerkollegiums zn überreichen; dabei sprach ihm der Direktor den herzlichen Dank der Anstalt für seine langjährige, eifrige Tätigkeit aus.


