8. Januar 1929: Wiederbeginn des Unterrichts.(Die Andacht muß ausfallen, da unser Festsaal trotz dauernden Heizens zu
kalt ist.)
28. Januar bis 1. Februar: Schriftliche Reifeprüfung der Oberprimaner.
7. Februar;: Winterfest im Zoologischen Garten zum Besten unseres Landheims unter Leitung der Herren Oberstudienrat
Schmidt-Voigt, Studienrat Dr. Gölz, Studienassessor Dr. Kerber, Oberschullehrer Weimar.(1 200 Fest-
teilnehmer.) Der Obertertianer Gustav Jasper, der Obersekundaner Ludwi gSchepping und die Klasse Unter-
prima b verdienen wegen ihrer eifrigen Werbetätigkeit und Mitarbeit besonderes Lob. 1. Teil: Schülerorchester: a) Militärmarsch in D-dur(Franz Schubert), b) Symphonie in H-moll, 1. Satz(Franz Schubert), c) Geschichten aus dem Wiener Wald(Johann Strauß), d) Radetzky-Marsch(Johann Strauß).— 2. Teil: Die deutschen
leinstädter(Lustspiel in vier Aufzügen von August von Kotzebue, 1801), Herr Nikolaus Staar, Bürgermeister(Erwin Thauer),
Frau Untersteuereinnehmerin Staar, seine Mutter(llse Gravenhorst, Herderschule), Sabine, seine Tochter(Liselotte Sinning, Herder- schule), Herr Vizekirchenvorsteher Staar, sein Bruder(Armin Wagner Ulb), Frau Oberfloß- und Fischmeisterin Brendel(Hilde Beyer, Herderschule), Frau Stadt-Akzisekassaschreiberin Morgenrot(Margot Block, Herderschule), Herr Bau-, Berg- und Weginspektorsubsitut Sperling(Helmut Appel Ula), Clemensl Wolfgang Thauer Ulb), ein Nachtwächter(Paul Ungerer UIb), Klaus, ein Ratsdiener(Herbert Glöckner UIb), eine Magd(Hilde Purzner, Herderschule), ein Bauer(Fritz Uhrig UIb), ein paar Kinder.— 3. Teil Tanz.
20,, 21, Februar: Turnreifeprüfung der Oberprimaner(Geräteturnen). 23. Februar: Gedächtnisfeier für die Gefallenen der Klingerschulgemeinde(4 Lehrer, 2 5 2 frühere Schüler).
1. Trauermarsch aus der As-dur-Sonate(Beethoven). 2. Aus den„Psalmen-(139, und 90., Psalm) nach der Verdeut- schung Martin Luthers(Ernst Wolff Ola). 3. Gedichtvorträge: a) Tod in Xhren von D. v. Liliencron(Hans Wittchen UIla), b) Den jungen Helden von Fritz Gräntz(Wilhelm Rethmeier Olb). 4. Ans prache des Herrn Studienrats Dr. Kahle, (Während der Ansprache: Aufhängen von Kränzen an den Ehrentafeln). 5, Gemeinsamer Gesan g: Ich hatt' einen Kameraden, 6. Gedichtvortrag: Chor der Toten von Conrad Ferdinand Meyer(Lothar Kleemann Ula).
25, Februar bis 3. März: Kälteferien.
28. Februar, 1. März: Mündliche Reifeprüfung der Oberprimaner unter dem Vorsitz des Direktors.
2. März: Arztliche Belehrung der Abiturienten durch Herrn Stadtmedizinalrat Dr. Hagen.
20. März: Aufnahmeprüfung der für die Sexta angemeldeten Schüler(Prüfungsausschuß: die Herren Oberstudienrat
Schmidt-Voigt, Studienrat Dr. Rauh Lehrer Wüst von der Merianschule).
22. März: Am„Tage des deutschen Buches“ wurden als Spende des„Vereins der Frankfurter Buchhändler“ folgenden
Schülern Buchgeschenke überreicht: Erich Gölz, Heinz Müller(Unterprima a)— Bruno Isserlin.„ Wolf-
gang Thauer(Unterprima b)— Wilhelm Fijach(Untersekunda a).
26. März: Schlußfeier. 1. GCemeinsamer Gesang: Bis hierher hat mich Gott Sebracht. 2. Schülerorchester: Serenade(Kleine Nachtmusik, 1. Satz Allegro) von W. A. Mozart, 3. Chor: Sturmbeschwörung von Joh. Dürrner. 4. Gedichtvo rtrafß: Die Worte des Glaubens von F. v. Schiller(Ernst Ludwig Olla). 5. Schülerorchester; Serenade(Kleine Nachtmusik, 2. Satz Romanze, 3. Satz Menuett) von W. A. Mozart. 6. Gedichvortr i ge; a) Die Ring-Parabel von G. E. Lessing(Fritz Uhrig UIb), b) Aus den „Reden an die deutsche Nation« von J. G. Fichte(Ernst Klöß UIb). 7. Chor: Heil Dir, mein Deutschland! von G. F. Händel. 8. Gedichtvorträge: a) Das Göttliche von J. W. v. Goethe(Paul Ungerer Ulb), b) Seefahrt von J. W. v. Goethe(Georg Steinmetz UIla). 9. Abschiedsworte des Abiturienten Heinrich Bechtoldt. 10. Schü,lerorchester, Serenade(Kleine Nachtmusik, 4. Satz Rondo) von W. A. Mozart. 11., Ans pPrache des Direktors und Entlassung der abgehenden Schüler. 12. Chor: Morgen muß ich fort von hier von F. Silcher. 13. Gemeins amer Gesang: Großer Gott, wir loben dich.
27. März: Beginn der Ferien.
VII. AU0S DEN VERFUGUNGEN DER BEHORDEN. 1. Städtische Behörden.
10. Dezember 1928: Von Ostern 1920 ab werden nicht mehr für die Quarta sondern bereits für die Quinta wöchentlich 2 Stunden Pflichtschwimmen eingesetzt. 27. Februar 19290: Die Teilnahme der Schüler am wahlfreien Unterricht(Lateinisch, Physikal. Werkunterricht, Holzarbeiten, Pappen) ist von Ostern 1920 ab unent geltlich.
2. Staatliche Behörden.
Ministerial-Erlaß vom 15. Januar 1929: Herr Studienrat Dr. Simon wird auf weitere 3 Jahre zum Mitglied des Päda- gogischen Prüfungsamtes der Provinz Hessen-Nassau ernannt.
Ministerial-Erlaß vom 22. Januar 1920; Ausbildung von Volksschullehrern und Volksschullehrerinnen.
Am 1. Mai 1929 werden in die bereits bestehenden Pädagogischen Akademien je 50 Studenten aufgenommen, und zwar in Elbing und Kiel zur Aus- bildung evangelischer Volksschullehrer und—lehrerinnen, in Bonn zur Ausbildung katholischer Volksschullehrer und in Frankfurt am Main zur Aus- bildung von Volksschullehrern und lehrerinnen. Ferner wird beabsichtigt, zum gleichen Zeitpunkte neue Pädagogische Akademien zur Aus- bildung evangelischer Volksschullehrer und-lehrerinnen in Breslau, Erfurt, Hannover und Dortmund zu eröffnen und dort ebenfalls je 50 Studierende aufzunehmen. Wegen des noch vorhandenen Ueberflusses an evangelischen Schulamtsbewerberinnen werden jedoch zu den Akademien in Erfurt und Hannover vorläufig nur männliche Studierende zugelassen.
Mit Rücksicht auf die besonders große Zahl noch unbeschäftigter katholischer Schulamtsbewerberinnen werden katholische Abiturientinnen bis auf weiteres in keine Pädagogische Akademie aufgenommen.
Der Bildungsgang ist zweijährig. Studiengebühren werden nicht erhoben. Unter besonderen Voraussetzungen können Studienbeihilfen gewährt werden, die bei den Akademien zu beantragen sind. Internate sind mit den Akademien nicht verbunden. Arbeitspläne und weitere Auskünfte sind bei den Sekretariaten der Pädagogischen Akademien erhältlich. Näheres ist auch zu ersehen aus dem Merkblatt für Berufsberatung B 4:»Der Volksschullehrer« von Akademiedirektor Dr. Karl Weidel in Elbing, zu beziehen durch den Verlag Trowitzsch u. Sohn in Berlin SW 48, Wilhelmstraße 29, gegen Voreinsendung von 35 Rpf.
Das Aufnahmegesuch ist bis spätestens zum 10. März 1929 unmittelbar an eine der Pädagogischen Akademien zu richten. Beizufügen sind: 1. ein Lebenslauf mit Angabe des Bekenntnisses, 2. cine beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses einer neunstufigen höheren Lehranstalt oder eine Bescheinigung des Anstaltsleiters über die bestandene Reifeprüfung oder über ihr vorausschtliches Bestehen, 3. ein Gesundheitszeugnis eines zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Arztes, 4, ein amtlicher Ausweis über die Staatsangehörigkeit, 5, ein polizeiliches Führungs- zeugnis, falls seit der Erlangung des Reifezeugnisses mehr als ein halbes Jahr verstrichen ist.
Bald nach Ablauf der Meldefrist werden die Bewerber, die für die Aufnahme in Betracht kommen, zu einer Prüfung ihrer musikalischen Kennt- nisse und Fertigkeiten am Akademieort einberufen. Die Bewerber müssen mit der allgemeinen Musiklehre vertraut sein, ein einstimmiges schlichtes Motiv nachsingen und niederschreiben, ein einfaches Lied vom Blatt und eine Anzahl Volkslieder auswendig singen können. Im Spiel eines der drei Instrumente Geige, Klavier oder Orgel müssen die Grundlagen vorhanden sein.
Ob in besonderen Fällen von der Forderung hinreichender turnerischer, musikalischer und technischer Vorbildung abgesehen werden kann, bleibt der Entscheidung des Ministers vorbehalten.
Ministerial-Erlaß vom 23. Februar 1929:; Für den wahlfreien Lateinunterricht in der Obersekunda der Oberrealschulen sind statt der bisherigen zwei von Ostern 1929 ab drei Wochenstunden anzusetzen.
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