Handel, Industrie und Gewerbe, Bevor die Eltern sich an das Städtische Berufsamt wenden, muß aber die S chule von diesem Vorhaben benachrichtigt werden, damit für den Schüler ein Kartenblatt ausgefüllt werden kann, das ein ärztliches Gutachten, die Zensuren des letzten Schulzeugnisses und ein Gutachten der Lehrer ent- hält und das dem Berufsamt für seine Beratung und Vermittlung als Grundlage dient.
p) Verein ehemaliger Klingerschüler.
Der vor 28 Jahren gegründete„Verein ehemaliger Klin gerschüler, der heute etwa 380 Mitglieder zählt, bezweckt„Weiterpflege der Beziehungen zur Schule und Förderung des geselligen Verkehrs der früheren Schüler untereinander“. An alle Schüler, die unsere Schule verlassen, um einen Beruf zu ergreifen, richten wir die herzliche Bitte, dem Verein beizutreten.(Anmeldung bei dem Direktor oder bei dem 1. Vorsitzenden Herrn Heinrich Neckermann, Frankensteinerplatz 24.) Die Schule wird im Verein durch Herrn Studienrat Dr. G12 vertreten. Die Schulzeitung, die seit Mai 1927 von 6 Vereinen ehemaliger Schüler und Schülerinnen Frankfurter höherer Schulen herausgegeben wurde und in der die ersten beiden Seiten jeder Schule für ihre eigenen Mitteilungen und Berichte zur Verfügung standen. mußte im Juli 1928 ihr Erscheinen leider einstellen, da die Vereine die Geldmittel nicht mehr auf- bringen konnten. Der„Verein ehemaliger Klingerschüler“ hat aber beschlossen, von Ostern 1929 ab eine eigene „Klinger-Zeitung“ in zwangloser Folge erscheinen zu lassen. Die Schule begrüßt diesen Beschluß und erklärt sich gern bereit, den Verein bei der Herausgabe der Zeitung tatkräftig zu unterstützen. Unsere Schüler fordern wir auf, auch ihrerseits die Zeitung mit guten Beiträgen zu versehen und diese Herrn Studienrat Dr. Gölz vorher einzu- händigen. Der Schriftleiter ist unser alter Schüler Herr Dr. Goffer jé.
W. ELTERN.
1. Elternbeirat.
Der Elternbeirat wurde am 24. Juni für 1928 bis 1930 neu gewählt, Ihm gehören folgende Väter und Mütter an: 1. Herr Handelsoberlehrer Keuchel, Neuwiesenstr. 14(Vorsitzender), 2. Herr Verwaltungsrat Mayer, Lortzingstr. 24, 3. Frau Hilde Tott, Spohrstr. 60, 4. Herr Stadtsekretär Semler, Lortzingstr. 18(Schriftführer), 5. Herr Studienrat Prof. Kelch, Wilhelmshöherstr. 27a, 6. Frau Grete Rinklin, Gaußstr. 6, 7. Herr Verwaltungsdirektor Dannhof, Born- heimerlandstr. 77, 8. Frau Elisabeth Appel, Sandweg 125, 9. Herr Syndikus Ernst Bouveret, Günthersburgallee 31. Ersatzmitglieder sind: 1. Frau Charlotte v. Hesser t, Friedbergerlandstr. 7. 2. Herr Architekt Boehmelman n, Leerbachstr. 66, 3. Frau Else Kühiz, Oederweg 153 4. Herr Bankdirektor Mittelmann, Blumenstraße 11, 5. Frau Konradine Kahl, Usingerstr. 15, 6. Herr Stadtbaumeister Pul lImann, Usingerstr. 19, 7. Frau Klara Burg- mer, Habsburger Allee 12.
Wir betrauern das Hinscheiden der Mutter unseres Oberprimaners Ernst Wolff, Frau Babette Wolff, die wenige Monate nach dem Heimgange ihres Gatten diesem in den Tod folgte, Die Schule wird das Andenken der feinsinnigen Frau, die uns 3 Jahre lang im Elternbeirat eine treue Helferin war, in Ehren halten.
Die erste Sitzung des neuen Elternbeirats fand am 27. Juni statt; in ihr wurden allgemeine Fragen behandelt.
2. Stiftungen von Eltern und Freunden der Schule.*)
Das Kapital der alten Stiftungen von Eltern, früheren Schülern, früheren Lehrern und Freunden der Anstalt(Simon Schiele, Vetter-, Dr. Karl Bopp-, die ältere Jubiläums- und die ältere Reichard-Stiftung) ist völlig wertlos geworden, so daß keine Stipendien verliehen werden konnten.
Der„Vereinehemaliger Klingerschüler“ überwies uns 115 RM. für die neue Jubiläumsstiftung, die jetzt ein Kapital von 576 RM. umfaßt.
Herr Rechtsanwalt und Notar Dr. Reichard schenkte wiederum 100 RM., die für ärmere Schüler verwendet werden sollen. f
Unser verehrter früherer Schüler Herr Simon Bender, der stille Wohltäter bedürftiger Klingerschüler, der schon so viel Not und Leid gelindert hat, half auch in diesem Jahre in alter Treue.
Es schenkten: Herr Edwin Rinklin 2 Christbaumständer, Herr Wilhelm Goy 4 Schlangenhäute und eine Stein- sammlung, Herr Alfred Hartig eine große Zahl Chemikalien, Herr Georg Hartmann(Inhaber der Bauerschen Gießerei) durch die Deutsche Kolonialgesellschaft mehrere Bücher, Herr Eduard Mi ttelmann eine Anzahl Abreiß- Kalender, die Frankfurter Gasgesellschaft eine Wandkarte„Entgasungserzeugnisse der Steinkohle“, Herr Photograph W. Schäfer mehrere Aufnahmen vom vorjährigen Landheimfest. Der Jugendschriftenaus- schuß des Frankfurter Lehrervereins überwies uns 70 Hefte„Lesen und Schauen“, die an die Schüler verteilt wurden. Allen freundlichen Gebern sagen wir herzlichen Dank!
Der Direktor besitzt eine„Verfügungskasse“, aus der minderbemittelte Schüler bei den verschiedensten Gele- genheiten unterstützt werden. Diese Kasse ist so geschwächt, daß sie eingehen muß, wenn ihr nicht Hilfe wird. Ich bitte deshalb unsere verehrten Eltern um freundliche Spenden, Auch die kleinste Gabe ist willkommen.
3. Aufklärungsarbeit.
Elternbeirat und Kollegium haben davon abgesehen, die von der Zentrale für sexuellen Ju gendschutz (Pfarrer L. Hoppe in Stülpe bei Luckenwalde) herausgegebenen Briefe allen Eltern unserer Schüler zu übersenden, doch wurde eine große Anzahl dieser wertvollen Briefe, die den Eltern bei der Aufklärung und Belehrung ihrer Kinder helken Wällen. angeschafft, so daß sie auf Wunsch vom Direktor oder vom Klassenleiter den Eltern jederzeit eingehändigt werden können.
*) Stiftungen für das Landheim S. 17.
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