unseren Schülern haben wir im Landheim wieder die besten Erfahrungen Leaehte sie gaben fast nie zu Klagen Anlaß und fügten sich in freiwilligem Gehorsam den Anordnungen ihrer Lehrer. So können wir auch auf das 8. Landheimjahr 1928 mit Befriedigung zurückblicken.
Die durch die Landheim-Beschickung hervorgerufenen Störungen des Schulbetriebes sollen nicht verkannt werden, aber sie werden aufgewogen durch die gesundheitliche Förderung der Kinder und durch die Lebenswerte, die das Landheim den Schülern mitgibt.
9) Deutsche Volkslieder.
Damit die Schüler unsere schönen deutschen Volkslieder gründlich kennen lernen und liebgewinnen, lassen wir sie seit 10 Jahren in jeder Woche ein für ihr Alter passendes deutsches Volkslied abschnittsweise lernen. In der letzten Deutsch- stunde jeder Woche wird das Gelernte vom Deutschlehrer abgehört, die Weise wird von ihm oder dem Gesanglehrer eingeübt, und auch der Turnlehrer läßt die geeigneten Lieder bei Marschübungen singen. Wenn die von der Deutschlehrer- konferenz für die einzelnen Klassen bestimmten Lieder auf diese Weise eingeprägt sind, wird wöchentlich eins der früher gelernten Lieder wiederholt, bis sie alle unverlierbarer Besitz der Schüler geworden sind, Die Lieder werden gelernt aus der Sammlung„Frau Musika“(Diesterweg, Frankfurt a. M.).
h) Schulspeisung.
Die Schüler haben Gelegenheit, in der Pause nach der 2. Stunde ein warmes Frühstück(1 Brötchen und ab- wechselnd 1 Becher Milch und Kakao) einzunehmen, das von der Städtischen Schulkinderspeisung verabfolgt wird. Für dieses Arühstück hatten die Schüler(je nach dem Einkommen des Vaters) monatlich zu zahlen: 0,70 RM., 1,40 RM., 2 80 RM.
i) Gesundheitszustand und schulärztliche Aufsicht.
Der Gesundheitszustand unserer Schüler war— auch während der sehr kalten Wintermonate und der Grippezeit— im allgemeinen gut. Einige Schüler mußten sich Operationen unterwerfen, die glücklich verliefen.
Herr Sanitätsrat Dr. Schlesinger, unser Schularzt, untersuchte im Beisein des Klassenleiters: am 28. April die Sextaner(zugleich in Anwesenheit der Eltern), am 25. und 27. Juni die Untersekundaner, am 6. November die Ober- sekundaner, am 9. November die Unterprinaner, am 4. Dezember die Quartaner, am 14. Dezember die Quintaner, am 25, und 26. März die Untertertianer, Herr Stadtmedizinalrat Dr. Hagen hielt am 2. März unseren Abiturienten einen belehrenden Vortrag.
Sprechstunde des Schularztes: jeden Monta g um 4 ½ Uhr nachmittags in der Königswarterstraße 26. Die Schulzahnärztin Fräulein Dr. Lewison untersuchte am 24. Mai und am 6. Juni die Zähne sämtlicher Schüler.
Die Eltern haben Gelegenheit, die Zähne ihrer Kinder in der Städtischen Schulzahnklinik unentgeltlich behandeln zu assen.
k) Schulgeld, Freistellen und Hilfsbücherei. Das Schulgeld betrug jährlich 180 RM. für Einheimische, 225 RM. für Auswärtige.
Der Schulausschuß für die höheren Schulen gewährte 87 Schülern ganze und 6 Schülern halbe Freistellen. Außer- dem wurde 6 Schülern eine Erziehungsbeihilfe gewährt.— Alle Schüler, die eine Freistelle haben, können auch freie Lehrmittel(Bücher und Hefte) erhalten, Besonders bedürftige Schüler, denen keine Freistelle ge- währt wurde, können freie Hefte bekommen.
Die Bestände der Hilfsbücherei, deren Verwaltung Herr Studienrat Dr. L. Stahl übernommen hat, konnten dank der zur Verfügung stehenden Mittel beträchtlich erweitert werden. Die Hilfsbücherei steht inerster Linie den Freischülern zur Verfügung, die ihre Schulbücher kostenlos entleihen können, Für die übrigen Schüler ist die Leihgebühr auf ein Fünftel des Buchpreises für das Schuljahr bemessen. Von Schülern, deren Eltern in guten Verhältnissen leben, darf erwartet werden, daß sie ihren Bedarf an Schulbüchern im Buchhandel decken. Auch ist den Schülern zu empfehlen, solche Bücher, die mehrere Jahre hindurch gebraucht und zu Wiederholungen im Unter- richt häufiger herangezogen werden, sich möglichst auf eigene Kosten im Buchhandel zu beschaffen,— Schonende Behandlung und pünktliche Rücklieferung der aus der Hilfsbücherei entliehenen Bücher muß Ehren- pflicht jedes Klingerschülers sein,
1) Theaterbesuch.
Die Stadt stellte in dankenswerter Weise der Schule 115 RM. zur Verfügung, um bedürftigen und würdigen Schülern den Besuch der Städtischen Theater zu ermöglichen. So konnten im Winter über 30 Schüler der Klassen Obertertia bis Oberprima eine Anzahl Vorstellungen des Opern- oder des Schauspielhauses besuchen.
m) Tanzkursus. 16 Unterprimaner beteiligten sich mit einer Anzahl Herderschülerinnen an einem Tanzkursus, der während des Winters
in der Herderschule unter Leitung der Tanzlehrerin Frau Feretty abgehalten wurde,
n) Schulsparkasse.
Vor 3 Jahren haben wir eine Schulsparkasse eingerichtet. An jedem Montag werden vom Schulhausverwalter Sparmarken an die Schüler verkauft. Wir bitten die Eltern, uns in unseren Bemühungen zu unterstützen und ihre Söhne zu eifrigem Sparen l(auch für den Landheimaufenthalt!) anzuhalten.
0) Berufsberatung.
Lehrer und Direktor sind gern bereit, die Eltern bei der Wahl eines Berufes für ihre Söhne zu beraten. Das Städtische Berufsamt(Gr. Gallusstraße 17) erteilt ebenfalls jede Auskunft und vermittelt auch Lehrstellen in
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