Jahrgang 
1914
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Zur Feier der 100 jährigen Wiederkehr der Schlacht bei Leipzig hatte der Direktor die Festrede übernommen. Anknüpfend an die von ihm als Quintaner mit- erlebte Feier des 18. Oktober 1863 suchte er auf Grund alter Familienerinnerungen die Zeit der schweren Not den Schülern vor Augen zu führen, um sie recht verstehen zu lernen, was unser Vaterland der glorreichen Erhebung von 1813 und den Helden- taten der Vorfahren verdankt. Einige Schüler trugen Gedichte von Rückert, Körner und E. M. Arndt vor. Der Gesangchor erfreute die Schulgemeinde mit passenden Chören und schloß die hoffentlich für immer eindrucksvolle Feier mit dem niederländischen Dankgebet, zu dem Herr Weimar die Orchesterbegleitung gesetzt hatte. Von der vorgesetzten Behörde waren uns sieben Prämienbücher gesandt worden. Um von jeder Klasse einen Schüler auszeichnen zu können, hatte das Lehrerkollegium be- schlossen, aus einer dem Direktor zur Verfügung stehenden kleinen Kasse noch weitere Bücher anzuschaffen. Folgende Schüler erhielten Prämien: F. Birk Iia, A. Scheuermann Iib, H. Farnung lza, W. Gerhard I=b, P. Heck IIra, H. Schreiber IIib, D. Liebrecht Ilea, R. Persch IIzb, A. Jöckel IIlra, W. Wirth IIlib, W. Krauß IIIza, R. Guthmann IIleb, H. Ebertshäuser IVa, W. Stauder- ulann IVb, F. Hohmann Va, G. Klepper Vb, K. Schichtel VIa, P. Fleisch- mann VIb. An der am gleichen Tage auf dem Römerberg stattfindenden allgemeinen Feier war unsere Schule durch eine Abordnung von drei Schülern mit der Fahne vertreten.

Am Geburtstage Sr. Majestät hielt Herr Professor Sch wab die Festrede und entwarf, gleichfalls anknüpfend an die Zeit vor 100 Jahren, ein lebensvolles Bild des Feldmarschalls Blücher. Auch hier hatte sich unser Herr Gesanglehrer durch die Instrumentierung eines Orchestersatzes zu dem Liede»Was blasen die Trompeten verdient gemacht. Die für diesen Tag uns überwiesene Prämie erhielt der Unter- primaner Jungmann.

Außzer diesen lediglich patriotischen Feiern wurde am 10. Juni in gewohnter Weise das Maifest begangen Die Irb, die unter Führung ihres Klassenlehrers, Professors Dr. Wislicenus, in den Osterferien schon eine dreitägige Fahrt in den Hoch- spessart unternommen hatte, ging zum Maifest zwei Tage in den Odenwald. Man marschierte von Obernburg über Neustadt nach Reinhorn und Breitenbrunn. Dort, wurde übernachtet. Der nächste Tag führte mit vielen behaglichen Rasten nach Zell, von wo die Rückfahrt angetreten wurde. Während der Herbstferien wurde eine eintägige Fahrt nach der Ronneburg gemacht, die eingehend besichtigt wurde.

Einen außerordentlich starken Besuch seitens der Eltern und früherer Schüler brachte uns die Feier des Sedantages, die wir nach den Erfahrungen des letzten Jahres auf den Nachmittag verlegt hatten. Unter den Klängen der Musikkapelle der städtischen Feuerwehr marschierten die Schüler nach dem uns von Herrn Ge- heimrat von Weinberg wiederum gütigst überlassenen Ubungsplatz des Polo- klubs, begleitet von zahlreichen Eltern und Freunden der Anstalt. Als wir auf dem so herrlich im Walde gelegenen Festplatze ankamen, fanden wir die große Tribüne von Eltern schon fast voll besetzt. Pünktlich um 3 ¼ Uhr begannen nach einem von dem Chore vorgetragenen Liede die turnerischen Vorführungen und Spiele, die