Jahrgang 
1914
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Nicht weniger erschüttert wurden wir durch den plötzlichen Tod einer der jüngsten unserer Schülerinnen. Edith Baer, eine liebe, herzige Kleine aus dem ersten Schuljahr wurde uns nach kurzer Krankheit entrissen. War sie auch erst ¼ Jahr in der Schule, so hatte sie sich durch ihr liebes, zutrauliches Wesen und den Eifer, mit dem sie ihren Leh- rerinnen durch ihre Leistungen Freude zu machen suchte, schon das Herz aller erobert, die mit den grössten Erwartungen ihre Entwicklung beobachteten. Der Unterzeichnete gab an ihrer Bahre dem Schmerze der Schule und den Gefühlen der Trauer um den Verlust, den sie erlitten, Ausdruck. Möchten wir weiterhin vor solch schweren Schlägen des Schick- sals bewahrt bleiben!

Der Gesundheitszustand im Lehrerkollegium war leider kein guter. Wir haben fast keinen Tag in den letzten 10 Monaten des Schuljahrs gehabt, an dem das ganze Kollegium sein Amt versehen konnte, oft aber waren es sogar 4 oder 5 Kollegen oder Kolleginnen, die zugleich der Schule fernbleiben mussten, und es bedurfte der ganzen Hingebung der Gesunden, um den Unterricht einigermaßen ordnungsgemäss durchzuführen.

Die schriftliche Prüfung der Abiturienten fand in den Tagen vom 3. 7. März statt, die mündliche unter Vorsitz des Unterzeichneten am 23. März 1914. Alle 26 Schüler be- standen, davon 13 unter Befreiung vom mündlichen Examen.

Der Verwaltung des Zoologischen Gartens sind wir zu verbindlichem Danke dafür verpflichtet, dass sie unseren Lehrern der Naturkunde sowie derjenigen Fächer, denen aus dem Besuche des Gartens eine Förderung im Unterrichte erwachsen kann, Karten zum freien Eintritt zur Verfügung gestellt hat, ferner dem Vorstand des Physikalischen Vereins für die den Schülern unserer Prima zu einigen Vorlesungen gewährten Eintrittskarten, sowie der Akademie, der Handelskammer und der Direktion der Stadtbibliothek für freundliche Zusendung ihrer Veröffentlichungen.