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II. Verfügungen der vorgesetzten Behörden.
29. April 1911. Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet Ministerialverfügung, laut welcher Schülerinnen, die nach einjährigem Besuch das Zeugnis über erfolgreichen Besuch der ersten Klasse nicht erhalten haben, dieses Zeugnis nach einem weiteren Halbjahr schon er- langen können.
6. Juli 1911. Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet eine Ministerialverfügung, die es verbietet, Schülerinnen, die kein Zeugnis über erfolgreichen Besuch der ersten Klasse einer höheren Mädchenschule besitzen, in die Oberlyzeen aufzunehmen.
8. Juli 1911. Königl. Prov.-Schulkollegium fragt an, ob die wünschenswerte Ein- richtung eines hauswirtschaftlichen Unterrichts in dem Oberlyzeum in absehbarer Zeit zu erwarten sei.
22. September 1911. Königl. Provinzial-Schulkollegium übersendet einen Ministerial- erlass, der die Kurzstunde auch für Knabenschulen genehmigt und Anweisungen über Zu- sammenlegung des Unterrichts auf den Vormittag, Schulanfang u. s. w. gibt.
28. Oktober 1911. Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet Ministerialerlass über Extemporalien und schriftliche Arbeiten.
12. Dezember 1911. Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet Verfügung, nach der vor Aufnahme in ein höheres Lehrerinnenseminar ein ärztliches Zeugnis beizubringen ist, dass die Schülerin allen Anforderungen gesundheitlich gewachsen ist.
20. Januar 1912. Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet Verfügung über das Pausenturnen.
15 Februar 1912. Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet Verfügung, laut welcher den bisber mit dem Namen„Höhere Mädchenschule“ benannten Anstalten die Bezeichnung Lyzeum, den Frauenschulen und höheren Lehrerinnenseminaren die Bezeichnung Oberlyzeum erteilt wird, während die früher„Gebobene Mädchenschulen“ u. a. genannten Schulen in Zukunft„Höhere Mädchenschulen“ heissen sollen.
III. Chronik der Schule.
Das Schuljahr begann am 21. April 1911 und schliesst am 25. März 1912.
Zu Beginn des Schuljahrs trat Herr Dr. Joseph Rösch als Hijlfslehrer in das Kollegium ein und übernahm 19 Stunden mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts. Zu Michaelis verliess Herr Wahl, der mehr als 30 Jahre lang im Nebenamt den grössten Teil des Gesangunterrichts erteilt hatte, die Anstalt, um sich nur noch seiner hauptamtlichen Tätigkeit an der Uhlandschule zu widmen. Es war uns leid, den bewährten Lehrer zu verlieren, aber der Gesundheitszustand des Kollegen, der von ihm Schonung verlangte, liess uns davon abstehen, in ihn zu dringen, seinen Unterricht weiter zu erteilen. Wir geben uns der Hoffnung hin, dass das Band, das Herrn Wahl mit der Schule ver-


