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Klassenlehrer: Prof. Dr. Laro.
b) Durchgenommene Pensen.
Pädagogik. Grundzüge der Psychologie, Erziehungslehre in psychologischer Ent- wicklung und Begründung. Die Unterweisung ging von der Beobachtung und Erfahrung aus, wozu die Beschäftigung der Schülerinnen im Kindergarten mannigfach Gelegenheit bot. Lektüre von pädagogischen Quellenschriften in ausgewählten Abschnitten von Walsemann und aus Försters„Jugendlehre“. 2 St. Isay.
Kindergartenunterweisung. a. praktisch: UÜbung im Volkskindergarten an 2 Vormittagen der Woche. Den Mädchen war hierbei Gelegenheit geboten, nach vorausge- gangener Unterweisung Abteilungen von je 25— 30 anzuleiten und nach Pestalozzi-Fröbel'scher Methode zu beschäftigen. Die jeweilig nicht mit dieser Anleitung betrauten Schülerinnen waren als Gehilfinnen tätig. Aufgaben und Ziele der zu erteilenden Anweisung mussten vorher in kurzen Ausarbeitungen angegeben werden.
b. theoretisch: Geschichte und Bedeutung des Kindergartenwesens. Besprechungen im Anschluss an praktische Erfahrungen in Bezug auf Kinderfehler, ihre Bestrafung und Verhütung. Jeder Schülerin wurde ein Beobachtungskind zuerteilt, über dessen körperliche und geistige Anlagen ein schriftlicher Bericht einzuliefern war.
c. technisch: Anleitung in den Fröbel'schen Beschäftigungen. 9 St. Werner.
Hygiene. Anatomie und Funktion der Organsysteme in Umrissen. Atmosphäre Wasser, Ernährung und Nahrungsmittel. Kleidung. Hautpflege. Wohnung. Schulhygiene. Übung einfacher Verbände, Wesen der Vergiftung, Infection, Desinfection. Impfung gegen Pocken. Spiel und Sport. Besichtigung eines Krankenhauses.(Klinik des Bethanien-Vereins am Prüfling). 2 St. Feuchtwanger.
Bürgerkunde. Es wurden folgende Themata besprochen: Familie, Gemeinde, Staat: ihre Bedeutung in wirtschaftlicher, geistiger und sittlicher Beziehung. Im Zusam- menhang mit der historischen Entwicklung und im Anschluss an die Verfassung des deutschen Reichs und Preussens die wichtigsten Behörden in Staat und Gemeinde; Volksvertretung, Selbstverwaltung.— Steuerwesen. Personenstand. Wichtige Grundsätze des Rechts und der Rechtsprechung. Rechtliche Stellung der Frau. Kinderschutz. Vormundschaftswesen. Fürsorgeerziehung.— Geschichtliche Entwicklung der Landwirtschaft, des Gewerbewesens, des Handels und Verkehrs. Wirtschaftliche und soziale Zeitfragen. 2 St. Breuer.
Relig ion(Hebräisch). Das Buch Ijob. Wöchentliche Durchsprache des Wochen- abschnitts. 2 St. Lange. Die Neunzehn Briefe. Ausgewählte Stücke aus dem Choreb und aus Hirsch's„Gesammelten Schriften“. Apologetische Abhandlungen. 2 St. Bondi.
Jüd. Geschichte. Vom Abschluss der Mischna bis auf die Gegenwart 1 St. Bondi.
Deutsch. Literatur: Wiederholung der mittelalterlichen und klassischen Literatur. Die Literatur des 19. Jahrhunderts wurde eingehend besprochen und an zahlreichen Proben erläutert. Es wurde hierbei Wert darauf gelegt, in Gruppenbildungen die Entwicklung der modernen Poesie zu zeigen und aus der Fülle der Erscheinungen die Haupttypen auszu- wählen. Mannigfache Vorträge aus diesem Gebiete dienten dazu, es den Mädchen bekannter zu machen und zugleich die Kunst der freien Rede zu pflegen.— Lekfüre: Torquato Tasso. Don Carlos. Frau vom Meere. Faust. Privatlektüre: Braut von Messina. Prinz von Homburg. Nibelungen. Herodes und Marianne. Brand. Die Literatur und die Lektüre


