Schulnachrichten.
Das Schuljahr, über das wir bei seinem Ablaufe zu berichten haben, sah die Schule ihrer stillen Berufsarbeit in fortschreitender Entwickelung hingegeben. Ihr neues Heim, für das die Benutzung ja erst zu einem endgültigen Urteile über seine Zweckmätßiigkeit berechtigt, hat diese Probe in jeder Beziehung glänzend bestanden. Auch die Heizung, für die eine Veränderung der Installation in den Sommermonaten ausgeführt wurde, hat sich nunmehr vollkommen bewährt. Ebenso lassen die Ventilation und die Beschaffenheit der Luft in sämtlichen Klassen nichts zu wünschen übrig. Durch das bei uns eingeführte combinirte Heizsystem der»Luft-Heißwasser- heizung« ist der übermäßigen Austrocknung der Luft, über welche bei der gewöhnlichen Luft- heizung so vielfach Klagen laut werden, von vorn herein vorgebeugt und freuen wir uns, dies auch durch unsere Erfahrung vollkommen bestätigt zu sehen.
Im Auftrage des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegen- heiten besuchte am 7. Oktober v. J. der Unterrichtsdirigent der Königlichen Turnlehrer-Bildungs- Anstalt zu Berlin, Herr Professor Dr. Euler unsere Schule, um von dem Stande und dem Be- trieb des Turnunterrichts an derselben Einsicht zu nehmen. Er sprach sich über die vorzüg-
lichen Turneiurichtungen sowie über die Haltung und die Leistungen der Schüler sehr be- friedigt aus.
Unser Lehrplan hat in Folge der Bestimmungen des vom Herrn Minister unterm 31. März 1882 angeordueten Normallehrplanes einige Veränderungen erfahren. Derselbe trat mit einigen unwesentlichen, vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium genehmigten Modi- fikationen mit Beginn des Wintersemesters in Kraft.
Von Veränderungen im Lehrerkollegium haben wir den Eintritt des Reallehrers Herrn Conrad Schmidt von der städtischen höheren Bürgerschule in Erfurt zu berichten.
Der Gesundheitsstand unserer Schüler war, trotz der vielfach in der Stadt herrschenden Kinderkrankheiten, gottlob ein durchaus befriedigender.
Weniger güustig war leider der Gesundheitsstand im Lehrerkollegium. Herr Dr. Mayer mulzte aus Gesundheitsrücksichten bald nach Beginn des Schuljahres beurlaubt und dieser Urlaub auch für das Wintersemester verlängert werden. Ebenso sah sich Herr Rönnberg qdurch ein rheumatisches Leiden während des letzten Quartals an der Erteilung des Unterrichts gehindert. Eine fernere Störung erlitt der Unterrichtsbetrieb dadurch, daß zu Beginn des Schuljahres Herr Dr. Portmann zu einer sechswöchentlichen und nach dessen Rückkehr Herr Schmidt zu einer achtwöchentlichen militärischen Dienstleistung einberufen wurden. Eine Befreiung war wegen des Offiziersranges der beiden Kollegen nicht zu erlangen. Die dadurch notwendig ge-


