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IlI. Zur Geſchichte der Anſtalt.
1. Veränderungen im Lehrerkollegium.
Über das Schuljahr 1911/12 iſt noch zu berichten, daß am Freitag, den 29. März, in unſerm Feſtſaal die Schlußfeier ſtattfand, in der unſre liebe und verehrte Mitarbeiterin, Fräulein Anna Steinebach, aus dem ſtädtiſchen Schuldienſt entlaſſen wurde, um in den Ruheſtand überzutreten. Der Unterzeichnete wies in ſeiner Anſprache auf die zahlreichen Verdienſte hin, die ſich Fräulein Steinebach um die Schule erworben hatte, und überreichte ihr im Auftrag des Unterrichtsminiſters Thomas v. Kempis, Von der Nachfolge Chriſti. Hierauf ſprach Fräulein Schreyer einige Abſchiedsworte im Namen der Lehrer und Lehrerinnen und übergab ihr als Geſchenk derſelben die Murilloſche Ma⸗ donna. Im Namen der katholiſchen Schülerinnen dankte Käta Schaub(la) ihrer verehrten Lehrerin und überreichte Blumen, während die VIb⸗Klaſſe, die Fräulein Steinebach im letzten Jahr ihrer Tätigkeit geführt hatte, ihr mit einer poetiſchen Anſprache den Kopf eines Kindes aus Marmor darbot. Alle Reden zeugten von der großen Liebe und Verehrung, die ſich Fräulein Steinebach in der Schul⸗ gemeinde erworben hatte.
Im Herbſt 1912 verließ uns die Oberlehrerin Fräulein Helene Reishaus, um eine Stelle an den Unterrichtsanſtalten des Kloſters St. Johannis anzunehmen. An ihre Stelle trat, zunächſt als wiſſenſchaftliche Hilfslehrerin, Fräulein Klara Hafkesbring, die über ihren Lebenslauf folgende Angaben macht:
„Ich wurde am 8. Februar 1886 in Crefeld als-Tochter des Großkaufmanns Heinrich Hafkes⸗ bring geboren. Von Oſtern 1892 bis Oktober 1901 beſuchte ich die höhere Mädchenſchule meiner Vaterſtadt, war 2 ½ Jahre lang in einem franzöſiſchen Penſionat in Vevey und beſuchte von Oſtern 1904/07 das Lehrerinnen⸗ ſeminar zu Düſſeldorf, wo ich Oſtern 1907 die Prüfung für höhere Mädchenſchulen beſtand. Danach war ich an verſchiedenen Schulen in England, Hamburg, Zörbig, Itzehoe, Crefeld und München⸗Gladbach vertretungs⸗ weiſe tätig. Im Oktober 1909 bezog ich die Univerſität Greifswald und verließ ſie im Auguſt 1912 nach be⸗ ſtandener Oberlehrerinnenprüfung.“
Mit dem 1. April d. Js. wird Fräulein Hafkesbring als Oberlehrerin angeſtellt.
Mit dem Schluß des Schuljahres ſcheidet die ordentliche Lehrerin Fräulein Berta Schreyer aus unſrer Mitte, um in den Ruheſtand zu treten. Wir laſſen ſie ſehr ungern von uns ziehen; ſchätzen wir ſie doch als eine ernſte, gewiſſenhafte, tief religiöſe Lehrerin und liebe Kollegin, die ihre ganze Kraft der Schule und den ihr anvertrauten Kindern widmete. Mit inniger Liebe umfaßte ſie die Kleinen und ſuchte ſie geiſtig und ſittlich in der rechten Weiſe zu fördern. Keine Mühe war ihr zu groß, und gerade die Schwächſten waren ihr am meiſten ans Herz gewachſen. Sie war ſtreng in ihren Anforderungen, gerecht in ihrem Urteil, aber alles wurde überſtrahlt von einem Herzen, das voll von Liebe für ihre Kinder war. Dieſe vergalten die ihnen entgegengebrachte Liebe und Treue in reichem Maße und ſuchten ihre geliebte Lehrerin auch noch auf, wenn ſie erwachſene Menſchen ge⸗ worden waren und einen eigenen Hausſtand gegründet hatten. Wo ſich Fräulein Schreyer im Kreiſe früherer Schülerinnen zeigte, da eilten dieſe auf ſie zu, um ihr Liebe und Verehrung zu bezeigen. Ihren Amtsgenoſſen war ſie eine treue Freundin und Helferin, jederzeit zur Hilfe bereit und ohne Falſch; ſie achteten in ihr die erfolgreiche Lehrerin und die ſittliche Perſönlichkeit. Fräulein Schreyer iſt am 20. Januar 1858 zu Frankfurt geboren, beſuchte das Inſtitut von Fräulein Valentin, trat Oſtern 1874 in das Seminar der Muſterſchule über und beſtand im Herbſt 1876 die Prüfung für


