Der Verein ehemaliger Humboldtſchülerinnen erledigte unter Leitung von Fräulein Wollſtätter folgendes Programm: 1911 am 6. November: Vortrag von Fräulein Joh. Grünebaum über„Eine Reiſe nach Venedig und an die öſterreichiſche Riviera“(mit Lichtbildern). „„ 11. Dezember: Bunter Abend, veranſtaltet von Mitgliedern. 1912„ 15. Januar: Vortrag von Herrn Profeſſor Lebkuchen über die„elektriſche Entladung“. „„ 29. Januar: Vortrag von Fräulein S. Jolowicz über„Die Frau als Sachwalterin ihres Vermögens“. „„ 10. Februar: Geſelliger Abend in der Loge Carl am Mozartplatz. 2„ 26. Februar: Winterfeſt der Humboldtſchule. 7„ 11. März: Vortrag des Herrn Profeſſors Ratzel„Aus dem Weſten Amerikas“(mit Lichtbildern).
4. Sonſtiges.
Im vergangenen Schuljahr wurde die Kurzſtunde und der Vormittagsunterricht durchgeführt; ferner war, abweichend vom bisherigen Gebrauch, der Schulanfang im ganzen Winterhalbjahr auf 8 Uhr feſtgeſetzt. Alle dieſe Neuerungen haben ſich im großen und ganzen bewährt, wenigſtens ſind uns von ſeiten der Eltern keine Klagen darüber zugegangen, und wir ſelbſt haben keine nachteiligen Folgen davon beobachtet. Die Anzahl der Befreiungen von einzelnen Unterrichtsgegenſtänden hat im letzten Schuljahr wieder zugenommen, ein Beweis, daß von den Eltern die Stundenzahl(im Höchſtfall 33) für zu hoch gehalten wird. Faſt regelmäßig bitten die Eltern um Befreiung vom Religionsunterricht für die Kinder, die den Konfirmandenunterricht beſuchen, was früher nur ganz ausnahmsweiſe ge— ſchehen iſt. Die Zahl der von einem oder mehreren Fächern befreiten Schülerinnen betrug im Sommer⸗ halbjahr 45, im Winterhalbjahr 60. Die Zahl der an den Turnſpielen teilnehmenden Schülerinnen iſt gegen das Vorjahr um 10(auf 160) geſtiegen. Daraus wurden 3 Spielabteilungen gebildet, die am Donnerstag unter der Leitung von Fräulein Wenzel, Strohecker und Meyerſohn auf der Hundswieſe und auf dem Schulhof ſpielten.
Wegen des Erweiterungsbaus der Humboldtſchule verweiſe ich auf den vorigen Jahresbericht; es hat ſich ſeitdem nur das geändert, daß die vom Magiſtrat wieder eingebrachte alte Vorlage von der Stadtverordnetenverſammlung im Februar d. Is. zum zweiten Mal abgelehnt worden iſt.
Für den Zeichen⸗, Geſang⸗ und Turnunterricht ſind beſondere Räume vorhanden und zweckentſprechend ausgeſtattet; auch für den Nadelarbeitsunterricht iſt im Laufe des letzten Sommerhalbjahres ein beſonderes Zimmer eingerichtet und mit 5 Nähmaſchinen verſchiedener Syſteme ausgerüſtet worden.
An dem diesjährigen Tanzkurſus unter der Leitung von Fräulein Humbert nahmen 35 Schülerinnen teil. Das Schlußkränzchen fand am 17. März ſtatt. Wir empfehlen den Eltern unſrer Schülerinnen dringend, ihre Töchter an dieſem Tanzkurſus teilnehmen zu laſſen; ſie handeln damit in ihrem eigenen Intereſſe und unterſtützen zugleich die Erziehungsarbeit der Schule.
Am Schluſſe des Schuljahres verlaſſen folgende Schülerinnen a) die Kaſſe la: Erna Buſch“*, Elſe Ferber, Luiſe Ferber, Frieda Filius, Lydia Georgi⸗, Eliſabeth Keller, Grete Lebkuchen, Nelly Lehn, Eliſabeth Münz*, Eliſabeth Neunhöffer, Eliſabeth Ott, Paula Prolliusr, Kätha Schaub, Leonie Schmerbach, Erika Schmid“,


