Jahrgang 
1912
Einzelbild herunterladen

7

ich als Erzieherin auf einem Gute in der Neumark tätig, Oſtern 1905 trat ich in den Schuldienſt der Stadt Frankfurt über. Ich wurde zunächſt an verſchiedenen Schulen vertretungsweiſe beſchäftigt und im Herbſt 1906 an der Anna-Schule angeſtellt. An dieſer Schule arbeitete ich bis zu meiner Berufung an die Humboldtſchule. Im Frühjahr 1910 hatte ich einen dreimonatigen Auslandsurlaub, den ich in Grenoble verbrachte.

Mit Oſtern d. J. verläßt uns die ordentliche Lehrerin Fräulein Anna Steinebach, um nach 36 jähriger Lehrtätigkeit in den Ruheſtand zu treten. 34 Jahre hat ſie mit Treue und Gewiſſenhaftig keit an der Humboldtſchule gewirkt, und viele Schülerinnen ſind durch ihre Hände gegangen. Aus⸗ geſtattet mit einem reichen Schatz des Wiſſens, hat ſie allezeit danach geſtrebt, den ihrer Obhut anver trauten Schülerinnen nicht nur Kenntniſſe zu übermitteln, ſondern ſie auch zu ſittlich tüchtigen Perſön⸗ lichkeiten zu erziehen, die ſich im Leben nicht durch den Schein, durch Flitter und Tand blenden laſſen, ſondern das Echte von dem Unechten zu unterſcheiden wiſſen. Nach der Mädchenſchulreform von 1894 wurde ſie zur Direktionsgehülfin ernannt und hat als ſolche dem Leiter der Anſtalt treu zur Seite geſtanden. Ihren Amtsgenoſſen gegenüber war ſie ſtets zur Hülfe bereit, und tüchtige, fleißige Schülerinnen hat ſie immer gern und bereitwillig gefördert. Wir ſehen ſie ungern aus unſrer Mitte ſcheiden, freuen uns aber, daß ſie räumlich nicht von uns getrennt wird. Mögen ihr noch recht viele Jahre ohne die Beſchwerden des Alters beſchert ſein! Sie kann verſichert ſein, daß wir an der Humboldtſchule ihr Andenken in Ehren halten werden.

Zu Oſtern d. J. tritt Fräulein Karoline Bathe als techniſche Hülfslehrerin in das Kollegium der Humboldtſchule ein; ſie berichtet über ihren Lebenslauf folgendes: 4

Karoline Bathe wurde 1889 als Tochter des Buchdruckereibeſitzers Chr. Bathe in Crefeld geboren. Sie beſuchte dort die neunklaſſige Mädchenſchule und ſpäter die Königliche Webeſchule. Danach weilte ſie zur weiteren Ausbildung 1 ½ Jahr in Frankfurt a. M. Im März 1908 ging ſie nach Bonn. Im Dezember legte ſie dort die Turn- und Schwimm-Prüfung ab und im März des nächſten Jahres in Eupen die Handarbeits Prüfung nach den neuen Beſtimmungen. Von Oſtern 1910 bis Oſtern 1912 war ſie am Schulz'ſchen Inſtitut

in Offenbach a. M. als techniſche Lehrerin angeſtellt.

Das Lehrerkollegium wird im nächſten Schuljahr aus folgenden Mitgliedern beſtehen:

Wohnung: 1. Dr. Karl Horn, Direktor....... Schulgebaude. Privatwohnung: Stallburgſtr. 25. 2. Prof. Oskar Bethge, Oberlehrer.... Frankfurt⸗Eſchersheim, Neumannſtraße 167. 3. Prof. Dr. Wilh. Ellmer, Oberlehrer... Holzhauſenſtraße 18.

4. Prof. Ernſt Heinzelmann,... Freudenberger Straße 27. 5. Prof. Wilhelm Geiſendörfer, Oberlehrer. Nibelungenallee 60.

6. Prof. Auguſt Ratzel, Oberlehrer.... Im Sachſenlager 8. 7. Guſtav Staudenmaier, Oberlehrer... Oberweg 42.

8. Dr. Ernſt Traub, Oberlehrer...... Im Sachſenlager 5. 9. Philipp Voll, Oberlehrer.. Hderweg 108.

10. Heinrich Börner, ordentlicher Lehrer... Morgenſternſtraße 38. 11. Johannes Beil,... RNotteckſtraße 7.

12. Paul Gerhard, Zeichenlehrer..... Scheidswaldſtraße 33. 13. Ferdinand Hofmann, Elementarlehrer.. Brückenſtraße 97.

14. Gertrud Ludwich, Oberlehrerin.... Parkſtraße 36.

15. Maria Haaſe,». Oberlindau 119.

16. Helene Reishaus, 2... VBornwieſenweg 37.

17. Anna Seßler, ordentliche Lehrerin... Adlerflychtſtraße 16.

3