Jahrgang 
1914
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II. Derfügungen der vorgeſetzten Behörden und des Kuratoriums der höheren Schulen.

Miniſterialerlaß vom 12. März 1913. S. M. der Uönig haben der Wahl des Oberlehrers Profeſſors Dr. Karl Auguſt hinſtorff zum Direktor der Herderſchule zu Frankfurt a. M. Seine Allerhöchſte Beſtätigung erteilt.

Verf. d. Ugl. Prov.⸗Schulkollegiums vom 20. März 1913. Die Einführung des Bibliſchen Leſe⸗ buchs CI und II von Schäfer⸗Krebs wird genehmigt.

Verf. des Kgl. Prov.⸗Schulkollegiums vom 2. Mai 1913. Herr Provinzialſchulrat Unruh über⸗ nimmt das Dezernat des nach Berlin verſetzten Herrn Provinzialſchulrats Dr. Borbein. Miniſterialerlaß vom 8. Juni 1913. Schülerinnen von Studienanſtalten, die aus irgend einem

Grunde zum Rücktritt in das Lyzeum genötigt ſind, können ſtets nur in die Lyzeumsklaſſe wieder aufgenommen werden, die nach dem Überſichtsplan zur Neuordnung des höheren Mädchenſchulweſens vom 18. Auguſt 1908 parallel mit der Studienanſtaltsklaſſe läuft, aus welcher der Austritt erfolgt. Dies gilt namentlich auch für ſolche Schülerinnen von Studien⸗ anſtalten, die beim Schluſſe des Schuljahrs die Reife zur Verſetzung in die nächſthöhere

Ulaſſe nicht erlangt haben und in das Lyzeum zurücktreten wollen.

Miniſterialerlaß vom 14. Juni 1913. Das den nach Frankreich in Stellung gehenden jungen Mädchen empfohleneNotadreſſenbüchlein trägt auf dem Außenumſchlag den TitelRat⸗ geber des Deutſchen Nationalvereins der Freundinnen junger Mädchen und iſt vom Bureau des Deutſchen Mational⸗Vorſtandes in Darmſtadt, Riesſtraße 123, herausgegeben.

Miniſterialerlaß vom 8. Auguſt 1913. Es wird an den Miniſterialerlaß vom 12. Februar 1906 erinnert, betreffend Belehrung der Schulkinder über die Gefahren, die mit der unvorſichtigen Annäherung an Kraftfahrzeuge für ſie verbunden ſind. Gleichzeitig iſt bei dieſen Belehrungen die Schuljugend dringend davor zu warnen, nach Araftwagen mit Sand, mit Steinen oder anderen Gegenſtänden zu werfen.

Verf. des Kuratoriums der höheren Schulen vom 1. Oktober 1913. Zur Beſetzung der neu geſchaffenen Oberlehrerſtelle an der herderſchule iſt der Probekandidat Dr. Walter Seehaußen gewählt worden.

III. Zur 6eſchichte der herderſchule.

Das neue Schuljahr begann am Donnerstag, den 3. April, um 8 Uhr morgens mit Aufnahmeprüfungen. Am folgenden Morgen um 8 ½ Uhr fand eine kurze Schulfeier in der Aula ſtatt. Der Direktor eröffnete das neue Schuljahr mit einer Anſprache an die Schülerinnen, von denen er die neu eintretenden begrüßte und durch hHandſchlag auf die Satzungen der Schule ver pflichtete. Gleichzeitig führte er den Oberlehrer Herrn R. Volger und die Oberlehrerin Frl. H. Bever in ihr neues Amt ein. Sie machen über ihren Lebens⸗ und Bildungsgang folgende Angaben:

Richard Volger, evangeliſchen Bekenntniſſes, wurde am 27. Auguſt 1877 zu Sibbeſſe im Kreiſe Gronau(Provinz Hannover) geboren. Er beſuchte das Üönigliche Gymnaſium zu Göttingen, beſtand Oſtern 1897 die Reifeprüfung und ſtudierte auf der Univerſität zu Göttingen Theologie und Philoſophie. Oſtern 1902 legte er die erſte und Oſtern 1905 die zweite theologiſche Prüfung zu hannover ab. In der Zeit zwiſchen dieſen beiden Prüfungen war er zeitweiſe als Leiter einer höheren Privatſchule tätig, ſpäter arbeitete er auch auf dem Gebiete der inneren Miſſion. Von Oſtern 1905 bis Oſtern 1900 war er wiſſenſchaftlicher hHilfslehrer an der Real ſchule zu Vohwinkel im Rheinland. Von hier aus unterzog er ſich vor der Königlichen Wiſſen⸗ ſchaftlichen Prüfungskommiſſion zu Göttingen der Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen und beſtand ſie am 6. November 1908(Religion, hebräiſch, Deutſch). Am 1. April 1909 wurde er als Oberlehrer an dem ſtädtiſchen Lyzeum zu Remſcheid angeſtellt. Zum 1. April 1913 über⸗ nahm er die Stelle eines Oberlehrers an der Derderſchule.