— 14— f. Die Einrichtung des künstlerischen und technischen Unterrichts.
Zeichnen.
Im Sinne der Richtlinien wurde im Zeichenunterricht das Gewicht auf eigenes Schaffen des Schülers gelegt. Dabei fielen gewisse Einschränkungen durch den Lehrplan weg. In Sekunda und Prima war den Schülern während des letzten Vierteljahrs die Auswahl der Gebiete frei- gestellt; so konnte auch das Linearzeichnen(Projektionslehre) geübt werden. Eine große Er- leichterung erfuhr der Unterricht durch die Einführung des von der Frankfurter Arbeitsgemein- schaft der Zeichenlehrer zusammengestellten„Frankfurter Schulfarbkastens“, Nachdem die Ver- dunkelungseinrichtung des Modellraumes im Werkunterricht hergestellt worden war, konnte der Zeichenunterricht durch Kunstbetrachtung im Lichtbild wesentlich gefördert werden.
Unterstufe: Phantasiegemäßes Gestalten und Gedächtnisbilder nach Pflanzen, Bauformen und anderen Gegenständen.
Mittelstufe: Räumliches Gestalten nach der Natur, aus der Vorstellung und dem Gedächt- nis. Kunstschrift.
Oberstufe: Gestalten der Bewegung nach Tieren im Zoologischen Garten. Pflanzen, Ver- schiedene Techniken(Malen, Zeichnen, Linolschnitte).
Im Zusammenhang mit dem Unterricht im Deutschen, der Geschichte und den Sprachen konnte den Schülern eine Ergänzung durch Bilder auf dem Wege der Kunstbetrachtung geboten werden. Es wurden dabei behandelt Werke des Altertums, der Gotik, der Renaissance, des Barocks und der Moderne.
Gelegentlich eines Wandertages konnte einer Unterprima ein Werk Peter Behrens'(Höchster Farbwerke) zugänglich gemacht werden., Gute Leistungen der Schüler werden am 7. und 8. April 1927 zur öffentlichen Besichtigung ausgelegt.
Gesang und Musik.
In der Sexta und Quinta wurden neben dem ein- und mehrstimmigen Liedgesang die für die Theorie vorgeschriebenen Stoffe geübt. Wanderlieder fanden dabei besondere Pflege. Aus- bildung in zweckmäßiger Atemtechnik und guter Ton- und Stimmbildung wurde nach Möglich- keit angestrebt. Einfache musikgeschichtliche Hinweise schlossen sich an die Behandlung des lebendigen Stoffes. Die Gesangschüler mit der Note„sehr gut' wurden(mit Genehmigung der Eltern) in den Chor aufgenommen,
Aus dem großen Chore wurde wie bisher ein Solo-Chor aus den besten und musikalisch sichersten Stimmen zusammengestellt. Der neu gebildete vierstimmige Knaben-Solo-Chor fand besondere Beachtung. Der Einzelgesang wurde im Unterricht wie auch bei öffentlichen Auffüh- rungen gepflegt.
Die Orchesterübungen wurden weiter ausgebaut, Besonders begabte Schüler wurden zu Dirigierübungen herangezogen. Das Orchester bestand aus 40 Schülern, Es wurde gespielt: Geige, Bratsche, Cello, Klavier, Harmonium, Flöte, Klarinette.
Im Chore a capella wurden insbesondere deutsche Volkslieder eingeübt. Der zeitgenössi- schen Musik wurde insofern Rechnung getragen, als der Knabenchor am 20, Februar im Saalbau Walter Braunfels Werk„Die Ammenuhr“ sang. Im Orchester wurde klassische wie auch Unter- haltungsmusik gespielt. Unter den vom Schüler-Orchester veranstalteten Konzerten befand sich


