Jahrgang 
1914
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Schulnachrichten.

Organisation der Handelsrealschule mit Höherer Handelsschule.

Das Schuljahr 1913/14 bedeutet für die Anstalt einen wichtigen Abschnitt in ihrer 1

Entwicklung. Denn sie bildet nunmehr, losgelöst aus dem Gesamtorganismus der städtischen Handelslehranstalt, eine in sich geschlossene Verwaltungseinheit. Innerhalb dieser Verwaltungseinheit stehen aber Handelsrealschule und Höhere Handelsschule selbst- ständig nebeneinander. Es drückt sich das schon darin aus, dass die Flandelsrealschule dem Kultusministerium und seitens der städtischen Schulverwaltung dem Kuratorium der höheren Schulen, die Höhere Handelsschule dagegen dem Ministerium für Handel und Ge- werbe und seitens der Stadt dem Schulvorstande der Fortbildungs- und Fachschulen untersteht. Leider sind die Versuche, für diesen nunmehr selbständigen Schulorganismus auch einen einheitlichen Namen nach dem Vorbild der anderen Frankfurter Schulen zu finden, bislang ergebnislos gewesen, so dass die Anstalt bis auf weiteres den in der Ueber- schrift wiedergegebenen, etwas schwerfälligen Titel führen wird.

Gegenüber den in den Kreisen der Frankfurter Bevölkerung noch vielfach ver- breiteten irrigen Anschauungen über das Wesen der Anstalt erscheint es nicht überflüssig, auch an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass die Handelsrealschule der Gruppe der sechsstufigen höheren Lehranstalten angehört. Ihr Lehrplan ist in den Klassen Séxta bis Quarta genau derselbe wie der der Normalrealschule; in den Klassen Untertertia bis Untersekunda weicht er von diesem durch die Einfügung kaufmännischer Unterrichts- fächer(25 St. wöchentlich) ab, behält aber im übrigen den Lehrplan der Normalreal- schule in so weit bei, dass den Abiturienten der Handelsrealschule der ev. Uebergang auf die Oberrealschule möglich ist- Die Berechtigungen der Handelsrealschule sind die gleichen wie die der andern Realschulen.

Die Höhere Handelsschule ist eine höhere kaufmännische Fachschule mit starkem allgemeinbildenden Einschlag; sie will ihre Schüler befähigen, auch die höchsten Stellungen im kaufmännischen Beruf auszufüllen. Sie setzt die Reife für die Obersekunda einer höheren Lehranstalt voraus und schliesst nach zweijährigem Kurs mit einer Reife prüfung ab.

Das Reifezeugnis berechtigt zum Studium an den Handelshochschulen in Frank- furt a. M., Köln, Mannheim, Zürich.*)

Ausserdem steht den Abiturienten der Höheren Handelsschule der Eintritt in die Marinezahlmeister- sowie in die Marineintendantur- und Werftverwaltungs-Sekretariats- laufbahn offen.

*) Von den Plandelshochschulen in Berlin und München steht die Entscheidung noch aus.