Jahrgang 
1912
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CHRONIK.

In das Lehrerkollegium der Handelsrealschule trat am 1. April Oberlehrer Dr. Richard KRitter ein, der schon in dem vorhergehenden Schuljahre während der Ableistung seines pädagogischen Probejahres mit der Verwaltung einer Oberlehrerstelle betraut war.

Richard Ritter, geb. am 14. April 1885 zu Frankfurt a. M., evangelischen Bekennt- nisses, besuchte nach dreijähriger Vorbereitung aut der Elementarschule von Ostern 1804 bis 1903 die humanistische Abteilung des Städt. Gymnasiums seiner Vaterstadt, des späteren Lessing- gymnasiums, studierte dann 1903 1907 in Bonn und Berlin Germanistik und neuere Sprachen. Im November 1907 wurde er auf Grund seiner Dissertation:Die Einleitungen der altdeutschen Epen in Bonn zum Doktor der Philosophie promoviert und bestand dort im November 1908 das Staats examen. Nachdem er sein Seminarjahr am Goethegymnasium zu Frankfurt a. M. abgeleistet hatte, wurde er während seines Probejahres als wissenschaftlicher Hilfslehrer an der Städt. Handelsreal- schule zu Frankfurt a. M. beschäftigt, an der er seit Ostern 1911 als Oberlehrer angestellt ist.

Am 1. April 1911 wurde Dr. Ernst Michels der Handelsrealschule zur Ab- leistung der zweiten Hälfte seines pädagogischen Probejahres überwiesen und zugleich als wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt. Er blieb in der gleichen Stellung auch nach Vollendung seines Probejahrs während des Winterhalbjahres. Zum I. Oktober wurde Dr. Heinrich Freiling der Handelsrealschule zur Ableistung seines pädagogischen Probejahres überwiesen.

Der katholische Religionsunterricht an der Handelsrealschule wurde für den an das Kgl. Kaiser Friedrich-Gymnasium berufenen Kaplan Wolf auf Vorschlag des bischöflichen Kommissariats dem Kaplan Stillger übertragen.

In das Lchrerkollegium der Mädchen-Handelsschule trat mit dem 1. April als ordent- liches Mitglied Fräulein Helene Hannes cin, die als Hilfslehrerin an der Schule schon seit Ostern 1908 tätig gewesen war.

Helene Hannes, geboren am 25. November 1878 zu München, besuchte von 1802 bis 1894 die Riemerschmidsche Hlandelsschule in München. Vom 1. August 1804 bis 31. Juli 1906 war sie in dem Kontor einer Münchner Fabrik praktisch tätig. Nachdem sie von 1006 bis 1007 das Handelslehrerinnenseminar in München besucht hatte, legte sie im Juli 1907 die Prüfung für landelslehrerinnen und im Oktober 1907 die Prüfung für das Lehramt der Stenographie ab. Seit April 1908 wirkte sie als Lehrerin an der Städtischen Handelslehranstalt in Frankfurt a. M.; ihre feste Anstellung erfolgte am 1. April 1911.

Die durch das Ausscheiden des Oberlehrers A. Schneider frei gewordene Stelle cines Handelslehrers und stellvertretenden Leiters der Handelsfachschule konnte in dem laufenden Schuljahre nicht besetzt werden. Die Leitung der Handelsfachschule lag daher ganz in den Händen des Direktors, während der Unterricht der vakanten Stelle von dem Lehrerkollegium der Handelsfachschule übernommen wurde.

Mit dem Beginn der Herbstferien schied Herr Michels infolge seiner Wahl zum Rektor der Strahlenbergschule in Oberrad aus dem Lehrerkollegium der Handelslehranstalt aus, dem er seit dem zweiten Jahre des Bestehens der Schule, Ostern 1904, angchört hatte. Die Schule verliert in ihm einen Lehrer, der mit voller Seele bei seiner Unterrichtstätigkeit war und seinen Schülern auch stets als Erzieher und Ratgeber zur Seite stand; dem Lehrerkollegium war er ein stets freundlicher, zu Rat und Tat jeder Zeit bereiter Nollege.

Als sein Nachfolger trat der Mittelschullehrer Gerhard Wix in das Lehrer- kollegium der Handelsfachschule ein.

Gerhard Wix, geboren am 22. April 1880 zu FHinsbeck, Bez. Düsseldorf, besuchte das Seminar zu Brühl und legte im Jahre 1001 die 1. Lehrerprüfung ab. Von 190203 genügte er