Jahrgang 
1912
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5. Reifeprüfung.

Die schriftliche Prüfung fand in der Zeit vom 10. bis 16. Februar statt.

Die mündliche Reifeprüfung fand am 29. Februar unter dem Vorsitz des Direktors als Kgl. Kommissars statt. Neun Prüflinge bestanden die Prüfung.

Themate der Prüfungsarbeiten.

l. Deutsch: Woraus erklärt sich Englands Eifersucht auf Deutschland?

2. Französisch: a) Uebersetzung: Der Tee; b) Korrespondenz:

1. Emil Dubert in Offenbach a. M. bietet Charpentier& Cie. in Paris, die lange nichts bei ihm bestellt haben, am 1. Februar 1912 verschiedene Arten feiner Lederwaren an, die er infolge günstiger Abschlüsse zu den angegebenen billigen Preisen verkaufen kann, und bittet um baldige und umfangreiche Bestellung nach beifolgenden Mustern. Er sichert ihnen sorgfältige Ausführung des Auf- trages zu, da er den Wunsch hat, dass sich der Geschäftsverkehr zwischen den beiden Firmen wieder lebhafter gestalten möge.

2. Charpentier& Cie. drücken in ihrer Antwort vom 5. Februar ebenfalls ihr Bedauern über die Unterbrechung der geschäftlichen Beziehungen aus, die durch die hohen Preise Duberts verursacht worden sei. Das übersandte Angebot veranlasst sie jedoch wieder mit ihm in Verbindung zu treten und mehrere Dutzend Portemonnaies, Brieftaschen und Zigarrenetuis zu bestellen; für dic Reisenecessaires, von denen er Muster eingesandt hat, haben sie zur Zeit keine Verwendung.

3. Englisch: a) Uebersetzung: Was unterGeschäft zu verstehen ist. b) Korrespondenz:

1. William Wickham& Sohn, London, bitten am 15. Februar 1912 Richard Müller& Co., Frank- furt a. M., um die neuesten Muster in feinen Lederwaren, Angabe der Lieferungsbedingungen und billigste Preisberechnung, da sie grosse Posten zu bestellen gedenken, wenn die Ware ihinen zu sagt. Sie berufen sich auf John Sinclair, Portsmouth.

2. Richard Müller& Co. fragen am 17. Februar bei John Sinclair wegen William Wickham & Sohn an. 3 3. John Sinclair antwortet am 20. Februar, dass die Firma vertrauenswürdig ist. Er selbst steht mit ihr seit 20 Jahren in Verbindung und hat ihr schon oft, bis zu Lstr. 3000, Kredit ge- geben. Die Auskunft wird als vertraulich und unverbindlich bezeichnet.

1. Kaufmännisches Rechnen:

1) Kalkulation über aus Hamburg bezogene 20 Ballen Bari-Mandeln: Brutto 2135 kg, Tara 1kg für 1 Ballen zu M. 105.50 für 50 kg, 50 Sack Reis: Brutto 5000 kg, Tara 50 kg zu M. 17,50 für 50 kg. Spesen in der Faktura: ½% Courtage, Versicherung 1% von M. 0500, kleine Spesen in DHamburg M. 24.35, Kommission 2 ½%, Spesen bei der Ankunft: Fracht M. 243.37, Zoll auf Mandeln Netto 2113 kg zu M. 30 für 100 kg, Zoll auf Reis Netto 4950 kg zu M. 4 für 100 r. Welches ist der Selbstkostenpreis jeder Ware für 50 kg? Haus gewicht der Mandeln Netto 2111 kg, des Reises Netto 4950 kg.

2) Ein Schweizer Exporteur hat nach London für Lstr. 156.18.9 per 15. August Waren ver- kauft. Er gibt seinem Bankier in Frankfurt den Auftrag, den Betrag zu entnehmen und den Rein- ertrag in kurzem Paris zu remittieren. Frankfurt zieht am 1. Juni die Tratte und begibt sie am selben Tage mit% Provision und ½% Courtage zum Kurse von 20.40(8 T. 3%); für den Einkauf