Jahrgang 
1905
Einzelbild herunterladen

10

Am 26. September: Die Rheinischen Glashütten in Cöln(Fabrikation von Hohlglas, Kunstglas, gemaltem Kathedralglas, Hartglas, Preſiglas; Glasschleiferei, Aetzerei).

Am 27. September: Die Fabriken von Lütgenau& Wiehager in Hückes- wagen(Wollspinnerei mit Mulemaschinen und Ringspindeln, Weberei, Färberei); die Fabriken der Firma Hardt, Pocorny& Cie. in Dahlhausen,(Spinnerei von Streichgarn und Cheviotkamm garn, Herstellung und Verwendung von Kunstwolle).

Am 28. September: Die Teppichfabrik von Vorwerk& Cie. in Barmen,(Weberei, mechanische Knüpferei, Doppelweberei, Herstellung der Jacquard-Karten); die Riemendreherei und Spitzenfabrik von Kaiser& Dick in Barmen,(Spitzen, Litzen, Bandweberei) und dasZwillingswerk von J. A. Henckels in Solingen(Tiegelgußstahl, Messer, Scheren u. a., galvanische Vergoldung. Versilberung und Vernickelung, Gravieren, Ciselieren durch Abziehbilder, Aetzen, Prüfung der Waren, Schreinerei, sanitäre Vorkehrungen).

Am 29. September: Die Rheinische Spiegelglas-Fabrik in Eckamp bei Düsseldorf(Produktion monatlich 20.000 qm, Betrieb durchwegs elektrisch), das Röhren- und Eisenwalzwerk in Düsseldorf(Martinöfen, Puddelöfen) und die Eisen- und Drahtindustrie daselbst(Draht, Drahtstiften, Drahtseile mit und ohne Hanfseele, Verzinken).

Am 30. September: Die Steinkohlenzeche Neumühl(Einfahrt in die Grube, Besichtigung der Wasch- und Kokereianlagen), die Hütte Phönix in Ruhrort,(Hoch- öfen, Bessemerei u. s. w., Walzwerke, elektromagnetischer Krahn von 4 t Tragkraft) und der Hafen von Ruhrort.

Am 1. Oktober: Die Höhere Webeschule und die Färberei- und Appretur- schule(Gewebemuseum, Webstühle aller Art, Gewinnung der Rohseide, Stickmaschinen, Einfädelmaschinen u. s. w.) in Crefeld.

Am 2. Oktober: Der DampferPreußen des Norddeutschen Lloyd in Antwerpen und die durch eine Feuersbrunst zerstörten Petroleumtanks in Hoboken.

Am 3. Oktober: Der Hafen von Antwerpen mit seinen Dockanlagen und den Erweiterungsarbeiten.(Führung durch einen Beamten des Kaiserlich deutschen General- Konsulates und einen belgischen Ingenieur).

Am 4. Oktober: Ostende(Hafen, Strand, Seefahrt in einer Fischerbarke). Am 5. Oktober: Brüssel(Historische Plätze, Justizpalast, Botanischer Garten u. s. W.)

Am 6. Oktober: Die Rheinischen Nadelfabriken und die Nadelfabrik von L. Beissel in Aachen(Nähnadeln, Maschinennadeln, Stecknadeln mit Messing- köpfchen, Glasköpfchen und Glasfiguren, Hutnadeln).

Am 7. Oktober: Die Baumwollspinnerei und-weberei in Cöln, die Sektkellerei von C. A. Kupferberg in Mainz und die Lederfabrik von R. Ihm daselbst(Leder für Portefeuilles, Bucheinbände und Möbel).

Am Abend dieses Tages langten alle Teilnehmer an der Studienreise gesund in Frankfurt an, obwohl die Anstrengungen auf derselben nicht gering gewesen waren. Für den Unterricht in der Technologie bedeutet diese Reise eine geradezu hervorragende Förderung, da die Schüler eine große Reihe von Industrien und Etablissements aus eigener Anschauung kennen lernten und der bpegleitende Fachlehrer im stande war, viele photographische Auf- nahmen zu machen, die in Form der Diapositive wiederum dem Unterricht zu gute kommen. Die Erweiterung der Kenntnisse, der Einblick in die Großindustrie und in moderneingerichtete Betriebeist für die Schüler ein Gewinn für ihr ganzesspäteres Berufsleben.