Jahrgang 
1905
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Chronik.

Das Schuljahr, das am 20. April mit der Prüfung der zur Aufnahme angemeldeten Schüler und Schülerinnen eröffnet wurde, bedeutete die zweite Stufe in der Entwicklung der Anstalt: in der höheren Handelsschule wurde der Lehrplan nunmehr auch in der I. Klasse bestimmungsgemäß durchgeführt:; in der Handelsrealschule und der Handelsfachschule wurden die zweiten Klassen angegliedert; in der Mädchenabteilung gelangte die Handelsschule mit zweijährigem Lehrgange zur Eröffnung.

Infolge dieses weiteren Ausbaues traten Ostern 1904 die Herren Oberlehrer Lebkuchen. Koeppen und Dr. Kraus Il und die Herren Handelsschullehrer Eifler. Michels. Keuchel und Oberbach als neue ständige Mitarbeiter in das Kollegium ein. Ueber ihren Bildungsgang berichten diese neuen Amtsgenossen folgendes:

dortige Dorotheen-

1. Georg Koeppen. am 11. Oktober 1865 in Berlin geboren. Zeus nise ſer Reife

städtische Realgymnasium von der Vorschule bis zur Prima, die er Michaelis 1883 mit verließ. Er studierte darauf an der Universität seiner Vaterstadt rom anist he un Sern erwarb November 1889 die facultas docendi für Deutsch. Franzòsisch und Englisch. späterhin auch für dSie due Die beiden Probejahre leistete er von Ostern 1890 1892 am verei inigten Gy mnasi um und Realgymnasium zu Prenzlau, und am Sophien-Realgymnasium zu Berlin ab. Nachdem er an der jetzteren Anstalt sowie an anderen dortigen städtischen höheren Schulen einige Jahre als Hilfslehrer tätig gewesen, wurde er der VI. Realschule als Oberlehrer überwiesen. Seit Michaelis 1891 unterrichtete er auch an den Fortbildungsschulen der Kaufmann- schaft zu Berlin. Ostern 1904 trat er an die Städtische Handelslehranstalt zu Frankfurt a. M. über

2. Adolf Lebkuchen. geboren den 4. Dezember 1868 zu Heidelberg. besuchte das Gyͤmnasium zu Mannheim und studierte in den Jahren 1887 1891 an den Hochschulen zu Heidelberg und Freiburg. Im Jahre 1891 bestand er die badische Staatsprüfung für das höhere Lehramt und erwarb sich die Lehrbefähigung für Mathematik, Physik, Chemie und Geographis. Non 1891 1898 als Lehramtspraktikant in der Ober-Realschule in Mannheim verwendet, wurde er im September 1898 zum Professor an dieser Anstalt ernannt. Am I. April 1904 nahm er seine Entlassung aus dem badischen Staatsdienste, um die Stelle eines Oberlehrers an der Städtischen Handelslehranstalt zu Frankfurt a. M. anzutreten.

3. Joseph Kraus, geboren am 10 Mai 1863 zu Heidesheim bei Mainz, besuchte das Lehrerseminar zu Bensheim von 1879 82 und fand dann Verwendung als Lehrer in verschiedenen Orten Hessens. Anouan in Mainz. Im Frühjahr 1894 wurde ihm von der hessischen Regierung zum Zweck der praktischen Erlernung der englischen und französischen Sprache ein 2-jähriger Urlaub gewährt. Er verbrachte diese Zeit in London. Ramsgate, wo er an einer Handelsschule tätig war, und in Paris. Im Herbst 1897 bestand er am Realgymnasium zu Mainz die Reifeprüfung als Externer und verliess darauf den hessischen Schuldienst, um an den Universitäten Berlin und Giessen von 1897 1901 neuere Sprachen zu studieren. An letzterer Universität promovierte er mit einer französischen Arbeit, betitelt:Beiträge zur Kenntnis der Mundart der nordöstlichen Champasne im 18. und 14. Jahrhundert und erwarb sich Sommer 1901 die facultas docendi für Französisch. Englisch und Deutsch. Am 9. September 1901 fand er provisorische Verwendung am Realgymnasium und der Oberrealschule zu Mainz: am 1. Juli 1902 wurde er zum Oberlehrer an denselben Anstalten ernannt. In dieser Stellung verblieb er bis zum 1. April 1904, dem Tage seines Dienstantritts an der Städtischen Handelslehranstalt in Frankfurt a. M.

4. Karl Eifler. geboren am 4. April 1868 zu Wassenach(Kreis Maven)], trat 1885 in das Lehrer- seminar zu Kempen a. Rhein ein und legte dortselbst 1888 die erste und 1892 die zweite Lehrerprüfung ab. Vom 1. April 1899 an wirkte er an der Volksschule zu Duisburg. An der städtischen Handelsschule zu Duisburg war er seit Ostern 1900 tätig. Im Herbst 1901 und im Frühjahr 1902 nahm er teil an den vom Herrn Minister für Handel und Gewerbe veranstalteten Kursen zur Ausbildung von Lehrern an kaufmännischen Unterrichts- anstalten. In der Folgezeit hielt er im Auftrage der Duisburger Handelskammer Kurse für Selbständige Kauf- leute und Gehilfen im höheren kaufmännischen Rechnen und in der doppelten Buchhaltung ab und leitete ferner einen von der städtischen Schulverwaltung eingerichteten Kursus in doppelter Buchhaltung für Lehrer.

5. Emil Keuchel. geboren am 20. September 1870 zu Krickehnen O.-Pr., besuchte die Schule zu Taplecken O.-Pr. und bereitete sich privatim für das Seminar vor. Er absolvierte 1887 1890 das Kgl. Schullehrer- Seminar zu Waldau O.-Pr., machte 1890 und 1892 die vorgeschriebenen Lehrerprüfungen und war bis 1896 im Volksschuldienst tätig. Durch Selbststudium und praktische Arbeit in kaufmännischen Geschäften bereitete er sich für die Stellung eines Lehrers der Handelswissenschaften vor und wirkte bis zu seiner Berufung nach Frankfurt a. M.(1. April 1904) als Handelslehrer an der kaufmännischen Fortbildungsschule derKorporation der Kaufmannschaft zu Berlin, sowie an Berliner Privathandelsschulen. Von ihm erschienHilfsbuch für den Unterricht in der doppelten und einfachen Buchführung, sowie in Gemeinschaft mit Herrn OberbachWirtschafts- und Handelsgeographie.

6. Philipp Michels, geboren am 23. November 1868 zu Frauenstein bei Wiesbaden. besuchte von 1885 bis 1889 die Pr räparandenaustalt und das Lehrer-Seminar zu Montabaur. Nachdem er im Jahre 1892 die zweite Lehrerprüfung bestanden, beschäftigte er sich mit dem Studium der französischen und englischen Sprache