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Herr Zeichenlehrer Thielmann wurde durch schwere Erkrankung und deren Nachwehen vom 19. Mai bis zur Mitte des dritten Quartals der Schule ferngehalten und konnte erst allmählich die volle Last seines Unterrichts wieder übernehmen; für seine Vertretung ist die Anstalt Herrn Kunstmaler A. Grätz zu Dank verpflichtet.
Herr Professor Dr. Merian-Genast mußte fast während des ganzen Sommerhalbjahrs seinen Unterricht aussetzen und auch seither noch von einem Teil seiner Stunden entlastet werden; ihn vertraten die Herren cand. sem. Schönewolf, Silomon, Wirbelauer, Wendhausen und der Direktor.
Einer dauernden Erleichterung nach mehrwöchiger Erkrankung bedurfte auch Herr Professor Hauschild; sie wurde ihm zuteil, indem einen Teil seines Unterrichts die Herren cand. prob. Schroeder von der Adler- flychtschule und cand. sem. Schäfer übernahmen.—
Als Preis der Bopp-Stiftung zum Gedächtnis des Herrn Prof. Karl Bopp wurde dem Abiturienten Edgar Salin bei der Progressionsfeier 1910 Czubers Wahrscheinlichkeitsrechnung überreicht.—
Herr Dr. med. Sachs hielt am 14. Februar d. J. vor den Abiturienten einen Vortrag über die sexuellen Gefahren der Freiheit, wofür ihm der Berichterstatter auch an dieser Stelle seinen herzlichen Dank ausspricht.
2. Das Königliche Pädagogische Seminar.
Dem Pädagogischen Seminar gehörten im Berichtsjahre an die Herren: Dr. Hans Keyl, Dr. Ottmar Schäfer, Karl Schlimm, Dr. Wilhelm Schönewolf, Dr. Johannes Silomon, Otto Wirbelauer.
Als ständige Lehrer waren außer dem Direktor die Herren Professoren Dr. Banner, Dr. Schmedes und Dr. Weismantel tätig. Herr Geh. und Ober-Regierungsrat Dr. Paehler unterzog am 23. Februar das Seminar einer eingehenden Revision.
Leider mußte Herr Dr. Schönewolf, der mit schon geschwächter Gesundheit in das Seminar eintrat, bald wegen Erkrankung die Teilnahme an den Übungen aufgeben; er starb nach längerem Leiden am 11. November 1910. Durch seine Pflichttreue und die bescheidene Zurückhaltung seines Wesens war er uns allen besonders wert. Am 13. November gaben wir ihm auf dem Friedhofe zu Fechenheim das letzte Geleit.
3. Revisionen und Prüfungen.
Die schriftliche Reifeprüfung des Ostertermins 1911 fiel in die Tage vom 6.—11. Februar, die mündliche fand vom 9.— 11. März unter dem Vorsitz des Direktors statt. Als Vertreter des Kuratoriums wohnte der Prüfung Herr Stadtrat Dr. Ziehen bei.
In die Reifeprüfung traten 30 Oberprimaner ein, von denen sie 27 bestanden.
Herr Geh. Konsistorialrat Kayser unterzog am 14. März den evangelischen Religionsunterricht einer Revision, indem er dem Unterricht sämtlicher evangelischer Religionslehrer beiwohnte.
4. Schulfestlichkeiten.
Bei den Festen der Anstalt wirkte auch im verflossenen Schuljahre der von Herrn Professor Dr. Wünnenberg geleitete Orchesterverein mit. Die einzelnen Instrumente waren wie folgt besetzt:
Violine: Sternberg OIa, Knecht UIa, Altstadt UIa, Sulzbach OIIa, Lemmé 0II a, Gotthilf OIIb, Münz OIIb, Günther OIIa, Stipp UIIa, Girgensochn UIIa, Parrisius UIIb, Freund O III a, Höring UIIIb. — Bratsche: Kloos OTa, Schrader UIa.— Violoncell: Mayer OIb, Jassoy IVb, Wolff IV b.— Kontrabaß: Schleußner UIIb.— Flöte: Sondheimer U IIIa, Strauch UIIIb, Girgensohn IV a.— Klarinette: Ellinger UIIIb, Bermann UIII b.— Prom pete: Färber OIIa, Walther OIIa.— Posaune: Schöll UIIa.— Pauken: Herz-Mills OIIb.— Große Trommel: Joseph UIIa.— Kleine Trommel: Solm IV b.— Triangel: Schmitt IVb.— Klavier: Schmidt-Fellner OIa.— Harmonium: Giebel UI a, Donner OIII b.
Am 9. und 10. Dezember fand eine kleine musikalisch-dramatische Auffährung statt, bei der wir zahl- reiche Angehörige unserer Schüler und Freunde der Austalt in unserer Aula begrüßen durften. Herr Oberlehrer Dr. Hahn hatte den dramatischen, Herr Professor Dr. Wünnenberg den musikalischen Teil unter großen Opfern an Zeit und Arbeit vorbereitet; ihre Mühe belohnte sich durch freundlichste Aufnahme des von den Schülern Geleisteten. Ich lasse das Programm folgen:


