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3. öbersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres 1908/09 erledigten Lehraufgaben.
Oberprima. Ordinarius der Abt. A: Oberlehrer Dr. Burkhardt. B: Oberlehrer Dr. Drüner.
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Religionslehre. a) Evangelische: Kirchengeschichte der neueren Zeit. Römerbrief in Auswahl. Wiederholungen. Jesus und seine Predigt vom Gottesreiche. In B: Luthers Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen und die Confessio Angustana. Jakobusbrief in Auswahl(in Abt. B). 2 St. Abt. A: Drüner; Abt. B: Kniebe. b) Katholische(Prima): Glaubens- und Sittenlehre nach dem Lehrbuche von König. 2 St. Gander.— c) Jüdische (Prima): Aus der systematischen Religionslehre.— Religionsgeschichte von Mendelssohn bis zur Gegenwart. 2 St. Seligmann.
Deutsch. Abt. A: Shakespeare, Hamlet; Goethe, Dichtung und Wahrheit(Auswahl), Götz, Clavigo, Werther, Iphigenie, Gedichte; Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte (Auswahl); Schiller, Jugenddramen, Gedankenlyrik; Grillparzer, das goldene Vließ.
Abt. B: Shakespeare, Macbeth; Goethe, Dichtung und Wahrheit B. 1— 15, Von deutscher Baukunst, Götter, Helden und Wieland, Clavigo, Iphigenie, Gedichte, Werther; Schiller, Jugenddramen, Demetrius. Ubersicht über die Literaturgeschichte von 1770— 1832.
Vorträge. 8 Aufsätze. 3 St. Abt. A: Kniebe; Abt. B: Schmedes.
Themata der Aufsätze in A: 1. a) Wie beweist Lessing, daß Voltaire in seiner Mérope sich mit den Regeln nur abgefunden hat? b) Wie bewährt Lessing an seinem Tempelherrn den Satz: „Wir sind berechtigt, in allen Charakteren, die der Dichter ausbildet oder sich schafft, Ubereinstimmung und Absicht zu verlangen“? 2. Welche Bedeutung für seine künstlerische Entwicklung schreibt Goethe dem Leipziger Aufenthalt zu? 3. Wie spiegeln sich in der Lyrik des Horaz der perusinische, der sizilische und der aktische Krieg?(Klassenaufsatz.) 4. Die Zeitumgebung des Götz von Berlichingen in Goethes Drama. 5. Selbst- gewähltes Thema. 6. a) Warum kann man das Goethesche Wort:„Wo viel Licht ist, ist starker Schatten“, auf die Zeichnung Werthers anwenden? b) Werther und Weislingen. 7. Wie schildert Schiller in Kabale und Liebe den Absolutismus?(Klassenaufsatz.) 8. Inwiefern war das Unglück 1806/7 für Preußen zu dauerndem Segen?(Prüfungsaufsatz.)
Themata der Aufsätze in B: 1. Die Not als Erzieherin in Defoes Robinson. 2. Lykaon in Homers Ilias und Montgomery in Schillers Jungfrau von Orleans. 3. Wie zeigt sich an Macbeth die Wahrheit des Wortes:„Das eben ist der Fluch der bösen Tat, daß sie fortzeugend immer Böses muß gebären“?(Klassenaufsatz.) 4. Warum mußte Werther an den Klippen des Lebens scheitern, gleichviel auf welche er stieß? 5. Inwiefern sind Fiesko und seine Mitverschworenen typische Revolutionäre?(Klassen- aufsatz.) 6.„Euch, ihr Götter, gehört der Kaufmann; Güter zu suchen, geht er, doch an sein Schiff knüpfet das Gute sich an.“ 7. a) Warum hat die Geschichte Napoleon den Beinamen des Großen versagt? b) Ist der Ausgang des Sokrates tragisch? 8) Welche Bedeutung hat der Straßburger Aufenthalt für Goethes Entwicklung gehabt?(Prüfungsaufsatz.)
Latein. Abt. A: Ausgew. Briefe aus Ciceronischer Zeit; Auswahl aus Cic. de republica (1— VI) und Tacitus' Historien(I und ID; Tac. Agricola.
Abt. B: Auswahl aus Ciceros Briefen, Tacitus' Annalen XI— XV in Auswahl;
Livins XLIV und XLV in Auswahl. S. 3, W. 4 St. Abt. A: Burkhardt; Abt. B: Drüner.


