Jahrgang 
1906
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3. Übersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres 1905/1906 erledigten Lehraufgaben.

Vorbemerkung. Sämtliche Klassen haben den Frankfurter Lehrplan. Oberprima A. Ordinarius: Oberlehrer Dr. Vilmar.

Religion: a) Evangelische: Cbersicht über den Inhalt des Römerbriefes und Lektüre der wichtigsten Abschnitte aus cap. 1 8. Kirchengeschichte(Reformation, Orthodoxie, Pietismus, Rationalismus, Union, die Entwicklung der evangelischen Kirche im 19. Jahr- hundert). Glaubens- und Sittenlehre. Wiederholungen. 2 St. Weiß. b) Katholische (Prima): Glaubens- und Sittenlehre nach dem Lehrbuche von König. 2 St. Gander. c) Jüdische(Prima): Systematische Glaubenslehre. Leitende Hauptideen zum Ver- ständnis der jüdischen Geschichte. 2 St. Seligmann.

Deutsch: Goethes Leben und Wirken bis 1788, zunächst nach Dichtung und Wahrheit; die literarischen Strömungen seiner Zeit, soweit sie ihn berühren oder von ihm beeinflußt werden(Herder, Sturm und Drang). Goethes Jugendgedichte, erste Dramen, Werther, Götz, Clavigo, Egmont, seine Gedankenlyrik, Iphigenie, Tasso, Faust. Schillers Ent- wicklung, Räuber, Fiesco, Kabale und Liebe, Don Carlos(mit den Briefen über Don Carlos). Uber den Grund unseres Vergnügens an tragischen Gegenständen. Goethes und Schillers Zusammenwirken. Kleists Prinz von Homburg und Grillparzers Sappho. Freie Vorträge. 8 Aufsätze. 3 St. Vilmar.

Themata der Aufsätze: 1. Wie urteilt Schiller über Gustav Adolf in seiner Geschichte des 30 jährigen Krieges? 2. Frankfurt und seine Bewohner nach den ersten 6 Büchern von Dichtung und Wahrheit. 3. Friedrich der Große und das klassische Altertum. Nach den Briefen aus den Jahren 1756 bis 1763. 4. a) Welches ist die Bedeutung und Beziehung der Begriffe Idee, Ideal, Idealismus? b) Welche Spuren von Erlebnissen des Dichters finden sich in Goethes Clavigo?(Klassenaufsatz.) 5. a) Welcher Gegensatz in der Auffassung des Dramatischen zwischen den beiden Dichtern ergibt sich aus Schillers Egmontkritik? b) Karl I. von England und Ludwig XVI. von Frankreich. Ein Vergleich. 6. Wie zeigt sich das Wirken der Gottheit in Goethes Iphigenie?(Klassenaufsatz.) 7. Warum kann Napoleon I. der

Sohn der französischen Revolution genannt werden?(Klassenaufsatz.) 8. Wie läßt sich der Spruch: Preußens Heer, Preußens Ehr' aus der Geschichte des 19. Jahrhunderts beweisen?(Reifeprüfungsaufsatz.)

Latein: Lektüre: Prosa: Tacitus, Auswahl aus den Historien Buch IV. Germania. Cicero pro Archia, pro Murena und ausgewählte Briefe. Ubungen im unvorbereiteten Ubersetzen. Grammatik: Zusammenfassende Wiederholungen. Stilistische und synonymische Belehr- ungen. Wöchentlich eine schriftliche Arbeit. S. 5, W. 6 St. Römer. Dichter: Wieder- holung, Erweiterung und Abschluß der Horazlektüre in chronologischer und sachlicher

Griechisch: Lektüre: Homers Ilias, Buch XI-XXIV, im wesentlichen nach dem Kanon. VI 369 502. Euripides' Herakles. S. 3, W. 2 St. Bruhn. Platons Phaedon. Aus- wahl aus Thukydides, Buch I und II. Aus dem Lesebuch von Wilamowitz II 4. 5. Extemporierübungen aus Xenophons Hellenika. 4 St. Grammatische Wiederholungen im