Jahrgang 
1902
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3. Übersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres 1901/1902 erledigten Lehraufgaben.

Vorbemerkung. Sämtliche Klassen haben den Frankfurter Lehrplan. Oberprima. Klassenlehrer: Der Direktor.

Religionslehre: a) Evangelische: Abschnitte aus dem Römerbrief und Johannesevangelium; Ergänzung zur Kirchengeschichte. Glaubenslehre nach der Augsburger Konfession. 2 St. Hauschild. b) Katholische: Sittenlehre nach dem Lehrbuch von König. 2 St. Raab.

Deutsch: Goethes Entwicklung nach Dichtung und Wahrheit; im Anschluß an die Straß- burger Zeit: Herder; der Aufsatz über Shakespeare wurde gelesen und erklärt. Eine größere Anzahl von Goethes Gedichten wurden eingehend behandelt und auswendig gelernt, namentlich Prometheus, Grenzen der Menschheit, das Göttliche, Mahomets Gesang, Gesang der Geister. Die Jugenddramen wurden besprochen, Iphigenie und Tasso ein- gehend durchgenommen. Überblick über Schillers Entwicklung; im Anschluß daran Besprechung der Jugenddramen. Die Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen. wurden gelesen und erklärt. Schillers Gedankenlyrik, insbesondere Ideal und Leben. Goethes und Schillers Freundschaft. Außerdem wurden durchgenommen: Shakespeares Hamlet(in Verbindung mit Herders Aufsatz); von Grillparzer: Sappho und Medea; von Heinrich von Kleist: Prinz von Homburg; zum Schluß: Goethes Faust. Freie Vorträge der Schüler über selbstgewählte Themata. 3 St. Reinhardt.

Aufsätze: War Goethe berechtigt, als Motto dem ersten Teile seiner Lebensbeschreibung den Spruch voranzusetzen: 5 H* dapeis kv bb aldsösrat? 2. Die Wechselwirkung, die zwischen dem genialen Manne und seinen Zeitgenossen besteht, soll nach Goethes GedichtMahomets Gesang dargestellt und durch Beispiele erläutert werden.(Klassenaufsatz). 3. Wie erklärt sich die Einheit der Handlung, des Ortes und der Zeit im griechischen Drama, nach Herders Aufsatz über Shakespeare. 4 a. Luther und Bismarck, ein Vergleich(Prüfungsaufsatz, Herbsttermin). 4 b. Mirabeaus Stellung zur französischen Revo- lution. 5. Das Tragische in Goethes Tasso. 6. Handelte Perikles staatsmännisch richtig, als er Athen zum Kriege mit dem peloponnesischen Bunde veranlaßte?(Klassenarbeit). 7 a. Welchen Ausgleich kann man finden zwischen dem Goethischen Wort:der Mensch ist nicht geboren frei zu sein und dem Worte Schillers: der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, und würd' er in Ketten geboren? 7 b. Die Idee der Freiheit in Schillers Jugenddramen. 8. Die weltgeschichtliche Bedeutung der Schlacht im Teutoburger Walde(Klassen- aufsatz). 9. Inwiefern kann man das Schicksal Karls V. tragisch nennen?(Prüfungsaufsatz, Ostertermin).

Lateinisch: Tacitus: Germania und Annalen XIXV(mit Auswahl). Cicero: Somnium Scipionis und ausgewählte Abschnitte aus den rhetorischen und philosophischen Schriften nach der Chrestomathie von Lüders-Weißenfels. Horaz: Carmen saeculare. Auswahl aus den Oden des 3. und 4. Buches und aus den Satiren und Episteln. Im Sommer 5, im Winter 6 Stunden. Repetition der lateinischen Satzlehre von Reinhardt, insbesondere § 251 bis§ 277 und im Anschluß daran stilistische Unterweisungen. Mündliche Über- setzungsübungen aus dem Ubungsbuch von Ostermann-Müller, V. Teil. Alle 14 Tage eine zweistündige Klassenarbeit; daneben mehrere häusliche Arbeiten. 2 St. Wulff.