Jahrgang 
1894
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III. Chronik.

l. Veränderungen im Lehrerkollegium.

Mit dem Beginn des laufenden Schuljahrs, das am 10. April seinen Anfang nahm, wurde der bisherige wissenschaftliche Hülfslehrer Herr Dr. Julius Ziehen als Oberlehrer angestellt, ein Zuwachs, über den wir unsere herzliche Freude schon früher ausgesprochen haben. UÜber seine persönlichen Verhältnisse geben folgende Nachrichten Aufschluſs:

Julius Ziehen, geboren 11. Februar 1864 zu Frankfurt a. M., evangelischer Konfession, besuchte von Ostern 1871 bis Herbst 1875 die Musterschule, von Ostern 1876 bis Ostern 1882 das städtische Gymnasium in Frankfurt a. M. und studierte von Ostern 1882 bis Herbst 1886 in Tübingen, Leipzig und Bonn. Die philo- sophische Doktorwürde und die facultas docendi erwarb er in Bonn. Die Zeit von Herbst 1886 bis Sommer 1889 verbrachte er in Budapest, neben seiner Thätigkeit als Hauslehrer besonders mit archäologischen Studien be- schäftigt. Von Herbst 1889 bis Herbst 1890 leistete er am städtischen Gymnasium in Frankfurt a. M. sein Probe- jahr ab und verblieb bis Herbst 1891 als Hülfslehrer im Dienst der Anstalt, in den er Herbst 1892 nach Be- endigung einer archäologischen Studienreise nach Kleinasien, Griechenland und Italien zurückkehrte.

Die durch den Tod des Herrn Professor Noll(s. Programm 1893 S. 72 f.) erledigte Stelle wurde während des Sommerhalbjahrs durch die Herren Oberlehrer Dr. Bopp, Zint und Dr. Fischer, sowie durch die wissenschaftlichen Hülfslehrer Herren Dr. Heddaeus und Dr. Weismantel versehen.

Zu Beginn des Winterhalbjahrs wurde Herr Professor Dr. Israel-Holtzwart von der Musterschule an das Gymnasium versetzt. Derselbe übernahm einen Teil des mathe- matischen Unterrichts, der bis dahin von den Herren Oberlehrern Zint und Dr. Fischer erteilt worden war, wogegen den beiden letztgenannten der naturgeschichtliche Unterricht übertragen wurde. Wir freuen uns, an Herrn Professor Dr. Israel-Holtzwart eine bewährte Kraft und einen liebénswürdigen Kollegen für unsere Gesamtanstalt gewonnen zu haben. Über seine persönlichen Verhältnisse berichtet derselbe folgendes:

Karl Israel-Holtzwart, geboren 1839 in Fritzlar, studierte Mathematik und Naturwissen- schaften, bekleidete nach abgelegter Staatsprüfung seit Herbst 1862 verschiedene Privatstellungen, setzte später seine Universitätsstudien fort und wurde Ende 1871 zur Ableistung des Probejahrs der hiesigen Musterschule zugewiesen. Ostern 1873 zum ordentlichen Lehrer an dieser Anstalt ernannt, blieb er in dieser Stellung bis zu seiner im Herbst 1893 erfolgten Versetzung an das städtische Gymnasium. Außer einigen Monographien und einer größeren Anzahl in wissenschaftlichen Zeitschriften und Schulprogrammen erschienener Abhandlungen, vor- wiegend aus dem astronomischen und chronologischen Gebiete, veröffentlichte derselbeElemente der theoretischen Astronomie, für Studierende bearbeitet in 5 Teilen mit einem Supplement, Wiesbaden 188287.

Zur selben Zeit trat der wissenschaftliche Hülfslehrer Herr Ernst Thieme, der früher bereits in gleicher Eigenschaft bei uns thätig war, in unsere Anstalt wieder ein, um einen Teil des Turnunterrichts zu erteilen. Diese Aushülfe wurde nõtig, da Herrn Professor

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