30
Herr Weidenbusch auch künftig in enger Beziehung zu uns bleiben wird, sowohl durch die ihm zu- stehende Beaufsichtigung des gesamten Turnbetriebes, als auch durch seine eigene Unterrichts- thätigkeit. Wir sprechen ihm bei diesem Anlaß den Dank der Anstalt aus für die Förderung, die der Turnunterricht durch ihn erfahren hat, und insbesondere für die unermüdliche Thätig- keit, die er für die Hebung der Turnspiele und für die Veranstaltung von turnerischen Wett- kümpfen bei festlichen Gelegenheiten entfaltet hat. Wir hoffen, daß wir auch künftighin zu diesen Zwecken seine Mithülfe nicht entbehren werden, und daß er nach wie vor kollegialisch unserer Anstalt verbunden bleibt.
Herr Weidenbusch war in den letzten Jahren mit 24 Stunden im Turnunterricht pe- schäftigt, eine Aufgabe, die auch für eine gesunde Natur auf die Dauer nicht gut durchführbar ist. Die Leitung der Anstalt mußte deshalb darauf Bedacht nehmen, eine Xnderung dieses Zustandes herbeizuführen und unter den jüngeren wissenschaftlichen Hülfslehrern eine Kraft anzustellen, welche die Befähigung zur Erteilung des Turnunterrichts besitzt. Ein solcher Wechsel im Lehrerbestand erwies sich bei der Neubesetzung der Stelle des Herrn Weidenbusch als notwendig. Der erforderliche Ausgleich der Fächer konnte sich nur auf dem Gebiete des Rechnens und der Mathematik vollziehen. Aus diesem Grunde wird der provisorische Lehrer Herr Dr. Schindler mit dem Schlusse des Schuljahrs unsere Anstalt verlassen, an der er in den letzten Jahren mit Eifer und Hingebung und unter sichtlicher Förderung der Schüler gewirkt hat. An seine Stelle wird Herr Wilhelm Zint als provisorischer Lehrer treten mit der Aufgabe, neben dem mathematischen Unterricht einen Teil der Turnstunden des Hauptturnlehrers zu übernehmen. Für die letztere Stelle ist Herr August Reil, früher Hülfslehrer an der Turnlehrerbildungsanstalt in Berlin, zuletzt Lehrer an der Uhlandschule hier, in Aussicht genommen.
2. Festlichkeiten, Prüfungen, Konferenzen.
Vom Schlusse des vorigen Schuljahrs haben wir noch zu berichten, daß am 18. März die Entlassungsprüfung des Ostertermins stattfand; sämtliche 13 Abiturienten, die sich zur Prüfung gemeldet hatten, bestanden dieselbe, 5 von ihnen wurden von der mündlichen Prüfung befreit.
Am 22. März wurde das neunzigste Geburtsfest Seiner Majestät des Kaisers durch einen öffentlichen Aktus im großzen Saale des Saalbaues gefeiert. Der Oberprimaner Theodor Sommerlad trug hierbei ein von ihm selbst verfaßttes, die Bedeutung des Tages in würdiger Weise feierndes Gedicht vor. Der Oberprimaner Wolfgang Schmidt-Scharff hielt eine Rede, in der er einen Vergleich zog zwischen Tilsit und Sedan. Daran schloß sich eine Ansprache des Direktors. Der Gymnasialchor verschönerte die Feier durch den Vortrag patriotischer Lieder.
Das Maifest beging die Anstalt am Freitag, den 10. Juni, bei freundlichster Witterung. Die Oll ging von Niedernhausen über die Platte nach Eltville; die Mll nach dem Katzenbuckel im Odenwald, Eberbach und Zwingenberg; die Ml2 nach dem Morgenbachthal und Lorch; die OI2 und MIII nach dem Forsthaus Einsiedel; die OlIl nach Heppenheim und der Starkenburg; die OII2 nach Lorch und dem Kammerforst; die MII2 nach Frankenstein; die OIIIl und OIIIZ nach Seeheim; die MIIIl von Niedernhausen nach Wiesbaden; die MIII2 nach Auerbach und dem Melibokus; die OIV von Hofheim auf den Staufen; die MIV nach dem Hahnenkamm im Spessart; die OV und MV nach Homburg und der Saalburg; die OVI von Hofheim nach Epp- stein und der Olmühle; die MVI von Cronberg nach Königstein und Soden.


