Im Winter traten in der Verteilung der Unterrichtsstunden folgende Xnde- rungen ein. Professor Dr. Wolff war beurlaubt. Direktor Dr. Busse 2 Homer in 01 statt 2 Religion in OIII; Professor Wedemann 7 Lateinisch in OII statt 8 Lateinisch in VI, zu- sammen 22 Stunden. Oberlehrer Dr. Manger 3 Geschichte in OI und OII statt 2 Geschichte in UII und UIII und 2 Religion in UIII; Professor Wiegandt 2 Geschichte in UII und UIII statt 4 Deutsch in VI; Kandidat Dr. Eymer 2 Religion in OIII und UIII, 8 Lateinisch, 2 Geschichte in IV, 3 Religion, 4 Deutsch in VI, Ordinarius in IV, zusammen 21 Stunden. Lehrer Schultheis 2 Religion in 1 und 2 Vorklassen getrennt(2 Religion in den Vorklassen mehr statt 3 Religion in VI, zusammen 27 Stunden). Kandidat Dr. Schott(für Probandus Gerh. Müller) 8 Stunden Lateinisch in V mit Ordinariat
3. Lehraufgaben.
Da die Lehraufgaben der einzelnen Klassen den amtlichen, im Buchhandel erschienenen Lehrplänen von 1901 entsprechen, so wird im folgenden nur über die Aufsätze der Prima und Sekunda sowie über die bei der Reifeprüfung gestellten Aufgaben berichtet und im übrigen auf die ausführliche Berichterstattung im Jahre 1908 hingewiesen.
Themata zu den deutschen Aufsätzen: OI. 1. Die Krankheit des Orest und ihre Heilung. (Goethes Iphigenie.). 2.(Klassenarbeit.) In welcher Hinsicht sind Blüten und Hoffnungen einander ähnlich? 3. Inwiefern kann man die Kreuzzüge das Jünglingsalter der europäischen Völker nennen? 4.(Klassen- arbeit.) Zu welchen Ergebnissen gelangt der Platonische Dialog Protagoras? 5. Wie erklärt es sich, daß Friedrich der Große trotz der feindlichen Übermacht siegreich aus dem Siebenjährigen Kriege hervorging? 6.(Klassenarbeit.) Durch welche Mittel der Rede weiß Mark Anton in der Leichenrede Julius Cäsars auf seine Zuhörer zu wirken? 7.(Reifeprüfung.) Warum muß das Studium der vaterländischen Geschichte in uns wahre Vaterlandsliebe erwecken?
UI. 1. Mit welchem Rechte sagt Fischart: Arbeit und Fleiß, das sind die Flügel, So führen über Strom und Hügel? 2. Wodurch unterscheidet sich Schillers Braut von Messina von seinen anderen Dramen? 3. Warum mißlang den Römern die Besiegung der Germanen? 4. Wozu mahnt der Spruch: Ut sementem feceris, ita metes? 5. Welche Aufgaben hat die Heldin in Goethes Iphigenie auf Tauris zu lösen? 6. Welche Umstände haben die Blüte der deutschen Städte im Mittelalter herbeigeführt? 7. Ist Fichtes Wort berechtigt: Es siegt immer und notwendig die Begeisterung über den, der nicht begeistert ist? 8. Ist Goethes Torquato Tasso, wie der englische Kritiker Lewes behauptet, kein Drama?(Klassenaufsatz.)
0II. 1. Mit welchem Rechte nennt Schiller Ceres die„Bezähmerin wilder Sitten“? 2. Welche Veränderungen hat Schiller in seiner„Klage der Ceres“ mit der Proserpina-Sage vorgenommen, und aus welchem Grunde hat er es getan? 3. Wie wird nach Vergils Schilderung des Kneas Besuch in der Unter- welt vorbereitet, und was begegnet dem Helden auf dem Wege zum Styx?(Klassenarbeit.) 4. Welches Zeitbild gibt uns Gustav Freytag in seinem Roman„Ingo“? 5. Welche Bande knüpfen den Menschen an sein Vaterland? 6. Eine Vergleichung zwischen dem Hagen des Waltariliedes und dem des Nibelungen- liedes.(Klassenarbeit.) 7. Wie zeichnet der Dichter den Charakter Hermanns in„Hermann und Dorothea“? (Klassenarbeit.) 8. Warum beschäftigen wir uns mit der mittelhochdeutschen Literatur?(Klassenarbeit.)
UII. 1. Welche Umstände haben die wirtschaftliche Entwicklung Frankfurts begünstigt? 2. Was macht den Deutschen den Rhein so wert?(Klassenaufsatz.) 3. Welcher Beförderungsmittel bedient sich der moderne Verkehr? 4. Major von Tellheim in den ersten vier Aufzügen des Lustspiels.(Klassenaufsatz.) 5. Land und Volk der Schweizer in Wilhelm Tell I. 6. Wie wird in Wilhelm Tell das Ziel der Handlung erreicht?(Klassenaufsatz.) 7. Wie bewahrheitet sich das Sprichwort„Hochmut kommt vor dem Fall“ im Leben Napoleons I.? 8. Welchen Wert hat die Pflege des Körpers für die Bildung des Geistes? 9. Wie erfüllt Johanna die ihr von Gott gestellte Aufgabe?(Klassenaufsatz.)


