Jahrgang 
1907
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Turn- und Spielstunde.

Gesangsstunde.

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die Eigenart hervorragender Werke der bildenden Kunst(Rembrandt, Ludwig Richter, Anton Burger, Eduard v. Steinle, Albrecht Dürer, Hans Holbein d. J. und Lukas Cranach d. A. Gotische Schmiede- arbeiten. Holzarchitekturen der Spät-Renaissance.) Im Anschluß hieran führte er die Schüler in die hiesigen Kunstsammlungen(Städelsche Bildergalerie, Kunstgewerbemuseum) und leitete sie dort zum sinnigen Betrachten und verständnisvollen Genießen der einschlägigen Kunst- werke an. Er hofft durch diese Veranstaltungen, welche er in den kommenden Jahren fortzusetzen gedenkt, den Sinn der teilnehmenden Jugend dauernd auf das Schöne zu lenken, sie zu einer größeren Wert- schätzung der Kunstschätze und Kulturgüter der Vergangenheit und Gegenwart zu erziehen, ihr Heimatsgefühl zu stärken und ihre Heimats- liebe zu erhöhen, sie also zum Segen des Handwerks ästhetisch zu beeinflussen.

Beiden Herren spreche ich für ihre Mühewaltung, für die sie keinerlei Vergütung beanspruchten, den wärmsten Dank aus.

Die Turn- und Spielstunden für Mädchen, die Fräulein Pobß leitete, erfreuten sich einer guten Beteiligung. Während des Sommerhalbjahres wurden regelmäßig an den Sonntagen früh von 7 ½ 9 ½ Uhr auf der Hundswiese Turnspiele abgehalten und von Zeit zu Zeit Wanderungen unternommen. Die Turnstunden im Winter fanden dagegen in der Turn- halle der Bethmannschule an 2 Abenden der Woche von 7 ¾ 9 ¾ Uhr statt. Die Beteiligung war außerordentlich stark. Man darf daraus wohl den Schluß ziehen, daß die Mädchen den wohltätigen Einfluß der körperlichen Übungen auf die Gesundheit, die unter den schädlichen Einwirkungen der Berufsarbeit leiden muß, zu schätzen wissen. Im Schuljahr 1907 sind die Turn- und Spielstunden auch auf die Knaben ausgedehnt worden.

Die Gesangsstunden für Mädchen, die wöchentlich einmal, am Sonntag von 111 Uhr, regelmässig stattfanden, leitete Herr Lehrer Kühne. Im Winter war die Beteiligung an diesen Übungen stärker als im Sommer; es erklärt sich dies wohl aus dem Umstand, daß der Sonntag von vielen Schülerinnen zu Wanderungen benutzt wird. Es sei hier auf eine besonders erfreuliche Erscheinung hingewiesen, daß nämlich vormalige Schülerinnen nach wie vor an unseren Veranstaltungen sich regelmäßig und in regster Weise beteiligen. Sollte diese durchaus erfreuliche und beachtenswerte Erscheinung einen guten Fortgang nehmen, dann hoffen wir dem Ziele bald näher zu kommen, das uns seit Er- richtung der Schulen vorschwebt: unsere vormaligen und jetzigen Schüler zu einer grossen Schulgemeinde zusammenzuschließen.

Durch die Abhaltung von Gesangsstunden konnten wir uns einen festen Bestand von Liedern sichern und damit war die Möglichkeit ge-