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Ueber die festlichen und sonstigen außergewöhnlichen Veranstaltungen der Schule gibt das S. 21 folgende Verzeichnis Auskunft. Den Höhepunkt des Schuljahres bildete die Feier des 50O. Namenstages der Schule am 25.— 27. September 1926. Die Schule ist bekanntlich schon am 18. April 1803 gegründet, und zwar als ein Bestandteil der alten Musterschule, die Knaben und Mädchen bis Herbst 1876, freilich in getrennten Klassen, autnahm. Der starke Besuch der ge- meinsamen Schule machte eine Zerlegung in zwei Anstalten nõtig; am 14. Oktober 1876 bezogen die Mädchen den Neubau am Börsenplatz, der von da ab nach Goethes Mutter, der Frau Rat, Eli- sabethenschule heißsen sollte.
Die Vorbereitung auf das Fest nahmen vor den Herbstferien so manche Stunde in Anspruch. Die ganze Schülerinnenschaft und der gesamte Lehrkörper beteiligte sich an den Arbeiten. Die künstlerische Leitung lag in den Händen von Frau Bochden, Erl. Moll, Herrn Studienrat Meister und Herrn Dr. Strasdas.
Der Vorabend, Samstag, den 25. September, brachte die Akademische Feier. Die Vortragsfolge war:
I. Teil: Prometheus, Fragment von Goethe.
Prometlhleus....... Gertrud Bürger U la. Epimerlieus....... 1ellen Madelung O lb. Pandora........(erfrud Hering U Ib. Jupiter.. 5* 4 Mmerya........ CGertrud Hasselbach U Ib. Merku........ GCrsula Elkan—IIb. Zwel lirten...... Sofie Hellmann und Hilde Kahn U IIb. Ein Baucr........ Gustel Gracpp O Ila. Pause. 2. 1eil: Chor: Wach auf............ Kichard Wagner. 2. Spruch, vorgetragen von Inge Hartmann UIb... Goethe. 3. Chor: O Schurzgelst alles Schönen..... Mozart. 4. Symbolum, vorgetragen von Lucia Fels UIb... GCoethe. 5. Chor: Opferlied. Beethoven.
Chor und Orchester von W. Meister. 6. Ansprache des Direktors. 7. Chor: Gott der Weltenschöpfer.....„ hDewbaur.
Der Saal war überfüllt mit Freunden und Freundinnen der Schule. Alte ehrwürdige Damen aus der Zeit der alten Musterschule hatten es sich nicht nehmen lassen, am Ehrentage der Schule zu erscheinen. Groß war auch die Zahl der Glückwünschenden, unter denen Herr Stadt- rat Meckbach als Vertreter der Stadt und Herr Oberstudiendirektor Dr. Peter Müller, der Leiter der Musterschule(Knabenschule), besonders hervorgehoben seien.
Der Vertreter des Provinzialschulkollegiums, Herr Oberschulrat Dr. Grau, schrieb:„Mit tiefer Bewegung denke ich daran, was in dem halben Jahrhundert in der Elisabethenschule an treuer Arbeit geleistet worden ist. Eine höhere Schule für die männliche Jugend wird an einem solchen Tage eine stattliche Reihe von Männern nennen können, die in Krieg und Frieden, in Wissenschaft, Kunst und im öffentlichen Leben sich einen Namen gemacht haben. Hier kann man es nur nach— fühlen, welchen Segen die vielen Frauen, die aus der Anstalt hervorgegangen sind, unserem Volke gebracht haben.“
Die folgenden Hauptfesttage, Sonntag, den 26. und Montag, den 27. September, fanden ein bewegtes Treiben in sämtlichen Räumen der Schule. In den Gängen waren Verkaufsbuden auf- gestellt, in denen Schülerinnen selbstgefertigte Arbeiten und Geschenke verkauften. Eine Wurfbude, dn Tanzroulet, ein Kunterbunt, ein Puppentheator(Hänsel und Gretel; die Altweibermühle), eine Tee-, eine Kaffeestube(Café Hanseélmann!) und eine Apfelweinwirtschaft waren da, und überall war man guter Dinge und spendete gern sein Scherflein zugunsten unserer Unterstützungskasse.
Im Festsaal aber wiederholte man den Prometheus des Vorabends. Ferner gab es folgendes Programm:
4 ½2 Uhr: Drolog 1876........ Kblasse Vla. Die sicben Geislein........ IHolzhausenschule 7. Volkstanz.
Vogelkantate, gesungen von Frl. Küchler und Freunden.


