⸗ 17
Der Spielnachmittag galt in allen Klaſſen als aufgabenfreier Nachmittag. Im Winterhalbjahr erhielten die 5. Klaſſen pflichtgemäßen Schwimmunterricht. Die Teilnahme am freiwilligen Schwimmen war außerordentlich rege. Die zahlreichen Wanderungen führten wegen der allgemeinen Verarmung auch im laufenden Jahre nur in die nächſte Nachbarſchaft. Unſer beſcheidenes Wanderheim in Oberhöchſtadt am Taunus bildet bei vielen Wanderungen
Ziel oder Ausgangspunkt. Es wurde am 7. September 1924 nach langer Pauſe(infolge der Beſetzung durch die Franzoſen) zum erſtenmal wieder benutzt.
Auf der„Wegſcheide“ befanden ſich im Sommer 1924 wiederum 4 Klaſſen unſerer Anſtalt, und zwar die S.-Klaſſe mit den beiden Untertertien und der 1. Klaſſe der Seminarübungsſchule.
Außer der ſtädtiſchen Schulkinderſpeiſung beſtand an der Schule auch ein Milchausſchank durch den Schulhausverwalter.
Der Geſundheitszuſtand ließ bei Lehrern und Schülerinnen noch recht zu wünſchen übrig und bereitete uns wie auch unſerm trefflichen Fürſorgearzt, Herrn Sanitätsrat Dr. Rothſchild, viele Sorgen. In den Winter⸗ monaten kamen in den unteren Grundſchulklaſſen und im Kindergarten ſo zahlreiche Erkrankungen an Maſern vor, daß der Kindergarten deshalb zweimal längere Zeit geſchloſſen werden mußte. Eine Schließung der Schulklaſſen war jedoch geſetzlich nicht möglich. Auf unſere Bitte hat ſich der Kreisarzt Herr Dr. Aſcher perſönlich von dem Stand der Dinge überzeugt.
Eine große Anzahl von Schülerinnen der Eliſabethenſchule wie auch der Seminarübungsſchule konnten wir in die Erholungsheime der Stadt verſenden. Unſere S.-Klaſſe konnte nach beſtandener Reifeprüſung Oſtern 1924 drei Wochen lang Aufnahme in dem Erholungsheim in Bad Wildungen finden.
Im Winterhalbjahr nahmen wir unſer Schulbad wieder in Benutzung; auch die Schülerinnen des Lyzeums beteiligten ſich daran.
Der mit unſerer Schule verbundene Kindergarten unterſtand ſeit Gründung bis zum 15. Mai 1924 der Leitung von Fräulein Emma Vöhl, der wir für ihre Treue und tatkräftige Arbeit an unſeren Kindern, namentlich in den Kriegs⸗ und Nachkriegsjahren ſehr verbunden ſind Fräulein Vöhl verließ die Anſtalt, um die Leitung des Kindergartens am Städtiſchen Oberlyzeum in Quedlinburg zu übernehmen. Als ihre Nachfolgerin gewannen wir Fräulein Wilhelmine Schneider, der die Jugendleiterin Fräulein Adelheid Dubois und als 2. Gehilfin Fräulein Suſanne Knöll zur Seite ſtanden. Ferner war noch als Kindermädchen Fräulein Elſe Schneider beſchäftigt.
An unſerer Schule beſteht ſeit Herbſt 1921 eine immer rege arbeitende Schulgruppe des Vereins für das Deutſchtum im Ausland(V. D. A.) Mitglieder ſind in allen Klaſſen zahlreiche Schülerinnen. Unſere praktiſche Arbeit gilt vor allem dem Kinderheim des V. D. A. in Croſſen a. O. ſowie einer Patenſchule im abgetretenen Gebiet. Mit großer Hingabe bemühen ſich unſere Schülerinnen, die Verbindung mit den beiden genannten Anſtalten aufrecht zu erhalten durch tatkräftige Hilfe jeder Art. Unter den Veranſtaltungen für den V. D. A. ſeien hervorgehoben die Märchenabende im Dezember, aus deren reichem Ertrag wir namentlich den Croſſener Kindern ein fröhliches Weihnachtsfeſt bereiten helfen konnten.
Für die Schülerinnen der oberſten Klaſſe des Lyzeums und der Seminarübungsſchule hatte das ſtädtiſche Berufsamt in dankenswerter Weiſe Berufsberatungsabende eingerichtet, die Fräulein Löwe vom ſtädt. Berufsamt leitete. Fräulein Löwe hat unſeren Schülerinnen auch wiederholt perſönlich wertvolle Ratſchläge erteilt.
Schulfeiern, Feſte uſw.
1. Mai 1924: Eröffnungsfeier für die Eliſabethenſchule, die nun mit dem Oberlyzeum zu einer Schule ver⸗ ſchmolzen iſt. Aufnahme der ABC⸗Schützen in die Uebungsſchule.
11. Mai 1924: Abſchiedsabend für Fräulein Emma Vöhl(ceiterin des Kindergartens).
12. Mai 1924: Beſuch des Bethelfilms—
24. Mai 1924: Trauerfeier für die verſtorbene Schülerin Anne Sondheimer.(011)
28. Mai 1924: 1. Elternverſammlung zur Wahl des Elternbeirats der Eliſabethenſchule.
30. Mai 1924: desgl. für die Seminarübungsſchule.
5. Juni 1924: 2. Elternverſammlung für die Elternbeiratswahl der Eliſabethenſchule.
6. Juni 1924: desgl. für die Seminarübungsſchule.
20. Juni 1924: Elternverſammlung der Uebungsſchule über die Ueberfüllung der Grundſchulklaſſen.
2. Juli 1924: Beerdigung der verſtorbenen Schülerin der 4. Uebungsſchulklaſſe Liſelotte le Goullon.
3. Juli 1924: Klopſtockfeier.
11. Auguſt 1924: Verfaſſungsfeier.
15. Auguſt 1924: Die Klaſſen S, UIIla und b und Ü gehen bis zum 11. September auf die Wegſcheide.
20. Auguſt 1924: Berufsberatungsſtunde für UIIa und b, geleitet von Fräulein Löwe vom ſtädtiſchen Berufsamt.
28. Auguſt 1924: Goethefeier. Eine Anzahl Schülerinnen der Klaſſen OIII— 01 beteiligen ſich an dem Sprech⸗ chor bei der öffentlichen Feier auf dem Goetheplatz.
8. September 1924: Tod unſeres Studienrats Herrn Wilhelm Urſprung.


