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1890 Jan. 29. Dsgl., die Normalstimmung der Klaviere betr.
„ Febr. 9. Dasselbe teilt mit, daß die Behörde in Bezug auf die Methodik des Unterrichts im Französischen, den Beschluß gefaßt, den einzelnen Schulen bis auf weiteres eine freiere Bahn der Gestaltung zu lassen und nur soweit einzugreifen, als es etwa in besonderen Fàllen darauf ankommen sollte, klar hervortretender Ein- seitigkeit des Verfahrens zu steuern, oder sonstigen unzweifelhaften Mißständen abzuhelfen.
III. Chronik der Schule.
Das Schuljahr begann am 29. April 1889 und schließt am 29. März 1890.
Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. wurde am 27. Januar durch einen feierlichen Aktus in der Aula begangen. Die Festrede, welche die Jugend und den Charakter des erhabenen Monarchen zum Gegenstand hatte, hielt der ordentliche Lehrer Herr Dr. Oskar Winneberger. Einen Theil seiner Ansprache widmete er dem Andenken Ihrer Hoch- seligen Majestät der Kaiserin und Königin Augusta, indem er einerseits die hohen Tugenden und Verdienste der erhabenen Fürstin, andrerseits die Gefühle der Trauer, welche die Nation bei ihrem Hinscheiden erfüllte, und die Liebe und Verehrung, welche sie für die Gemahlin Kaiser Wilhelms I, deren Gedächtnis ein unvergängliches sein wird, beseelt, zu schildern versuchte.
Als vaterländische Gedenk- und Erinnerungstage wurden, dem Allerhöchsten Erlasse Seiner Majestät Kaiser Wilhelms II. entsprechend, der Geburts- und der Todestag Seiner Hochseligen Majestät Kaiser Wilhelms I. und der Geburts- und Todestag Seiner Hochseligen Majestät Kaiser Friedrichs begangen.
Als ein wie für unsere Stadt so auch für unsere Schule denkwürdiger und bedeutsamer, unvergeßlicher Tag ist der 9. Dezember zu bezeichnen, an welchem Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. zum ersten Male Frankfurt a. M. mit Seinem Allerhöchsten Besuche zu beehren und erfreuen geruhte. Unseren Schülern war es mit ihren Lehrern vergönnt, in den reichgeschmückten Straßen, durch welche Seine Majestät der Kaiser bei seinem Einzuge sich nach dem altehr- würdigen Römer begaben, mit denen der anderen Schulen Spalier zu bilden, ihren geliebten Fürsten aus näachster Nähe zu sehen und ihren begeisterten Jubelruf mit dem der dichtgedrängten Menge zu vermischen. Dem Direktor ward die Ehre zu teil, von S. Exc. dem Herrn Oberpräsi- denten der Provinz zu dem offiziellen Empfang eingeladen zu werden, welchen Seine Majestät auf dem Hauptbahnhofe zu befehlen geruht hatten.
Der herkömmliche Frühlingsausflug wurde am 7. Mai von sämtlichen Klassen unternommen.
Am 29. Mai fiel der Unterricht in den Realklassen aus, damit den Lehrern die Möglich- keit geboten waàre, sich an den Verhandlungen der zu Bockenheim tagenden 14. Hauptversamm- lung von Lehrern höherer Schulen der Provinz Hessen-Nassau und der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont zu beteiligen.
Der Hitze wegen wurde der Unterricht am Nachmittage des 6. und 7. Juni und 4. Juli ausgesetzt.


