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dem die Schüler fleißig huldigten, scheint nach dieser Richtung förderlich gewirkt zu haben. Eingeschaltet möge hier werden, daß beim Schlittschuhlaufen der Unterprimaner Ernst Lang einen jüngeren Schüler mit Einsetzung seines eigenen Lebens den kalten Fluten der Werra entriß.— Zweimal griff der Tod mit rauher Hand in unsere Schulgemeinde und raffte zwei liebe Schüler, die zu schönen Hoffnungen berechtigten, dahin; beide waren frisch und wohlgemut mit Beginn der Sommerferien ins Elternhaus zurückgekehrt; bald traf uns die erschütternde Kunde von ihrem Eingang in die Ewigkeit; am 5. Juli wurde unser lieber Paul Kohlus(UII g), einer der vielversprechendsten Schüler der Anstalt, seinen untröstlichen Eltern entrissen; am 21. desselben Monats starb unser lieber Kurt Unger(UIIg), der Liebling seiner Eltern, der Sonnenschein ihres Hauses, in seiner Heimat Sontra. Lehrer und Schüler gaben den Frühvollendeten das letzte Geleit. Requiescant in pace!
Auch die Gesundheit der Lehrer war im allgemeinen zufriedenstellend; nur 2 Lehrer mußten auf längere Zeit, etwa je 14 Tage, wegen Krankheit vertreten werden; alles in allem entfielen, abgesehen von der oben erwähnten Vertretung des Dr. Thomas, 47 Vertretungstage auf Erkrankungen, 23 auf Beurlaubungen zur Erledigung von Familien- angelegenheiten.
Mit dem Beginn des Frühjahrs 1900 wird nunmehr auch der Neubau für die Friedrich-Wilhelms-Schule in Angrifi genommen werden. Der Schöpfer des von der Aufsichtsbehörde genehmigten Planes, Herr Professor Eberhardt, Direktor der Kunst- gewerbeschule in Offenbach, besprach sich bereits am l. Oktober 1908 mit mehreren Mit- gliedern des Magistrats und des Lehrerkollegiums auch über die innere Ausstattung des Gebäudes, so daß nunmehr alle Vorfragen als erledigt zu betrachten sein dürften.— Die Zunahme der Schülerzahl hatte es notwendig gemacht, die Vorschule mit Beginn des Schuljahres 1908 in Räumen unterzubringen, die im Hause des Herrn Kaufmanns Schröter am Stad ermietet werden mußten. Auch die Aula der Anstalt faßt bei ge- meinsamen Veranstaltungen kaum mehr die Schüler der Hauptanstalt, so daß dei der letzten Kaisersgeburtstagsfeier außer den Vorschülern auch die Sextaner fernbleiben mußten. Ebenso erweist sich die Turnhalle oft als unzureichend für die größeren Abteilungen. — Diesen und noch manchen anderen Unzuträglichkeiten im Schulbetrieb der letzten Jahre dürfte durch die nach dem Urteil der Sachverständigen in 2 Jahren sicher zu er- wartende Vollendung des neuen Anstaltsgebäudes ein Ziel gesetzt werden.


