Jahrgang 
1909
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der Wehrordnung die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst bei der Prüfungs- Kommission für Einjährig-Freiwillige nachzusuchen und sie dabei auch über die bei Vor- lage des Gesuches zu beachtenden Vorschriften belehren zu lassen. 22. Juli. U.-M. Bei der Reifeprüfung an Gymnasien kann das Englische an die

Stelle des Französischen treten. 1909. 21. jan. P.-S.-K. Die Einführung des biologischen Unterrichts in den oberen

Klassen des Gymnasiums wird genehmigt.

6. Febr. U-M. Die Anderungen derOrdnung der Reifeprüfung an denstufigen höheren Schulen werden mitgeteilt.

27. Febr. U.-M. Pflichten und Rechte des Direktors gegenüber ärztlichen Attesten zur Befreiung von einzelnen Unterrichtsgegenständen. Es heißt darin: Der Anstaltsleiter ist zur Prüfung der ihm vorgelegten ärztlichen Atteste verpflichtet. Es muß ihm daher auch das Recht gewahrt bleiben, in einem Falle, in welchem er auf Grund des ärztlichen Gutachtens nicht entscheiden zu können glaubt, das Gutachten eines Spezialarztes ein- zufordern.

III. Chronik.

Das Schuljahr 1909 wurde am 28. April in der herkömmlichen Weise mit einer gemeinsamen Andacht und der Einführung der neu aufgenommenen Schüler eröffnet. In das Lehrerkollegium trat an Stelle des wissenschaftlichen Hülfslehrers Herrn de Beisae der nach halbjährigem Wirken an der Anstalt, wofür ihm auch hier gedankt sei, in einen neuen Wirkungskreis in Münster i. W. übergegangen war, der Probekandidat Herr Dr. Friedrich Goetze aus Cassel. Der Direktor gedachte auch des schweren Verlustes, den die Anstalt durch das Hinscheiden des Hlerrn Superintendenten Wagner am 22. April betroffen hatte: als Mitglied des Kuratoriums der Anstalt und als Vertreter desselben bei den Reifeprüfungen hatte er keine Gelegenheit vorübergehen lassen, sich als warmherzigen, kenntnisreichen und tatkräftigen Freund der Anstalt, ihrer Lehrer und Schüler zu beweisen Ehre seinem Andenken! Seiner Entschlossenheit war es auch zu verdanken, daß das neue, von dem hiesigen Pfarrerverein ins Leben gerufene Schülerheim schon mit dem Beginn des neuen Schuljahrs eröffnet werden konnte. Der bisherige wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Hindenlang gehört seit Beginn des neuen Schuljahres dem Lehrer- kollegium als Oberlehrer an.

Dr. Ludwig Hindenlang, geb. i. J. 1882 zu Landau(Pfalz), besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und studierte seit Ostern 1900 in Tübingen, Berlin und Straßburg klassische und deutsche Philologie, sowie Naturwissenschaften. Im Sommer 1005 promovierte er auf Grund seiner ArbeitSprachliche Untersuchungen zu Theophrasts botanischen Schriften und bestand im Frühjahr 1906 das Staatsexamen. Sein Probejahr und einen Teil seiner Hülfslehrerzeit leistete er an den reichsländischen Gymnasien in Schlettstadt, Metz und Weißenburg ab. Seit September 1907 gehört er der hiesigen Anstalt an.

Die Turnfahrt fand am 17. und 18. Juni statt. Die Primaner besuchten den Südharz(Stolberg, Josephshöhe) und den Kyffhäuser, die Obersekundaner Eisenach, den

Inselsberg und Friedrichroda; die Gymnasialuntersekundaner hatten sich den Brocken, Harz- 2