19 sekunda eröffnet. Gleichzeitig traten in das Lehrerkollegium als wissenschaftliche Hülfs- lehrer die Herren Wilhelm Schaefer, bis dahin in Rotenburg a. F. tätig, und Karl Gonnermann ein, letzterer zugleich zur Ableistung seines Probejahrs.
Oberlehrer Güngerich war für die letzte Woche vor und die erste Woche nach den Sommerferien zum Zwecke einer Studienreise nach England beurlaubt.
Am 1. Juli fand die Turnfahrt statt. Die Gymnasial-Sekunden und die Ober- tertien fuhren zunächst nach Münden, von da mit dem Dampfschiff weserabwärts, um in drei gesonderten Abteilungen Ausflüge in den Reinhardswald auszuführen. Die Real- Untersekundaner wählten Mühlhausen zum Ziel, die Untertertien wanderten von Hede- münden durch den Kaufungerwaldl nach Münden. Die Gymnasial-Quartaner und die Gymnasial-Sextaner erstiegen den Heldrastein. während die Real-Quartaner und die Quintaner den Hanstein aufsuchten. Die Real-Sextaner und die Vorschüler endlich ver- gnügten sich in und um Wanfried.
Oberlehrer Dr. Flemming wurde unter dem 30. Juni der Charakter als Professor, unter dem 27. Oktober der Rang der Räte IV. Klasse verliehen.
Der Sedantag wurde durch eine Schulteier begangen, bei der Gesânge und Deklamationen abwechselten und Oberlehrer Grasshof in einer Ansprache aut die Be- deutung des Tages hinwies.
Vom 13. bis 15. Januar 1903 unterzog der Konigliche Provinzial-Schulrat, Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Paehler, im Auftrage des Herrn Ministers die Anstalt einer Revision.
Die Feier des Kaisersgeburtstags vollzog sich in der herkömmlichen Weise (Gesänge. Deklamationen, Festrede) unter zahlreicher Beteiligung seitens des Kuratoriums, der städtischen Behörden, der Eltern der Schüler und der Freunde der Anstalt. Oberlehrer Dr. Garthe gab in seiner Festrede eine geschichtliche Entwickelung der deutschen Seemacht von ihren ersten Anfängen bis auf die Gegenwart. Nach dem Kaiserhoch überreichte nach einer kurzen Ansprache der Direktor die von Seiner Majestät dem Kaiser gestiftete Prämie»Wislicenus, Deutschlands Seemacht einst und jetzt« dem Primus der Gymnasial-Obersekunda, Alfred Schäfer.
Am 28. Februar hielt der Lektor an der Universität Giessen, Herr Goet- schy, in der Aula der Anstalt einen französischen Recita tionsvortrag für die Schüler der Anstalt und die Schülerinnen der hiesigen Mädchen-Mittelschule.
Über das Ergebnis der Schlussprüfung Ostern 1903 kann erst im nächsten Programm berichtet werden.
Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war im Schuljahr 1902 nicht ungünstig; namentlich war der Winter uns gnädiger wie die meisten seiner Vor- gänger. Erheblichere Störungen brachten Beurlaubungen mehrerer Kollegen in Familien- angelegenheiten. Während wegen Krankheit nur 7 Kollegen an zusammen 19 Tagen zu vertreten waren, betrug die Dauer der Vertretungen wegen Beurlaubung von II Kollegen 47 Tage.


