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unter Führung der Klassenlehrer statt. Die Sekunden besuchten mit teilweiser Benutzung der Eisenbahn die Burgen Hardenberg und Plesse bei Gôttingen. die Obertertien den Kyffhäuser, die Schüler der Untertertien, Quarten und Gymnasialquinta Münden und Um- gegend, die Realquinta den Hanstein. die Sexten fuhren auf Leiterwagen zum Meissner, und die Vorschüler vergnügten sich in Allendorf-Sooden, wohin die Eisenbahn sie gebracht hatte.
Vom 3.— 5. Juli nahmen die meisten Friedrich-Wilhelms-Schüler in gewohnter Weise an dem Johannisfest teil, am Maiengang den Sonnabend, am Umzug und Tanz auf dem grossen Werdchen den Sonntag und Montag.
Am 26. November v. J. und am 25. Februar d. J. besichtigten die beiden Unter- sekunden in Begleitung des Direktors und Herrn Professor Pontanis die Zuckerfabrik in Niederhone und die Seifenfabrik von Dircks und Thorey hier und wurden dabei in entgegen- kommendster Weise durch die Herren Direktor von Ehrenstein und Otto Thorey in die Einzelheiten der Fabrikation eingeführt, wofür den beiden Herren auch an dieser Stelle der wärmste Dank gebührt.
Das Sedanfest wurde, wie in früheren Jahren, unter Teilnahme der Angehörigen der Schüler durch einen Ausflug der ganzen Schule nach dem Schlierbach begangen. Die Feier im Walde nahm folgenden Verlauf: Der Schülerchor sang das deutsche Bundeslied „Alles schweige“; vier Schüler trugen vor, Karl Schäfer(1)„Deutsche Krieger“, Albert Brill(VI g)„Die Siegesfeier“ von G. Müller, Fritz Wendemuth(IV r)„Deutschlands Wächter“ von Wolfg. Müller, Otto Bôhm(OIII g)„Vom Fels zum Meer“ von A. Neinhaus. Nach dem Chorgesange„Erschalle laut, mein Jubelsang! Mein Kaiser lebe hoch“ ergriff Herr Ober- lehrer Stendell das Wort zur Festansprache, in welcher derselbe hinwies auf die Tugenden des deutschen Volkes, die den Sieg von Sedan gebracht haben, und die Schüler ermahnte, diese Tugenden auch in ihrem kleinen Kreise zu pflegen. Das Lied„Deutschland über alles“ beschloss diese Feier. Danach fanden turnerische Freiübungen, Gerätübungen und Jugendspiele statt. Beim Rückmarsch wurde wieder am Kriegerdenkmal, ehe der Zug sich auflöste, das Beckersche Rheinlied gesungen.
Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Kônigs wurde am 27. Januar durch folgenden Festakt gefeiert. Dem Chorgesange„Gott sei des Kaisers Schutz“, Text von Schmidt, Melodie von A. Lwoff, folgten sieben Schülervorträge:„Kaiserlied“ von B. Engelhardt, vorgetr. von Otto König(2);„Wie der Kaiser die Truppen alarmiert“ von B. Engelhardt, vorgetr. von Gustav Tellgmann(1);„O Argentoratum“, lateinische Nach- dichtung von„Strassburg, o Strassburg“ vorgetr. von Albert Brill(VIg);„Hohenstaufen und Hohenzollern“ von Johs. Quandt, vorgetr. von Christoph Liebisch(VIr);„Frühlings- gruss an das Vaterland“ von Max von Schenkendorf, vorg. von Gustav Schmidt(Vr);„Treu bis in den Tod“ von Friedrich Schaller, vorgetr. von Karl Engelhardt(UIIIg);„Deutsch- land“ von Martin Greif, vorg. von Karl Stern(O III g). Hierauf sang der Chor„Der Kaiser hoch, so braust's durchs Vaterland“, Text von K. Günther, Mel. von Mozart. Die Festrede hielt Herr Professor Pontani über die Entwicklung des Seswesens bei den Deutschen in früherer Zeit mit besonderer Berücksichtigung der Hansa. Der Gesang der Nationalhymne beendete die Feier, welche, wie die anderen Schulfeiern, durch die Theilnahme des Kura- toriums, der städtischen Behörden und Bürger der Stadt erhöht wurde.
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