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hielten an den betreffenden Tagen die Herren Oberlehrer Dr. Flemming, Dr. Kitter und Dr. Krull.
Vom 20.— 23. August wurden von den Abiturienten die schriftlichen Prütungs- arbeiten angefertigt. Die mündliche Herbst-Prüfung fand unter der Leitung des Direktors statt, welcher damit in Vertretung des Departementsschulrats beauftragt war.
Am 5. und 6. September nahm der Königliche Provinzialschulrat, Herr Dr. Paehler, eine Inspektion der Friedrich-Wilhelms-Schule vor, indem derselbe dem Unterrricht sämtlicher Lehrer und Klassen, auch dem Turnen in der Turnhalle, beiwohnte und die Lehrmittel und Anstalts-Räume besichtigte.
Am 15. Oktober, mit dem Anfange des Winterhalbjahres, trat Herr Engelhardt, welcher bisher schon als Hilfslehrer den Turnunterricht geleitet hatte, von der hiesigen Bürgerschule als ordentlicher Lehrer in den Verband unserer Anstalt über. Uber den Lebensgang desselben ist folgendes zu berichten.
Bernhard Engelhardt, geboren am 25. April 1865 zu Kassel, besuchte die Volksschule in Kassel, die Latein- schule in Ziegenhain, die Präparandenschule zu Neukirchen(Kreis Ziegenhain) und vom Herbst 1882 bis Herbst 1885 das Seminar zu Homberg; wurde im Oktober 1885 provisorisch und Ostern 1888 definitiv angestellt als Lehrer in Rommers- hausen(Kreis Ziegenhain). Im Winter 1889 auf H9o nahm er an dem Kursus der Königl. Turnlehrer-Bildungsanstalt in Berlin teil und bestand die Prüfung als Turn- und Schwimmlehrer. Am 1. November 1890 wurde er als Lehrer an die Knaben-Bürgerschule und am I. Oktober 1895 an die Friedrich-Wilhelms-Schule in Eschwege berufen. Seine Militär-
pflicht erfüllte er 1886. 1890 und 1891,
Für den Ostertermin wurden die schriftlichen Arbeiten vom 18.—21. Februar an- gefertigt. Die mündliche Prüfung unter dem Vorsitze des Königlichen Provinzial-Schulrats Herrn Dr. Paehler ist auf den 26. März angesetzt.
Der Unterricht ist auch in diesem Jahre nicht ochne erhebliche Störungen ge- blieben. Unter den Schülern bewirkte die Influenza von Weihnachten an zwei Monate lang Erkrankungen, welche mehrere Klassen um die Hälfte der Zuhörer verminderten. Wegen grosser Hitze mussten an neun Tagen die letzten Vormittags- und die Nachmittags- stunden ausfallen. Unter den Lehrern waren ebenfalls mannichfache Beurlaubungen und Vertretungen nötig. Vom 26. Juni an war Herr Oberlebrer Dr. Garthe zu einer Militär- übung eingezogen und musste neun Tage vertreten werden; ebensoviel Zeit fehlte derselbe wegen Krankheit. Im August fehlte Herr Oberlehrer Dr. Krull wegen Familienangelegen- heiten zwei Tage; Herr Zeichenlehrer Troll fehlte im Sommer sechs, im Winter vier Tage wegen Krankheit. Herr Oberlehrer Orth musste einen Tag wegen Krankheit vertreten werden, Herr Oberlehrer Stendell zwei Tage wegen Berufung als Schôffe und drei Tage wegen Krankheit, Herr Oberlehrer Dr. Flemming einen Tag wegen Berufung als Schöffe und zehn Tage wegen einer Erkrankung in seiner Familie, Herr Lehrer Tassius drei Tage wegen Umzuges und Herr Lehrer Engelhardt drei Tage wegen Familienangelegenheiten. Im ganzen Schuljahre hat also die Dauer der erforderlichen Vertretungen neun Schul- wochen betragen, acht weniger als im letzten Schuljahre.


