Jahrgang 
1882
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Allendorf, wohin die dritte Abteilung, die Sexta und die drei Vorschulklassen, geführt war, traf die ganze Schule zusammen und unternahm von da gemeinsam die Rückfahrt. Mit Befriedigung darf auch an dieser Stelle die treffliche Haltung der Schüler anerkannt werden, welche jugendlichen Frohsinn mit massvollem Anstand verbindend den Lehrern das Amt der Führung erleichterten, und mit besonderem Danke ist der dienstfertigen Zuvorkommenheit der Herrn Stationsvorstände und sonstigen Bahnbeamten zu gedenken, welche dem befriedigenden Verlauf des Ausflugs nicht wenig förderlich war.

Die Vorfeier des Sedantages wurde am Nachmittag des 1. September durch die jährliche Turnprüfung begangen und erfreute sich lebhafter Teilnahme des Publikums. Ordnungs- und Frei- übungen sowie Gerätturnen wechselten mit dem Vortrag patriotischer Lieder und Gedichte; der Turnlehrer Dr. Anschütz legte in seiner Ansprache den Schülern die Bedeutung des Turnens als einer Vorübung zum Dienste des Vaterlandes ans Herz. Am Sedantage begaben sich die Schüler mit ihren Lehrern in Gemeinschaft mit den übrigen hiesigen Schulen und dem Eschweger Krieger- verein in feierlichem Zuge nach dem Standbild der Germania, wo die dankbare Erinnerung an die Retter des Vaterlandes, durch eine patriotische Ansprache des Dr. Pontani belebt, in der Bekränzung des Kriegerdenkmals, gemeinsamem Gesang und Hochruf auf unseren Heldenkaiser sich kundgab.

Die Herbstferien dauerten vom 24. September 8. Oktober.

Am 14. Dezember wurde der durch Reskript Königlichen Provinzialschulkollegiums vom 7. ejd. als ordentlicher Lehrer bestätigte bisherige wissenschaftliche Hülfslehrer Stendell durch den Direktor verpflichtet.

Edward Georg Stendell, geb. am 24. Februar 1854 zu Lübben i. d. Niederlausitz, ovangel. Konf., studierte, nachdem er auf dem Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zu Berlin die Reife für das akademische Studium erlangt hatte, von Ostern 1872 bis Ostern 1876 in Berlin hauptsächlich klassische Philologie und Geschichte. Nachdem er seitdem in Berlin als Hauslehrer und im Winter 1877/78 vertretungsweise als Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Lübben thätig gewesen war, bestand er Ende 1878 vor der Prüfungskommission zu Berlin die Prüfung pro facultate docendi. Zu Ostern 1879 wurde er an die hiesige Priedrich-Wilhelms-Realschule zur Ab- haltung seines Probejahrs und gleichzeitiger Versehung einer ordentlichen Lehrerstelle berufen und durch Reskript Königlichen Provinzialschulkollegiums vom 7. Dez. 1881 als ordentlicher Lehrer bestätigt.

Die Weihnachtsferien begannen am 25. Dezember 1881 und endigten am 12. Januar 1882.

Am 26. und 27. Januar unterzog der Königliche Provinzialschulrat Dr. Rumpel die Schule einer Revision, indem er dem Unterricht in sämtlichen Klassen der Hauptanstalt und der Vorschule beiwohnte und von den schriftlichen Arbeiten der Schüler Einsicht nahm.

Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs wurde am 22. März durch einen öffentlichen Schulaktus in der Aula gefeiert. Die Festrede, welche Dr. Auschütz hielt, schilderte in einem geschichtlichen Rückblick Preussens deutschen Beruf.

Der Gesundheitszustand der Schüler, während des Sommersemesters ein recht erfreulicher, gab während des Winters öfters Anlass zu ernster Sorge; mehrere Schüler wurden durch längere und zum Teil bedenkliche Krankheit von der Schule ferngehalten. Ein lieber Schüler, der Sekundaner Karl Hesse aus Jestädt, wurde der Anstalt am 7. Januar durch den Tod entrissen. In der ersten Morgenandacht des neuen Jahres widmete der Direktor dem Entschlafenen einen herzlichen Nachruf; Lehrer und Schüler der Secunda bezeugten durch Teilnahme an dem Leichenbegängnis die Trauer der Schule über diesen herben Verlust und die Teilnahme an dem Schmerz der durch den Tod ihres einzigen Kindes betrübten Eltern.