Jahrgang 
1881
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aber die eventuelle Versetzungsreife auszusprechen. 17. März 1881. Es wird die Erwartung aus- gesprochen, dass das im Auftrage des Ministeriums der geistlichen etc. Angelegenheiten herausge- gebene Centralblatt für die gesamte Unterrichts-Verwaltung an allen höheren Lehranstalten ge- halten wird.

C. Zur Chronik der Schule.

Das Schuljahr 1880/81 wurde Montag den 5. April in herkömmlicher Weise mit gemein- samer Andacht und der Aufnahme der neuen Schüler begonnen.

Sommerferien waren vom 28. Juni 26. Juli.

Am 21. Juli starb dahier der Sanitätsrat Dr. Höfling, welcher auch bei der Schule ein dank- bares Andenken sich gesichert hat durch die eifrige und einsichtsvolle Fursorge, welche der Ver- storbene, eine Reihe von Jahren Mitglied des Kuratoriums der Realschule, dem Wohle der Anstalt gewidmet hat.

Am 20. August unternahm die Schule eine Turnfahrt in zwei Abteilungen. Die Schuler der oberen Klassen bis III real., von dem Direktor und den Lehrern Dr. Pontani und Dr. Anschütz gefuhrt, zogen nach einer Eisenbahnfahrt von Albungen aus durch das Höllenthal nach dem Meissner, dessen bedeutendste Aussichtspunkte besichtigt wurden, und trafen mit den Schülern der unteren Klassen, welche unter der Führung der Mehrzahl der übrigen Lehrer über den Fürstenstein durch das Höllenthal. Wellingerode, Weidenhausen gewandert waren, in Niederhone zusammen, von wo aus der Rückmarsch in die Stadt in gemeinsamem Zuge angetreten wurde.

Am 1. September wurde, zugleich zur Vorfeier des Sedantages, vor einem in erfreulicher Anzahl erschienen Publikum die öffentliche Turnprüfung abgehalten, in welcher nicht nur durch mannigfaltige Uebungen die erlangte Fertigkeit dargethan, sondern auch durch eine Ansprache des Dr. Anschütz sowie durch Gesänge und Deklamationen dem patriotischen Geiste, der die Übungen vor allem beseelen soll, Ausdruck gegeben wurde. Den Sedantag beging die Schule durch Teilnahme an dem Festgottesdienst sowie an dem von dem Gotteshaus ausgehenden Zug nach dem Krieger- denkmal, wo den Versammelten und namentlich der Jugend die Bedeutung des Tages durch eine patriotische Ansprache mahnend ins Gedächtnis gerufen wurde.

1 Das ungewohnte militärische Leben, welches während der Monate August und September infolge der in der hiesigen Umgegend abgehaltenen Manòver in der Stadt sich entfaltete, brachte zwar dem gleichmässigen Fortgang der stillen Unterrichtsarbeit einige Erschwerung, anderseits aber dem auf die vaterländische Erziehung gerichteten Zweck der Schule willkommen anregende Förderung; um den Schülern von dem Gang eines Gefechtes eine Anschauung zu geben, wurde an einem Manövertage, an welchem die von einem markierten Feinde verteidigte Kleine Kuppe genommen wurde, von der Schule ein gemeinsamer Ausflug nach dem Schauplatz des Manövers unter- nommen. 3

An der festlichen Freude, welche die ganze Stadt und die weite Umgegend am 7. und 8. September erfüllte, da aus Anlass der hier stattfindenden Truppenübungen Seine Kaiserliche Hoheit der Kronprinz Eschwege mit Hôchstseinem Besuche beehrte, durfte die Schule hervor- ragenden Anteil nehmen. Wurde die Freude schon am Abend des 7. September in jubelndem Zuruf laut, da die Schüler mit farbigen Lampions dem vom Bahnhof bis zur Stadt gebildeten