Jahrgang 
1877
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und so konnten wir dort auf einem lieblichen Waldplatze über der Saline Soden in einer improvisir- ten kleinen Feier gemeinsam mit Gesang und Ansprache der grossen Augustwoche gedenken, welche vor sechs Jahren die Entscheidungskämpfe vor Metz brachte. Ein jubelndes Hoch auf unsern Hel- denkaiser, der auch in jener gewaltigen Zeit seinem Volke auf dem Pfade der Ehre und der Pflicht voranleuchtete, bekundete die begeisterte Liebe der jugendlichen Schaar zu Deutschlands Ehre und Stern. Für die Rückfahrt auf der Eisenbahn hatte uns die Königliche Eisenbahn-Direktion in Frankfurt bereitwillig eine bedeutende Preisermässigung gewährt. Am Nachmittage des 1. Sep- tembers wurde unser jährliches Schauturnen abgehalten. Gesang und Deklamation patriotischer Gedichte, sowie die Festrede des Herrn Dr. Anschütz gestaltete das Schulfest zu einer Vorfeier des Nationalfestes, welches am 2. September unter zahlreicher Betheiligung gefeiert wurde. Die Schüler wurden an diesem Tage zum LPestgottesdienst geführt, und die oberen Klassen nahmen an dem Festzuge theil, welchen die Vereine nach dem Kriegerdenkmale veranstalteten, wo durch Rede und Gesang der Bedeutung dieses Tages ohne Gleichen Ausdruck gegeben wurde.

Die Michaelisferien dauerten vom 25. September bis zum 8. October. Das Wintersemester wurde mit der Einführung des Zeichenlehrers, Herrn Troll, übrigens in derselben Weise wie das Sommerhalbjahr eröffnet. Die Weihnachtsferien fielen in die Zeit vom 23. Dezember 1876 bis zum 6. Januar 1877.

Von besonderer Bedeutung ist das verflossene Schuljahr für die Schule dadurch geworden, dass die seit Jahren gehegten Hoffnungen und Wunsche für den Bau eines neuen Schulgebäudes sich ihrer Erfüllung genähert haben. Das nächste Programm wird, so Gott will, ausführlich über Einweihung und Einrichtung desselben berichten können, und so beschränken wir uns für diesmal auf kurze Notizen über die Fortschritte des Baues. Am 11. Mai wurde mit der Anfuhr der Steine, am 15. Mai mit den Planirungsarbeiten, am 9. Juni mit den Maurerarbeiten begonnen. Am 23. Juni fand die feierliche Grundsteinslegung statt, und unter der Gunst der Witterung ist es ermög- licht, dass noch vor Beendigung des alten Jahres das stattliche Gebäude unter Dach gebracht wer- den konnte. Die Vorkehrungen sind derartig getroffen, dass wir mit Gottes Hülfe das nächste Wintersemester in dem neuen Gebäude beginnen können.

II. Das Curatorium.

Das Curatorium bestand aus den Herren: Landrath Gross als Vorsitzendem, Metropolitan Gonnermann als Vertreter des Vorsitzenden, Bürgermeister Gebhard, Ausschussvorsteher F. W. Döhle und dem Direktor.

III. Die Lehrer..

Wie schon im vorjährigen Programm bemerkt wurde, schied zu Ostern 1875 der Lehrer der zweiten Vorschulklasse, Herr Claus aus dem Collegium. Leider konnte der von dem Curatorium zu seinem Nachfolger erwählte Herr Schmeisser, bis dahin Lehrer in Klein-Schmalkalden, erst nach den Hundstagsferien sein neues Amt antreten, so dass bis dahin die beiden Vorschulklassen kom- binirt werden mussten. Michaelis verliess Herr Meissner die Anstalt, an welcher er zwei Jahre lang den Zeichen- und Turnunterricht mit grosser Treue ertheilt hatte, um eine Lehrerstelle in Bielefeld zu übernehmen, begleitet von den herzlichen Wünschen der Lehrer, denen er ein werther Kollege gewesen war. An seine Stelle trat für den Zeichenunterricht Herr C. Troll aus Treffurt,