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27. Auguſt 1900. S. 6230. Neue Schüler ſind(nach Rundverfügung vom 3. Mai 1869 S. 1173) nur zum Beginne eines Schulhalbjahres aufzunehmen, im Laufe des Schulhalbjahres nur mit Ge⸗ nehmigung des Provinzial-Schulkollegiums.
10. September 1900. S. 6373. Die Einführung des von der Bezirksſynode Wiesbaden heraus⸗ gegebenen Katechismus als Lehrbuch für den evangeliſchen Religionsunterricht wird genehmigt.
30. September 1900. S. 6835. Für das Winterhalbjahr 1900/1901 wird genehmigt, daß der Vor⸗ mittagsunterricht um 8 Uhr 15 Minuten begonnen und die einzelnen Stunden bis 9 ¼, 10 ¼, 11 ¼1, 12 ½¼, bezw. 1 ½¼ ausgedehnt werden.
9. Januar 1901. S. 8741.(Min.⸗Erl. vom 20. Dezember 1900 UII No. 4040). Auf Grund der Allerhöchſten Ordre vom 24. November d. J., betreffend die Weiterführung der Reform der höheren Schulen, wird beſtimmt, daß für den Nachweis zur Reife zur Verſetzung nach Oberſekunda an neunſtufigen Anſtalten die Abſchlußprüfung in Wegfall kommt.
4. Februar 1901. S. 8581. Nach den neuen allgemeinen Lehrplänen der höheren Schulen werden im Vergleich mit den Lehrplänen vom 6. Januar 1892 in betreff der Zahl der wöchentlichen Lehrſtunden für die Gymnaſien folgende Veränderungen eintreten:
Lateiniſch.— IV, IIIe, III: 8 Stunden;— I!, L, Ii: 7 Stunden. Franzöſiſch.— IIl, IIl: 2 Stunden;— Il, lo, lo: 3 Stunden. Schreiben.— Für Schüler der IV und VlII mit ſchlechter Handſchrift iſt beſonderer
Schreibunterricht einzurichten. 14. Februar 1901. S. 8598. Genehmigt wird die allmählige Einführung des 5. Teils des lateiniſchen Uebungsbuches von Oſtermann⸗Müller in den oberen Klaſſen.
IV. Chranik des Gymuafiums.
Das Schuljahr begann Montag den 23. April mit der Aufnahmeprüfung. Der Unterricht nahm am Dienstag, den 24. April, ſeinen Anfang.
In das Lehrerkollegium traten kurz nach Beginn des Schuljahres am 27. April, bezw. am 1. Juli ein: der Wiſſenſch. Hilfslehrer Debes?) und der Lehrer a. G. George.*)
Am 29. Mai unternahmen die einzelnen Klaſſen Ausflüge nach Köln, Koblenz, Frankfurt, Aſchaffenburg, Saalburg, Schaumburg und Braunfels.
Die Pfingſtferien dauerten vom 3. bis 6. Juni.
Die patriotiſchen Gedenktage an die beiden erſten Kaiſer Wilhelm J. und Friedrich III. (15. Juni, 18. Oktober, 9. März und 22. März) wurden in den einzelnen Klaſſen begangen.
Die Sommerferien dauerten vom 1. Juli bis 30. Juli.
Der Sedantag wurde durch eine aus Deklamationen, Geſängen und der Rede eines Schülers beſtehende Schulfeier begangen.
Die Herbſtferien dauerten vom 23. September bis 8. Oktober.
Vom 11. Oktober ab begann der Vormittagsunterricht 8 Uhr 15 Min.
*) Wilhelm Debes, geb. 24. 1. 1866 zu Corbach, ev. Konfeſſion, abſolvierte Mich. 1886 das Gymnaſium zu Corbach und ſtudierte klaſſ. Philologie zu München, Berlin und Marburg. Am 3. 3. 1893 beſtand er die Prüfung pro facultate docendi. Nach Ablegung des Seminar⸗ und Probejahres zu Wiesbaden war er an den Gymnaſien zu Wiesbaden, Fulda und Hanau und am Progymnaſium zu Eſchwege als Hilfslehrer thätig.
**) Konrad George, geb. 26. 5. 1863 zu Niedergrenzebach(Kreis Ziegenhain), ev. Konfeſſion, beſuchte das Lehrerſeminar zu Homberg, beſtand die Prüfung und war als Lehrer thätig in Machtlos(Kreis Ziegenhain) und vom 1. 12. 1888 in Bergen.


