Verf. des Pr. Sch.⸗K. vom 19. Oktober 1894: Nach Runderlaß des Kgl. Miniſt. der geiſtl. ꝛc. Angel.
ſollen über den Betrieb des Turnens und der Turnſpiele im Programm Mitteilungen gemacht werden.
„„„.„ 16. Januar 1895: Nach Miniſt.⸗Erlaß vom 5. Jan. d. J. ſoll auf An⸗ ordnung und Bewahrung einer guten Handſchrift der Schüler hingewirkt werden und gegen Vernachläſſigung derſelben angekämpft werden. Insbeſondere ſollen Arbeiten aus den Händen der Schüler nicht angenommen werden, in welchen Flüchtigkeit und Unordentlichkeit der Schrift zu rügen ſind. Jede Verlockung zur Flüchtigkeit, z. B. zu raſche Diktate ſollen vermieden werden.
„„ 7„ 10O:„„ Miiteilung des Miniſt.⸗Erlaſſes vom 3. Jan. d. J., welcher darauf hinweiſt, daß die Poſt in Folge der Averſionirung des Poſtportos nicht in weiterem Umfange als früher in Anſpruch genommen werden dürfe.
„„„ 7,„ 11. Februar„ erteilt der Ferienordnung vom 31. März 1892 dauernde Geltung.
IlI. Chranik des Gymnaſiums.
Das Schuljahr begann am 4. April 1894.
Die Pfingſtferien dauerten vom 12. bis 20. Mai 1894.
Die Herbſtferien dauerten vom 15. Auguſt bis 19. September 1894.
Am 18. Oktober wurde in allen Klaſſen das Andenken an weiland S. M. den Kaiſer und König Friedrich III. gefeiert.
Am Sonntag, den 5. November 1894 wurde das Reformationsfeſt mit gemeinſamer Be⸗ teiligung von evangeliſchen Lehrern und Schülern am heiligen Abendmahl gefeiert.
Vom 23. Dezember 1894 bis zum 8. Januar 1895 dauerten die Weihnachtsferien.
Der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers wurde am 26. Januar 1895, vormittags 9 ½ Uhr mit Geſang und Deklamation feſtlich begangen. Die Feſtrede hielt Herr Oberlehrer Wagner; er beſchloß dieſelbe mit einem Hoch auf Se. Majeſtät, in das die Feſtverſammlung jubelnd einſtimmte.
Am 8. und am 22. März 1895 wurde in den Klaſſen durch Anſprachen der Ordinarien die nationale Bedeutung dieſer Gedenktage im Leben des hochſeligen Kaiſers und Königs Wilhelm I. hervorgehoben.
Am 18. und 19. April 1894 hielt Herr Geheimrat Dr. Lahmeyer eine Reviſion des Gymnaſiums ab.
Die ſchriftliche Reifeprüfung für den Oſtertermin fand vom 4.—9. Februar 1895 ſtatt. Die ſchriftliche Verſetzungsprüfung der Unterſekundaner fand vom 18.—22. Februar ſtatt.
Die mündliche Reifeprüfung der 15 Oberprimaner wurde am 1. März abgehalten unter dem Vorſitze des Herrn Geh. Rats Dr. Lahmeyer. Sämtliche beſtanden dieſelbe.
Innerhalb des Lehrerkollegiums ſind während dieſes Schuljahres Ereigniſſe eingetreten, welche dasſelbe weſentlich umgeſtalten werden. Herr Direktor Profeſſor Schmidt ſah ſich infolge eines andauernden Leidens veranlaßt, vom 1. Juli 1894 an ſich Urlaub zu erbitten, der ihm zunächſt bis zum Ende des Jahres erteilt und dann verlängert wurde. Es war ihm nicht vergönnt, ſein Amt wieder aufzunehmen: ein Schlaganfall machte am 13. Februar 1895 ſeinem dem Dienſt der Schule ſeit dem 1. April 1865 in treuer Pflichterfüllung gewidmeten Leben ein frühzeitiges Ende. Am 15. Februar geleiteten ihn Lehrer und Schüler des Gymnaſiums zu ſeiner letzten Ruheſtätte. Die Teilnahme der Schweſteranſtalten zu Wetzlar und Weilburg auszudrücken waren die Herren Direktoren Dr. Fehrs und Paulus erſchienen. Auch das Gymnaſium


