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4) Jemand legt m Jahre hindurch am Anfang eines jeden Jahres a Mark in eine Sparkaſſe, um ſeinem Sohne, der die Beamtenlaufbahn wählen ſoll, während der folgenden n Jahre eine am Jahresende fällige Einnahme von unveränderlicher Höhe zu ſichern. Da innerhalb der m Jahre der Zudrang zu jener Laufbahn eine derartige Steigerung erfährt, daß die Vorbereitungszeit mit Einſchluß der Zeit der unentgeltlichen Beſchäftigung vorausſichtlich die doppelte der urſprünglich angenommenen ſein wird, beſchließt der Vater, die jährliche Rente ſo zu verringern, daß die Erſparniſſe auch für dieſen längeren Zeitraum ausreichen, und den Fehlbetrag bar zuzuſchießen, ſo lange er ſelbſt arbeitsfähig bleibt. Wie hoch beläuft ſich dieſer jährliche Zuſchuß, wenn die Sparkaſſe p% rechnet? a= 200, m= 20, n= 6, p= 31/⁄.
Phyſik(2 St.). Optik. Mathematiſche Geographie. Wagner.
Secunda. Ordinarius: Profeſſor Hetzel.
Religion II,1. a) evangeliſche.(2 St.). Kirchengeſchichte von der Reformation bis auf die neueſte Zeit, nach Noack. Bibelkunde des neuen Teſtaments nach Noack. II, 2. Kirchengeſchichte bis zur Reformation. Bibelkunde des alten Teſtaments nach Noack. Eichhoff.
b) katholiſche. cfr. I. Bölke.
Deutſch II,1.(3 St.). Gudrun.(Veranſchaulichung durch Proben aus dem Urtext.) Ausblick auf die nordiſche Sage und die großen Saggenkreiſe des Mittelalters, auf die höfiſche Epik und die höfiſche Lyrik, insbeſondere Walther von der Vogelweide. Hervorhebung wichtiger Abſchnitte aus der deutſchen Litteraturgeſchichte. Ausgewählte Gedichte Schillers und Goethes. Von Schiller insbeſondere das Eleuſiſche Feſt, der Spaziergang, die Glocke, Wallenſtein(I. u. II. Teil). Goethe, Götz von Berlichingen, Egmont. Herder, Cid. Ausgewählte Abſchnitte aus Voß, Luiſe, ebenſo aus Reineke Fuchs. Aus⸗ gewählte Stellen wurden auswendig gelernt. Einzelne ſprachgeſchichtliche Belehrungen.— Poetik.— Vorträge der Schüler über ausgewählte Themata. Früher gelernte Gedichte wurden wiederholt. Figuren und Tropen. Privatlektüre.
(Aufſatz⸗Themata): 1.(Kl.⸗Arb.) Vergleichung der beiden Schillerſchen Gedichte:„Der Taucher“ und„Der Handſchuh.“ 2. Welche Beziehungen hat der deutſche Orden zur Geſchichte des brandenburgiſch⸗preußiſchen Staates? 3. Wate.(Charakteriſtik.) 4. Cid.(Nach Herder.) 5. Der Zuſtand des deutſchen Reiches in Goethes„Götz von Ber⸗ lichingen.“ 6. Bericht über ausgewählte Abſchnitte aus Schillers„Geſchichte des Abfalls der vereinigten Niederlande.“ 7. Charakteriſtik der beiden Küraſſiere in„Wallenſteins Lager“. 8.(Kl.⸗Arb.): Meine Heimat. Kegel.
Deutſch II,2.(3 St.). Hermann und Dorothea.— Wilhelm Tell.— Jungfrau von Orleans.— Minna von Barnhelm.— Ausgewählte Balladen von Schiller und Goethe, insbeſondere Schillers Glocke. Uebungen im Disponieren. Vorträge der Schüler im Anſchluß an die Lektüre. Das Wichtigſte aus Poetik und Stiliſtik.
Themata der deutſchen Aufſätze: 1. Inhalt und Bedeutung des erſten Geſanges in Hermann und Dorothea. 2. Xenophon ſpricht nach Ermordung der Feldherrn den Soldaten Mut ein. 3. Aus der Wolke quillt der Segen u. ſ. w. (Kl. Arb.) 4. Vorgeſchichte zum Tell. 5. Aufbau des erſten Aktes im Tell. 6. Die Jungfrau von Orleans bis zu ihrem Zuſammentreffen mit Lionel(Kl. Arb.) 7. Die beiden Monologe in der Jungfrau von Orleans. 8. Gang der Handlung in den beiden erſten Akten in Minna von Barnhelm. 9. Die Ereigniſſe des zweiten puniſchen Krieges bis zur Schlacht von Ticinus(Prüfungsaufgabe.) 10. Der Wirt in Minna von Barnhelm.
Noll.
Latein II,1.(7 St.). Lektüre: Ciceron. or. de imperio Cn. Pompei und pro Archia poeta, II,1 u. II,2, kombiniert. II, 1. Livii ab urbe condita XXI, Vergil. Aen. VI und Anfang von VII, ergänzt durch Erzählung.(5 St.) Hetzel.
Grammatik: Mündliche Uebungen. Exercitia, wechſelnd schol. und dom. alle 10 Tage im Sommer II,1 u. 2(2 St.), im Winter alle 14 Tage ein Exerzitium oder 1 Extemporale(1 St.). Ueberſetzungen aus dem Lateiniſchen in der Klaſſe und lat. Inhaltsangaben. Hetzel.
Latein II,2.(Winter):(7 St.). Lektüre: Livius XXI, 16 bis Schluß. Vergil, Aen. I u. II(mit Auswahl)(4 St.)
Grammatik: Mündliche und ſchriftliche Uebungen im Anſchluß an Süpfle, Aufgaben ec. 2. Teil. Wiederholung und Erweiterung wichtiger Abſchnitte der Grammatik. In der Regel wöchentlich eine ſchriftl. Arbeit, abwechſelnd zu Hauſe und in der Klaſſe.— Ueberſetzungen ins Deutſche aus Liv.(3 St.) Kegel.


