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3. Abteilung(I. II, 1)(2 St.) a. Stabübungen; Marſchbewegungen.
b. Uebungen an Reck, Schwebereck, Barren, Kaſten, Pferd, wag⸗ rechter und ſchräger Leiter, Schnurſprunggeſtell, Bock, Kletterſtange und Kletterſeil. Gerwerfen.
Im Sommerſemeſter: Vogt. Im Winterſemeſter: Gruß.
B. Geſang.
VI. V. IV. III, 2.(kombiniert.) Sopran und Alt.(1 St.) Das Wichtigſte aus der allgemeinen Geſang⸗ und Muſiklehre. Melodiſche, rhythmiſche und dynamiſche Uebungen. Ein⸗ und mehrſtimmige geiſt⸗ liche, Volks- und Vaterlandslieder im Chor und Einzelgeſang.
III,1 II. I.(komb.) Tenor und Baß.(1 St.) Fortgeſetzte Gehör und Treffübungen, ein⸗ und mehr⸗ ſtimmige Geſänge für Männerſtimmen unter Berückſichtigung des geiſtlichen, des Volks⸗ und Vater⸗ landsliedes.
Alle Klaſſen komb.(1 St.) Choräle, geiſtliche Lieder und Motetten, Volks- und patriotiſche Geſänge und größere Compoſitionen für gemiſchten Chor.
Im Sommerſemeſter: Vogt. Im Winterſemeſter: Seminarlehrer Wolfram.
C. Zeichnen. IV.(2 St.) Schwierigere Ornamente. Perſpektive und Zeichnen nach Gipsmodellen. (2 St.) Ornamente. Die Hauptſätze aus der Linearperſpektive. Körperzeichnen. VI.(2 St.) Elementarzeichnen und einfache Ornamente nach Vorzeichnungen an der Wandtafel. Presber, Zeichenlehrer.
D. Schreiben. VI. u. V.(komb.)(2 St.) Einübung des deutſchen und lateiniſchen Alphabets; Übungen im Schön⸗ ſchreiben nach Vorſchreiben an der Wandtafel. Im Sommer: Vogt. Im Winter: Presber.
II. Auszüge aus den Verfügungen der vorgeſetzten Behörden.
Miniſterial⸗Erlaß vom 3. Januar 1888. Die den dritten dieſelbe höhere Lehranſtalt gleichzeitig beſuchenden Brüdern ſeither zuſtehende Befreiung vom Schulgelde wird aufgehoben, ſodaß künftig nur Würdigkeit und Bedürftigkeit entſcheidend ſind. Bei der Beurteilung der letzteren iſt milde zu verfahren.
IlI. Chranik des Gymnaſiums.
Die erledigte 2. ord. Lehrerſtelle wurde von Beginn des Schuljahres ab dem Gynaſiallehrer Herrn Hartwig) ans Hersfeld übertragen, während der Hilfslehrer Herr Dr. Wolſcht in gleicher Eigen⸗ ſchaft an das Kgl. Gymnaſium zu Hersfeld ging.
Als Probekandidaten wurden Oſtern die Herren Wehmeyer*) und Gruß, Herbſt Herr Dr. Stahl dem Gymnaſium überwieſen.
*) Karl Wilhelm Ferdinand Hartwig, wurde geboren am 1. November 1853 in Windecken, Kr. Hanau, als Sohn des kurfürſtlich⸗heſſiſchen Amtsphyſikus und praktiſchen Arztes Dr. Hartwig. Nachdem ich die Elementarſchule meiner Vaterſtadt beſucht, erhielt ich meine weitere Ausbildung auf dem Gymnaſium zu Hanau. Vom Herbſt 1872 bis Oſtern 1877 widmete ich mich auf der Univerſität Marburg dem Studium der klaſſiſchen Philologie, Geſchichte und Geographie und beſtand das Examen pro facultate docendi daſelbſt am 1. Juni 1877. Nachdem ich bis Oſtern 1878 eine Hauslehrer⸗ ſtelle bekleidet, trat ich am Gymnaſium zu Marburg als Probekandidat ein und wurde mit der Vertretung einer Lehrerſtelle beauftragt. Daſelbſt verblieb ich als Hilfslehrer und ordentlicher Lehrer(vom 1. Juli 1880 an) bis zum Herbſt 1884, wurde dann in gleicher Eigenſchaft an das Gymnaſium zu Hersfeld und Oſtern 1887 an das Gymnaſium zu Dillenburg verſetzt. *n) Am 24. Oktober wurde Herr W. zur Beendigung ſeines Probejahres und zugleich als Hilfslehrer an das
Kgl. Wilhelms⸗Gymnaſium zu Caſſel einberufen.


