Jahrgang 
1883
Einzelbild herunterladen

Bericht

über

das Schuljahr von Ostern 1882 bis Ostern 1883.

I. Lehrverfassung. A. Übersicht der Unterrichtsgegenstände.

Prima.

Ordinariuse Direktor Professor Spieß.

Religion(wöchentlich 2 St). a. evangelische. Glaubenslehre nach Noack. Im Sommer Pfarrer Schreiner, im Winter Pfarrer Eichhoff. b. katholische. Allgemeine und besondere Glaubenslehre. Bölke, Pfarrer.

Deutsch.(3 St). Lektüre: Lessings Dramaturgie, von Kapitel 76 bis Ende, Laokoon, die ersten Kapitel. Göthe's Tasso. Von Schillers Gedichten: Der Tanz, das Glück, der Genius, Shakespeares Schatten, Ideal und Leben. Freie Vorträge und Aufsätze.*)(1 St.)

Literaturgeschichte: Von Opitz bis Göthe incl.(im Sommer 2, im Winter 1 St.) Philosophische Propädeutik: Im Winter, Logik nach Rumpel.(1 St.) Spieß.

*) Die Themata der Aufsätze waren: 1) Kannst du nicht Allen gefallen durch deine That und dein Kunst- werk, mach' es Wenigen recht, Vielen gefallen ist schlimm. 2) Deutschen selber führ' ich euch zu in die stillere Wohnung, wo sich nah' der Natur menschlich der Mensch noch erzieht. 3) Warum hat Schiller seineJungfrau von Orleans eine romantische Tragödie genannt? 4) Heilig sei dir der Tag, doch schätze das Leben nicht höher, als ein anderes Gut, und alle Güter sind trüglich.(Klassenarbeit.) 5) Teuer ist mir der Freund, doch auch den Feind kann ich nützen, zeigt mir der Freund, was ich kann, lehrt mich der Feind, was ich soll. 6) Inwendig lernt kein Mensch sein Innerstes erkennen.(Göthe's Tasso.) 7) Inwiefern istEgmont als die vermittelnde Dichtung zwischen der ersten und der classischen Dichterperiode Göthe's anzusehen? 8) Sein Schicksal schafft sich selbst der Mann. (Klassenarbeit.) 9) a. Und wer der Dichtkunst Stimme nicht vernimmt, ist ein Barbar, er sei auch, wer er sei. b. Wohl denen, die des Wissens Gut nicht mit dem Herzen zahlen. 10) Metrische Übung in Distichen nach freier Wahl.

1*