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Rescript des Königl. Pr.-Sch.-Coll. vom 29. December, wodurch die Mitbenutzung der Turnhalle des Gymnasiums seitens des Kgl. Seminars dahier gestattet wird.
Rescript des Kgl. Pr.-Sch.-Coll. vom 30. Decbr., durch welches der Hülfslehrer Spilling vom Realgymnasium zu Wiesbaden zum ordentlichen Gymnasiallehrer dahier ernannt wird.
Erlaß des Herrn Kultusministers vom 31. Decbr.(1989 G), die Ferienordnung resp. die Sonn- tagsfeier betreffend.
III. Chronik des Gymnasiums.
Noch vor Eröffnung des neuen Schuljahres, am 18. April, starb ein sehr braver und hoffnungsvoller Schüler, der Oberprimaner Johannes Symank. Am 21. wurde derselbe von den Lehrern und Schülern zur letzten Ruhestätte begleitet.
Das neue Schuljahr begann am 21. April mit der Aufnahmeprüfung.
Am 22. April Eröffnung des neuen Schuljahres und gleichzeitige Vorstellung des Ober- lehrers Dr. Eberhard*) und Hülfslehrers Kausel.**)
Die Pfingstferien dauerten vom 5. bis zum 12. Juni.
Am 4., 5. und 6. August fand in Begleitung von 5 Lehrern eine Turnfahrt von 45 Schülern an den Rhein statt; besucht wurde Schloss Stolzenfels, der Laacher See, das Brohl- thal, das Ahrthal bis Altenahr, der Drachenfels und Bonn.
Am 5. August besuchten von den zurückbleibenden Schülern die größeren unter Füh- rung von 4 Lehrern die Dianaburg und Schloß Braunfels; die kleineren machten an demselben Tage unter Aufsicht von 2 Lehrern einen Ausflug in die Umgegend.
Das Sedansfest wurde vom Gymnasium vormittags durch einen Actus in der Aula ge- feiert, in welchem der Direktor die Festrede hielt. Nachmittags war gesellige Unterhaltung auf dem Fetz'schen Garten, an der sich die Angehörigen der Schüler und zahlreiche Freunde der Schule beteiligten.
*) Dr. phil. Carl Eberhard, 1843 zu Allendorf an der Werra geboren, Sohn des daselbst verstorbenen prakt Arztes Dr. Eberhard, erhielt seine Schulbildung am Gymnasium zu Hersfeld und seine akademische Bildung auf der Universität Marburg, welche er von Ostern 1863 bis Ostern 1867 besuchte. Nach bestandenem Fakultäts- examen und Absolvierung des Probejahrs am Königl. Gymnasium zu Wetzlar trat er als ordentlicher Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Schmalkalden ein. Aus dieser Stellung schied er im Herbste 1869 aus, um eine gleiche an der großen Stadtschule(Gymnasium und Realschule) zu Rostock zu übernehmen. Fünf Jahre später wurde er als ordentlicher Lehrer an das Königl. Gymnasium zu Marburg berufen und verblieb daselbst bis zu seiner Ernen- nung zum Oberlehrer am hiesigen Gymnasium.
**) Theodor Franz Karl Florus Kausel wurde geboren am 16. Aug. 1855 zu Birstein in der ehe- maligen Standesherrschaft Isenburg als Sohn des Fürstlichen Hofpredigers Heinrich Kausel. Seine Vorbildung erhielt derselbe auf der Lateinschule seines Heimatsortes, sodann auf den Gymnasien zu Fulda und Hanau. Von Ostern 1873 an widmete er sich auf den Universitäten zu Marburg, Leipzig und Berlin anfangs dem Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften, später dem der classischen Philologie und Geschichte. Nachdem er am 30. November 1877 in Marburg die Prüfung pro facultate docendi bestanden, absolvierte er von Neujahr 1878 an am Realgymnasium in Wiesbaden sein Probejahr. Im Herbst desselben Jahres trat er bei dem in Wiesbaden garni- sonierenden Feld-Artillerie-Regiment ein, um seiner Militärpflicht zu genügen. Vom 1. Oktober 1879 bis Ostern 1880 war er als Hauslehrer in Wiesbaden thätig, darauf ein Jahr als wissenschaftlicher Hülfslehrer am Gymnasium zu Marburg. Ostern 1881 ging er an das Gymnasium zu Dillenburg über. Im April 1881 erhielt er das Patent als Lieutenant der Reserve. Eine von ihm bei der philosophischen Fakultät zu Marburg eingereichte Abhandlung„De
Thesei synoecismo“ wurde als Inaugural-Dissertation genehmigt, worauf er am 6. März 1882 das Examen rigorosum bestand.


