Jahrgang 
1870
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fl. Auszüge aus den Verfügungen der vorgesetzten Königliehen Behörden.

1) Verfügung Königl. Provinzialschulcollegiums vom 3. Mai 1869, worin auf die Be- stimmungen bei der Aufnahmeprüfung vornehmlich soleher Schüler, welche andere Anstalten besucht haben, hingewiesen wird. 3

2) Verfügung Königl. Provinzialschulcollegiums vom 26. Juni, wonach dem Herrn Caplan Grünschlag der evangelische Religionsunterricht übertragen wird.

3) Erlass des Königl. Cultusministeriums vom 13. August, in welchem das Progymna- sium als vollberechtigt anerkannt wird.

4) Verfügung Königl. Provinzialschulcollegiums vom 5. October, dergemäss die Semestral- berichte eingestellt werden, dagegen von drei zu drei Jahren Verwaltungsberichte eintreten sollen.

5) Erlass Königl. Cultusministeriums vom 4. Nov., durch welchen ein allgemeiner Bet- tag in den evangelischen Kirchengemeinden des Landes auf den 10. Nov. angeord- net wird.

6) Rescript Königl. Provinzialschulcollegiums vom 29. Decbr., in welchem das vom Königl. Staatsministerium am 28. Nov. erlassene Regulativ über die geschäftliche Behand- lung der Postsendungen in Staatsdienstangelegenheiten, sowie die unterm 29. Dec. an die Gymnasial- und Seminarverwaltungen im Regierungsbezirk Cassel ergangene Ver- fügung Königl. Provinzialschulcollegiums mitgetheilt wird.

7) Verfügung Königl. Provinzialschulcollegiums vom 18. Januar 1870, die Einführung neuer Schulbücher betreffend.

8) Verfügung Königl. Provinzialschulcollegiums vom 26. Jan., die zukünftige gleich- mässige Ferienordnung betreffend.

IIHI. Chronik des Progymnasiums.

Die Eröffnung des neuen Cursus fand am 15. April statt. Gleichzeitig wurden Ilerr Collaborator Braun*) und Herr Schulamtscandidat Lierse**) in ihr Amt eingeführt.

Am 29. und 30. April wurde das Progymnasium von Herrn Provinzialschulrath Dr. Rumpel revidirt.

Die Pfingstferien dauerten vom 15. bis zum 24. Mai.

*) S. Programm des Gymnasiums zu Hanau vom Jahre 1868, p. 51 und Programm des Realgym- nasiums zu Wiesbaden vom Jahre 1869, p. 25.

**) Karl Emil Lierse, geb. am 15. April 1845 zu Liebenau in der Neumark(Reg.-Bez. Frank- furt a/O.), erhielt vom 12. Jahre an seine Bildung auf dem Pädagogium bei Züllichau, 1857 1864, widmete sich der Philologie auf der Uniyversität zu Greifswald, welches Studium durch den Krieg des Jahres 1866, den derselbe mitmachte, unterbrochen ward, und wurde nach Absolvirung der Prüfung pro facultate docendi Ostern 1869 von dem Königl. Provinzial-Schulcollegium zu Cassel dem Progymnasium zu Dillenburg zur Ableistung seines Probejahrs zugewiesen.