Jahrgang 
1858
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Den Religionsunterricht ertheilten: a) den evangeliſchen Schülern Herr Pfarrer Ilgen; b) den katholiſchen Herr Pfarrverwalter Reichwein, der Nachfolger des am 17. Januar 1857 verſtorbenen Herrn Pfarrers Müller.

Außer den oben angeführten unvermeidlichen Störungen des Unterrichtes zu Anfange des Schuljahres kamen im Laufe desſelben zwar auch noch einige von Seiten der Lehrer vor; aber ſie waren doch zu geringfügig, als daß ſie eine nähere Angabe verdienten. Nachtheiliger wirkten die vielen Verſäumniſſe von Seiten der Schüler, beſonders im Winter, welche bei den meiſten durch längeres oder kürzeres Unwohlſein(Grippe), bei einigen wenigen aber auch durch anhaltende Kränklichkeit herbeigeführt wurden.

Da fünf Schüler der I. Claſſe erklärt hatten, nicht ſtudiren zu wollen; ſo erhielten dieſe anſtatt des Unterrichtes in der griechiſchen Sprache im Sommerhalbjahre wöͤchentlich 5 Stunden im Engliſchen, im Winterhalbjahre aber 4 Stunden im Engliſchen und eine beſondere Stunde in der franzöſiſchen Converſation; weshalb nicht, wie ſonſt, auch der Phyſik einige Lehrſtunden gewidmet werden konnten, iſt bereits erwähnt. Um für dieſe ſchon ſeit dem Jahre 1847 zu Gunſten der nichtſtudirenden Schüler hier beſtehende Anordnung die erforderlichen Lehrkräfte zu gewinnen, wurden die I. und II. Claſſe in der deutſchen Sprache, der Geſchichte und Naturgeſchichte vereinigt, was bei der geringen Schülerzahl keine Schwierig⸗ keit darbot. Jener Anordnung gemäß wurde auch, wie bisher, der Unterricht im Franzöſiſchen wieder im Herbſte in der III. Claſſe mit wöchentlich 3 Stunden begonnen, wogegen die deutſche Sprache in dieſer Claſſe um 1 Stunde verkürzt wurde. Daß die III. und IV. Claſſe, welche in dieſem Schuljahre mehr Schüler zählten als ſonſt, im Rechnen wieder vereinigt wurden, war zwar keine Folge Einrichtung, aber doch nicht zu vermeiden.

Der Geburtstag Sr. eit des Herzogs wurde den 24. Juli am Vormittage in einer Schulverſammlung durc Zebet, Geſang und Declamation, am Nachmittage durch einen fröhlichen Spaziergang über das Alte Haus nach dem Neuen Hauſe von der Anſtalt feſtlich begangen..

Die Pfingſtferien dauerten vom 30. Mai bis zum 7. Juni, die Herbſtferien vom 12. September bis zum 11. October, die Weihnachtsferien vom 24. December bis zum 3. Januar. Die Herbſtprüfung wurde am 11. September gehalten, das Winter⸗ halbjahr am 12. October eröffnet.

Für die Bibliothek wurden wieder 100 Gulden verwandt; zur Ereiterung der Lehr⸗ apparate lag kein Bedürfniß vor.

Das Pädagogialgebaude hat durch große Reparaturen und Bauveränderungen, welche in den Jahren 1856 und 1857 ausgeführt wurden, bedeutend gewonnen. Namentlich iſt zu erwähnen, daß dasſelbe nicht nur ein neues Dach und einen gefälligen Anſtrich erhalten hat, ſondern daß auch einige Lehrzimmer, welche vorher nicht hell genug waren, durch Erweiterung der Fenſter jetzt mit hinlänglichem Lichte verſehen ſind. Wenn auch die Aus⸗ führung diefer Bauarbeiten mit manchen Unannehmlichkeiten und Störungen verbunden war, ſo litt doch der Unterricht durch dieſelben keine Unterbrechung, indem vom 1. Auguſt bis zum 23. October 1856 zur Aushülfe ein gemiethetes Local benutzt wurde.

Die Zahl der Schüler belief ſich am Schluſſe des Schuljahres 1856/57 auf 44, von welchen um Oſtern 8 abgingen. Bei Wiedereröffnung des Unterrichtes wurden 17 neue aufgenommen, zu denen nach Pfingſten noch 2 kamen, welche um Oſtern aus der IJ. Claſſe ausgetreten waren und nachträglich die Erlaubniß erhielten, noch an einigen Lehrſtunden Theil zu nehmen, ſo daß die Geſammtzahl 55 betrug. Da aber im Laufe des Schuljahres 2 austraten, ohne daß noch ein neuer aufgenommen wurde; ſo waren am Schluſſe desſelben noch 53 anweſend.