Jahrgang 
1855
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Die mit dem Beginne des Schuljahres in dem Lehrplane der Gymnaſien des Landes eingeführten Aenderungen konnten nicht ohne Einfluß auf die hieſige Annſtalt bleiben, weil dieſelbe mit den entſprechenden Claſſen der Gymnaſien gleichen Schritt zu halten hat. Sie wurden daher, wie ſich aus der nachfol⸗ genden Ueberſicht der behandelten Lehrgegenſtände ergiebt, mit denjenigen Ein⸗ ſchränkungen, welche durch die hieſigen Verhältniſſe geboten ſchienen, vorläufig auch in unſern Lehrplan aufgenommen, ohne daß dadurch die auf Oſtern 1847 zu Gunſten unſerer nichtſtudirenden Schüler getroffene Einrichtung berührt wurde. Die realiſtiſche Abtheilung der I. Claſſe, welche im Sommer aus 7, im Winter aus 6 Schülern beſtand, erhielt nämlich anſtatt der der griechi⸗ ſchen Sprache gewidmeten Lehrſtunden wöchentlich 3 Stunden im Engliſchen und 2 Stunden in der Phyſik; für das Zeichnen beſondere Lehrſtunden anzu⸗ ſetzen, war nicht erforderlich, weil in Folge der neuen Beſtimmungen wieder ſämmtliche Schüler der I. Claſſe in dieſem Gegenſtande wöchentlich 2 Stunden unterrichtet wurden. Außerdem wurde auch der Unterricht im Franzöſiſchen, gleichwie bisher, wieder im Herbſte mit den Schülern der III. Claſſe in 3 wöchentlichen Lehrſtunden begonnen, wogegen der Unterricht in der lateiniſchen und in der deutſchen Sprache um je 1 Stunde verkürzt wurde. Zur Aufrecht⸗ haltung dieſer Einrichtung mußten jedoch wegen der beſchränkten Lehrkräfte der Anſtalt wieder in einigen Lehrgegenſtänden, bei welchen es ohne weſentliche Be⸗ einträchtigung des Unterrichts geſchehen konnte, zwei Claſſen vereinigt werden. Hierzu wurden beſtimmt: die I. und II. Claſſe in Arithmetik, jedoch nur für das Sommerhalbjahr, ferner die II. und III. Claſſe in Geographie, Geſchichte und Naturgeſchichte, und die III. und IV. Claſſe im Rechnen.

Das Geburtsfeſt Sr. Hoheit des Herzogs wurde von Seeiten des Pädagogiums am 24. Juli durch eine Schulverſammlung gefeiert, in welcher von dem Rector ein Gebet geſprochen, von den Schülern aber einige ange⸗ meſſene Declamations⸗ und Geſangſtücke vorgetragen wurden. Der übrige Theil des Tages wurde frei gegeben..

Die Pfingſtferien dauerten vom 3. bis zum 12. Juni, die Herbſt⸗ ferien vom 15. September bis zum 15. October, die Weihnachtsferien vom 24. December bis zum 3. Januar. Die übliche Herbſtprüfung, welche den 15. September abgehalten werden ſollte, mußte wegen eines Sterbfalles,