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Hauptlehrerſtellen dadurch wieder definitiv beſetzt, daß der bisherige Collaborator Ilgen unter dem 5. Juni zum Conrector ernannt wurde.
Jedoch auch dem endlich zu Stande gekommenen Stundenplane war— abge⸗ ſehen von mehrfachen Störungen, welche durch Erkrankungen von Lehrern herbei⸗ geführt wurden— keine lange Dauer beſchieden. Der Collaborator Friedemann reiſte nämlich wegen dringender Familienverhältniſſe am 19. Juli von hier ab, und blieb bis zum Beginne des Winterhalbjahrs aus. Die gleich bei ſeiner Abreiſe getroffene proviſoriſche Anordnung mußte daher, indem die Bemühungen, für ihn eine Aushülfe zu erhalten, erfolglos blieben, bis zum Schluſſe des Sommerhalbjahrs beibehalten werden. Wie ſehr hierdurch, trotz mancher unvermeidlichen Combinationen, die Kräfte der wenigen vorhandenen Lehrer in Anſpruch genommen wurden, bedarf keiner näheren Darlegung. Nur das Eine ſei erwähnt, daß der Schreiblehrer Winnen in der IV. Claſſe, außer dem ihm ſchon früher übertragenen Unterrichte im Rechnen, während dieſer Zeit auch 3 Stunden wöchentl. in der deutſchen Sprache unterrichtete. Mit Ausnahme der gymnaſtiſchen Uebungen, deren Leitung Niemand übernehmen konnte, waren ſämmtliche Lehrſtunden untergebracht.
Nachdem unter ſolchen Störungen, deren nachtheilige Einwirkungen von ſelbſt einleuchten, das Sommerhalbjahr verfloſſen war, kehrte endlich im Herbſte wieder ein beſſer geordneter Zuſtand zurück. Um dieſe Zeit wurde nämlich der Collaborator Wagner von dem Gymnaſium zu Weilburg„proviſoriſch und bis auf weitere Verfügung“ hierher dirigirt, und dem Candidaten Thomas, welcher zur Abhal— tung des vorgeſchriebenen Probecurſus an das Realgymnaſium zu Wiesbaden dirigirt werden ſollte, wurde es geſtattet, dieſen Probecurſus bei der hieſigen Anſtalt abzu⸗ halten. Da gleichzeitig der Collaborator Friedemann wieder eingetroffen war, ſo war jetzt die Möglichkeit vorhanden, in dem Winterhalbjahre den vorge⸗ ſchriebenen Lehrplan ohne weſentliche Abweichungen auszuführen. Vereinigt blieben nur die I. u. II. Claſſe in der Geſchichte, Geographie und Naturgeſchichte, weshalb in der II. Claſſe dem Unterrichte in der deutſchen Sprache auch jetzt noch 1 Stunde wöchentl. entzogen wurde. In der III. Claſſe wurden, gleichwie in den vorher⸗ gehenden Jahren, der franzöſiſchen Sprache wieder 3 Stunden wöchentl. eingeräumt, und dagegen die geometriſche Anſchauungslehre und die deutſche Sprache um je 1 Stunde verkürzt.
Die realiſtiſche Abtheilung der J. Claſſe beſtand in dieſem Jahre nur


