Schulnachrichten
von dem Jahre 18 49/50.
I.
Zur Geſchichte der Anſtalt.
AIm 23. April wurde das Schuljahr in herkömmlicher Weiſe eröffnet. Das Lehrerperſonal, aus welchem mit Neujahr 1849 der Prorector Spieß geſchieden war, blieb während des Sommerhalbjahrs unverändert; allein im Herbſte wurde der Collaborator Gallo, nachdem er der Anſtalt erſt 1½ Jahre angehört hatte, an das Gymnaſium zu Weilburg verſetzt, wodurch eine neue Lücke entſtand, welche ebenfalls nicht wieder ausgefüllt wurde. Gleichwohl hatte ſich die Arbeit vermehrt, da in der oberſten Claſſe, welche in dem vorhergehenden Schuljahre nur aus nicht— ſtudirenden Schülern beſtand, wieder eine beſondere Abtheilung für ſtudirende errichtet werden mußte. Wenn es daher auch im Sommerhalbjahre noch möglich war, mit unbedeutenden Abweichungen den vorgeſchriebenen Lehrplan durchzuführen; ſo würde doch für das Winterhalbjahr die Vertheilung der Lehrſtunden, ungeachtet der für geeignete Gegenſtände ausnahmsweiſe geſtatteten Vereinigung zweier Claſſen, große Schwierigkeit gemacht haben, wenn nicht ſämmtliche Lehrer ſich mit Bereitwilligkeit dazu verſtanden hätten, mehr Unterrichtsſtunden zu übernehmen, als ihnen dem Lehrplane gemäß zugetheilt werden ſollen. Es fanden daher, mit Ausnahme des Unterrichts in der Religion, im Schreiben, Zeichnen und Singen, in welchen Fächern auch ſchon früher in der Regel zwei Claſſen vereinigt wurden, nur ſolgende Com⸗
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