Jahrgang 
1849
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an dem Gelehrten⸗Gymnaſium zu Wiesbaden befördert, und ſchied von uns am Schluſſe des Jahres 1848. Seine Unterrichtsſtunden wurden unter die andern Lehrer vertheilt. Durch dieſelbe h. Entſchließung wurde auch der bisherige Conrector Dr. Roſſel zum Prorector ernannt.

Die Pfingſtferien dauerten vom 10. bis zum 18. Juni, die Herbſtfe⸗ rien vom 9. September bis zum 9. October, die Weihnachtsferien vom 23. December bis zum 3. Januar. Die Herbſtprüfung wurde am 8. September ab⸗ gehalten, das Winterhalbjahr am 10. October eröffnet..

Auf die Vermehrung der verſchiedenen wiſſenſchaftlichen Sammlungen und Lehrapparate konnten zwar unter den obwaltenden Zeitverhältniſſen nicht ſo bedeu⸗ tende Summen verwandt werden, als in den vorhergehenden Jahren; aber dennoch war die Anſtalt durch die bewilligten Mittel, unter welchen ſich 100 fl. für die Bibliothek und 50 fl. für den phyſicaliſchen Apparat befanden, in den Stand geſetzt, wenigſtens mit den nöthigſten Ergänzungen fortzufahren.

Da die Mehrzahl unſerer Schüler gegenwärtig aus Nichtſtudirenden beſteht, ſo hat den früher erlaſſenen Verfügungen zufolge die Anſtalt, ohne ihre urſprüngliche Beſtimmung aus dem Auge zu verlieren, immer mehr den Character einer höheren Realſchule angenommen. So wurde namentlich für die oberſte Claſſe, welche in dieſem Jahre nur Nichtſtudirende enthielt, der Lehrplan, ſo weit es die hieſigen Verhältniſſe geſtatteten, nach Maßgabe der entſprechenden Claſſe des Realgymna⸗ ſiums zu Wiesbaden eingerichtet, worüber das Nähere aus der nachfolgenden Ueber⸗ ſicht erhellt. Außerdem wurden der franzöſiſchen Sprache, mit deren Erlernung nach dem Lehrplane der Gelehrtenſchulen des Herzogthums erſt in der zweiten Claſſe begonnen werden ſoll, in dem Winterhalbjahre ſchon in der dritten Claſſe wöchentlich 3 Lehrſtunden gewidmet, und dagegen der Unterricht in der geometriſchen Anſchau⸗ ungslehre und in der deutſchen Sprache um je 1 Stunde verkürzt.

In Anſehung der Schülerzahl iſt in den letzten 4 Jahren keine weſentliche Veränderung eingetreten. Am Schluſſe des vorigen Schuljahres belief ſich dieſelbe auf 44, von welchen auf Oſtern 10 abgingen. Neu aufgenommen wurden bei Wiedereröffnung des Unterrichts 9 und im Herbſte noch 1, ſo daß ſich die Geſammt⸗ zahl wieder auf 44 belief. Da jedoch einer von dieſen im Laufe des Schuljahres austrat, ſo blieben am Schluſſe desſelben noch 43.